Euro-Zone hinkt hinterherWeltwirtschaft wächst
Die Weltwirtschaft wächst, stellte US-Notenbankpräsident Alan Greenspan in schriftlichen Antworten auf Fragen des Bankenausschusses des Senats fest. Die Euro-Zone, insbesondere Deutschland, hinke allerdings hinterher, fügte er an.
Die Weltwirtschaft wächst, stellte US-Notenbankpräsident Alan Greenspan in schriftlichen Antworten auf Fragen von Mitgliedern des Bankenausschusses des Senats fest. Die Euro-Zone hinke allerdings hinterher, fügte der oberste Währungshüter der USA an.
"In jeder größeren Region hat das Wachstum verglichen mit der ersten Jahreshälfte 2003 zugenommen", so Greenspan. "Und jüngste Daten deuten darauf hin, dass ausländische Volkswirtschaften sich weiterhin günstig entwickeln."
Das Tempo der Erholung im Euroraum und hier insbesondere in Deutschland sei aber schleppend gewesen. Nach Daten des Statistischen Bundesamts war die deutsche Wirtschaft im Frühjahr fast ausschließlich wegen florierender Exporte gewachsen, während vor allem die Investitionen schwach blieben.
Japan hat nach den Worten Greenspans nach langer Stagnationsphase offenbar wieder zu selbsttragendem Wachstum gefunden, sei aber noch gefährdet. "Insbesondere könnte der jüngste Anstieg der Ölpreise, wenn er dauerhaft bleibt, eine bedeutende Bremswirkung auf die japanische Wirtschaftsaktivität haben." Zuletzt waren die Ölpreise nahe an die Marke von 50 Dollar je Barrel (knapp 159) Liter herangekommen. In den vergangenen Tagen hat sich die Lage am Ölmarkt aber etwas entspannt.
Der Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, bleibt für die wirtschaftliche Entwicklung in Euroland trotz des hohen Ölpreises optimistisch. Es sei nicht nötig, die Wachstumsprognosen für die Euro-Zone zu revidieren.
"Alle andren Dinge unverändert vorausgesetzt, sind die hohen Ölpreise grundsätzlich nicht gut für das Wachstum, und sie sind nicht gut, was den Preisanstieg angeht", sagte Trichet in einem RTL-Hörfunkinterview. Die Situation sei aber nicht vergleichbar mit den Energiekrisen der 70er und 80er Jahre.
Der Anstieg der Preise sei viel geringer und die Volkswirtschaften seien weitaus besser gegen stark schwankende Ölpreise gewappnet.