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Börsenrückblick und -ausblickWas war, was kommt?

30.12.2003, 20:25 Uhr

Die deutschen Aktienbörsen haben 2003 erstmals seit drei Jahren wieder überwiegend zugelegt. Am letzten Handelstag zogen die Standardwerte nochmals an, so dass der Deutsche Aktienindex zeitweise bis auf weniger als vier Zähler an die psychologisch wichtige Marke von 4000 Punkten herankam. Gemessen an seinem im März erreichten Achtjahrestief von 2188 Punkten hat der Dax sogar mehr als 80 Prozent an Wert gut gemacht.

GEWINNER UND VERLIERER

Die beste Kursentwicklung wiesen 2003 die Aktien der Commerzbank mit einem Kursplus von rund 108 Prozent vor den Aktien von Continental mit rund 101 Prozent auf. Bei der Commerzbank waren vor allem Fusionsfantasien für den Kursanstieg verantwortlich. Dies ließ auch die Aktien von MAN um mehr als 80 Prozent anziehen.

Mehr als 75 Prozent gewannen 2003 die Aktien von SAP, mehr als 60 Prozent die der Deutschen Post. Zu den Aktien, die sich weniger gut entwickelten, zählten dagegen die Titel der Deutschen Telekom, die vergleichsweise moderate 18 Prozent an Wert gewannen und damit eher im unteren Drittel der Dax-Hitliste standen.

Schlechter als die T-Aktie schnitten allerdings die Titel der Allianz mit einem Plus von gut zehn Prozent sowie die von Adidas und Altana mit je etwas mehr als 9,5 Prozent ab. Per saldo nahezu unverändert schlossen die Aktien von Europas größtem Tourismuskonzern Tui sowie die Henkel-Titel.

Einzige Verlierer des Jahres waren dagegen die Aktien der Münchener Rück mit einem Verlust von gut elf Prozent und von Schering, die gut drei Prozent an Wert verloren.

PROGNOSE 2004

Die meisten Experten erwarten für 2004 zunächst eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, sagen für das zweite Halbjahr aber Verluste voraus. Im Schnitt erwarten dreizehn von Reuters Mitte Dezember befragte Banken per Jahresende 2004 einen Dax-Stand von 4365 Punkten. Dies wäre aus heutiger Sicht ein relativ bescheidenes Plus von rund zehn Prozent. In der Spitze prognostizieren die Experten der M.M Warburg und der WGZ Bank einen Dax-Anstieg bis auf 4600 Punkte. Dagegen rechnen die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt mit einem Dax-Stand von 4000 Zählern.

Angesichts der auch für Deutschland erwarteten Konjunkturerholung setzten indes viele Banken auf jene Titel, die überdurchschnittlich davon profitieren dürften. Dazu zählen beispielsweise die Aktien von BASF, die wie die Telekom-Papiere eher im unteren Drittel der Dax-Gewinner 2003 zu finden sind. Auch die T-Aktie könnte nach Einschätzung einiger Analysten ein Comebackerleben.