Irak-Einfluss nur kurzfristigOPEC warnt vor Überangebot
OPEC-Chef Abdullah al-Attiyah hat vor einem Überangebot und einem deutlichen Preisverfall an den Erdöl-Märkten im zweiten Quartal gewarnt. Den Einfluss eines möglichen Ausfalls der Irak-Lieferungen auf den Ölpreis sieht er als kurzfristig an.
OPEC-Chef Abdullah al-Attiyah hat vor einem Überangebot und einem deutlichen Preisverfall an den Erdöl-Märkten im zweiten Quartal gewarnt. Auf der anderen Seite trat er Stimmen entgegen, dass es im Falle eines Irak-Krieges zu Lieferengpässen bei der Ölversorgung und einem weiteren längerfristigen Preisanstieg kommen könnte.
Besonders schlecht sei der Ausblick für die Erdölmärkte ab April, falls Venezuela wieder seine volle Fördermenge erreiche, so al-Attiyah: "Wenn Venezuela seine Förderung wieder voll aufnimmt, könnten wir einen Überschuss von drei Millionen Barrel pro Tag haben".
Nach dem Produktionstief von 150.000 Barrel pro Tag (bpd) während des rund achtwöchigen Streiks in Venezuela sei die Produktion nun wieder auf etwa 1,4 Mio. bpd angestiegen. Er gehe davon aus, dass die Produktion in einigen Wochen wieder die volle Kapazität von 2,8 Mio. bpd erreichen könne, so Attiyah weiter.
Irak-Einfluss nur kurzfristig
Die Organisation Erdöl exportierender Länder könne im Falle eines Irak-Krieges eventuell auftretende Versorgungsengpässe überbrücken, bekräftigte Attiyah. Wenn es zu einem Krieg komme, sollte es nur kurzzeitig zu einem deutlichen Anstieg des Öl-Preises kommen. "Ich glaube, dass es keine Panik geben wird. Jeder Preisanstieg wäre von kurzer Dauer."
Demgegenüber bemerkten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) , die OPEC könne Probleme haben, bei einer Unterbrechung der irakischen Ölförderung die Lücke zu schließen. VAE-Ölminister Obaid bin Saif el Nasseri erklärte am Sonntag: "Wenn es eine völlige Unterbrechung der Öl-Produktion aus Irak geben würde, wäre es für die OPEC sehr schwierig, innerhalb einer kurzen Zeit diesen Produktionsabfall zu kompensieren." Irak hat die zweitgrößten bekannten Öl-Reserven der Welt.
Die Möglichkeit eines Erdöl-Überschusses oder einer -Knappheit werde Gegenstand des am 11. März stattfindenden Treffen der OPEC zur ihrer Förderpolitik sein, hieß es weiter.