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Greenspan macht MutUS-Wirtschaft erholt sich weiter

20.12.2002, 08:09 Uhr

US-Notenbankchef Alan Greenspan hat vor dem New Yorker Wirtschaftsclub beruhigende Worte für die von Kriegs- und Deflationsangst gebeutelten Verbraucher und Märkte gefunden. Die US-Wirtschaft sei weiter auf dem Weg aus ihrer leichten Schwächephase, erklärte Greenspan.

US-Notenbankchef Alan Greenspan hat vor dem New Yorker Wirtschaftsclub beruhigende Worte für die von Kriegs- und Deflationsangst gebeutelten Verbraucher und Märkte gefunden. Die US-Wirtschaft sei weiter auf dem Weg aus ihrer leichten Schwächephase, erklärte Greenspan.

Nach der Zinssenkung im November gebe es Anzeichen dafür, dass sich die US-Wirtschaft erhole, so Greenspan. Durch eine starke Zunahme der Arbeitsproduktivität und niedrigere Steuern hätten sich sowohl Einkommen als auch Ausgaben erhöht. Anfang November hatte die US-Notenbank Fed den Leitzins überraschend deutlich um 50 Basispunkte auf 1,25 Prozent gesenkt. Damit wollten die Notenbanker der US-Konjunktur durch ihre "leichte Schwächephase" helfen.

Zudem hätten sich seit Oktober die Bedingungen für die US-Finanzmärkte verbessert, erklärte Greenspan weiter. So seien die allgemeinen Kapitalkosten deutlich gesunken und in den vergangenen Wochen die Herausgabe von Anleihen aller Arten gestiegen. Der Lage am Arbeitsmarkt sei aber weiter gedämpft und auch auch größere Investitionen würden zurückgehalten, bis die Gewinne wieder steigen würden, schränkte der Notenbankchef ein.

Greenspan beschwichtigte die Befürchtungen, dass die USA in eine schädliche Deflation sinken könnte. Zum einen sei die USA nicht nahe dran in die Deflation abzugleiten, zum anderen gebe es für diesen Fall Möglichkeiten, dieser mit einer aggressiven Finanzpolitik zu begegnen.

In seiner Prognose für das nächste Jahr verpackte Greenspan jedoch eine Warnung vor den Folgen eines Irak-Krieges. Im kommenden Jahr könnte sich das Wachstum beschleunigen, prophezeite der Notenbankchef. Vorraussetzung sei allerdings, dass die geopolitischen Spannungen nachließen und die Unternehmen ihre Gewinne erhöhten.

Derzeit würde die jüngste Zunahme geopolitischer Risiken die Nachfrage dämpfen, erklärte der Fed-Chef in Anspielung auf die Irak-Krise. Ein Nachlassen der Risiken würde eine bedeutende Rolle bei der Belebung der Wirtschaft spielen, fügte er hinzu.