Kreisen die Geier?Neue Gerüchte um TUI
Die Übernahmegerüchte um TUI wollen nicht verstummen. Wie die "Financial Times Deutschland" nun berichtet, meldeten mehrere US-Fonds Interesse am Kauf des 31-prozentigen Anteils der WestLB an. Die auch als Geierfonds bekannten Fortress, Cerberus und Lone Star gelten als hochspekulativ.
Die Übernahmegerüchte um TUI wollen nicht verstummen. Wie die "Financial Times Deutschland" nun berichtet, meldeten mehrere US-Fonds Interesse am Kauf des 31-prozentigen Anteils der WestLB an.
Die Landesbank hätte in jüngster Zeit unter anderem von den US-Fonds Fortress, Cerberus und Lone Star Angebote für den Anteil erhalten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf WestLB-Kreise. Die Offerten hätten jedoch unterhalb der Preisvorstellungen der Bank gelegen. Die WestLB hatte zuletzt betont, ihr Paket zum aktuellen Kursniveau nicht verkaufen zu wollen.
Kein Zusammenhang mit Morgan-Stanley
Das nun auch die Namen der Fonds bekannt sind, dürfte die Wellen in der Branche hochschlagen lassen. Denn Fonds wie Cerberus gelten als hochspekulativ. Sie sind dafür bekannt, angeschlagene Firmen aufzukaufen und zu zerschlagen. Das hat ihnen den Spitznamen Geierfonds eingebracht.
Das Interesse der US-Fonds soll aber in keinem Zusammenhang mit dem Kauf von TUI-Aktien durch Morgan Stanley stehen. Die US-Investmentbank hatte im Juli ihren Anteil auf zehn Prozent erhöht und damit die Übernahmespekulationen ins Rollen gebracht. Zwar wurde schnell offensichtlich, dass Morgan Stanley nicht im Auftrag eines strategischen Investors handelte, sondern das Hedge-Fonds auf fallende Kurse spekulierten, die Gerüchte hielten sich dennoch und die TUI-Aktie brach ein.
TUI-Chef Michael Frenzl kündigte daraufhin an, nicht tatenlos zusehen zu wollen, wie sein Unternehmen gekauft und zerschlagen werde. Er befürchtet, dass eine Beteiligungsgesellschaft das Unternehmen zerschlagen könnte und die Schifffahrtstochter HapagLloyd, die TUI selbst an die Börse bringen will, ausgliedern könnte. Als eine der ersten Maßnahmen zog Frenzl die Veröffentlichung der besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen vor, um den Aktienkurs wieder in die Höhe zu bringen - denn auf dem niedrigen Niveau droht dem Reisekonzern der Rauswurf aus dem Leitindex Dax.
Gleichzeitig wurde die Investmentbank Greenhill beauftragt, eine umfassend Abwehrstrategie zu entwickeln, die den drohenden Rauswurf aus dem Dax, den möglichen Ausstieg der WestLB sowie den geplanten Börsengang von HapagLloyd berücksichtigt.