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Patient EinzelhandelKeine Besserung in Sicht

04.12.2002, 09:30 Uhr

Deutsche Einzelhändler haben in diesem Jahr nichts zu lachen. Auch im Oktober waren die Umsatzzahlen rückläufig und das Weihnachtsgeschäft wird es nicht schaffen, die bisherigen Rückstände auszugleichen.

Deutsche Einzelhändler haben in diesem Jahr nichts zu lachen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren die Umsatzzahlen auch im Oktober rückläufig. Das inzwischen gut angelaufene Weihnachtsgeschäft wird der Flaute vermutlich nichts mehr entgegensetzen können.

Den Angaben zufolge gingen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahresmonat um real 1,1 Prozent zurück nach minus 1,3 Prozent im September. Im Monatsvergleich ergab sich ein realer Rückgang um 0,7 Prozent.

Während der ersten zehn Kalendermonate schrumpften der Umsätze nach Abzug der Inflationsrate um 2,3 Prozent und nominal um 1,9 Prozent. Das Geschäft mit Lebensmitteln bildet eine deutliche Ausnahme. Hier verbuchten Supermärkte und Warenhäuser höhere Verkäufe als im Vorjahr, während der Umsatz im Facheinzelhandel schrumpfte.

Kräftig zulegen konnte der Versandhandel mit einem realen Zuwachs von 8,2 Prozent im Monatsvergleich. Den stärksten Rückgang verzeichnete mit elf Prozent der Handel mit Haurat, Bau- und Heimwerkerbedarf.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels (BAG) erwartet für das laufende Jahr insgesamt ein Umsatzminus von 2,5 Prozent. Damit ist das Jahr 2002 eines der schlimmsten der Nachkriegsgeschichte, sagte BAG-Präsident Walter Deuss. Anzeichen für eine wesentliche Besserung der Lage sieht der Verband auch für das kommende Jahr nicht.

Auch das Weihnachtsgeschäft wird in diesem Jahr nicht dazu beitragen können, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Die bisher aufgelaufenen Rückstände könnten in den verbleibenden Wochen nicht mehr ausgeglichen werde, so Deuss weiter. Der BAG plädierte ausdrücklich für eine Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten. Kurzfristig soll zumindest eine Verlängerung an allen Samstagen bis 20.00 Uhr durchgesetzt werden. Der Verband bekommt diesbezüglich Unterstützung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).