Völker hört die Warnsignale: Einsatzfahrzeuge der DDR
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Irgendwo in Scheunen und Garagen schlummern sie, gehütet von tapferen Oldtimerfreunden und aufbewahrt als Erinnerung an einen vergangenen Staat: Die Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und dem Roten Kreuz der Deutschen Demokratischen Republik.Bild 1 von 47 In Beuster, nahe der Elbe in Sachsen-Anhalt, stehen sie stilgerecht auf dem Gelände einer ehemaligen LPG und werden vom Autoliebhaber Ralf von Hagen und seiner Familie gehegt und gepflegt.Bild 2 von 47 Im Blaulichtmuseum Beuster lässt sich die Geschichte in automobiler Form erleben. Eine kleine Auswahl wollen wir davon zeigen.Bild 3 von 47 In der großen Halle stehen zwei komplette Löschzüge und weitere Fahrzeuge der Feuerwehr der DDR.Bild 4 von 47 Fast vollständig ausgerüstet und nahezu einsatzfertig sind sie erhalten. Doch zunächst zur Polizei.Bild 5 von 47 Der Wartburg 311 war eines der ersten Fahrzeugen der Volkspolizei aus DDR-Produktion. Als Streifenwagen gehörte er in der DDR zum alltäglichen Straßenbild.Bild 6 von 47 Daneben wurden zunächst Wolgas bei der Volkspolizei eingesetzt. Der M21 gehörte zu den ersten Modellen. Anfangs waren die Fahrzeuge nur mit einem Martinshorn ausgestattet.Bild 7 von 47 Innen waren die Autos noch spartanisch ausgerüstet. Nur das Funkgerät erinnert an ein Staatsfahrzeug. Eine Besonderheit ist die durchgehende Sitzbank vorne.Bild 8 von 47 Als Nachfolger kam der Wolga GAS 24 zu der Polizei der DDR. Die Autos stammen aus den Gorki-Autowerken. Größer und besser motorisiert, war dieses Fahrzeug bis in die sechziger Jahre hinein in Benutzung. Allerdings waren die Wolgas eher eine seltene Erscheinung.Bild 9 von 47 Die MZ ETZ 250 F. Für die große Verkleidung, die gut vor Regen und Wind schützte, war das Leichtkraftrad mit 250 Kubik-Motor dahinter etwas schwach motorisiert.Bild 10 von 47 Mit der Box am Heck, die das ungeliebte "Bitte folgen" einblendete, wurden Fahrzeuge angehalten. Die MZ war bis kurz nach der Wende auf der Straße unterwegs.Bild 11 von 47 Der Barkas war die Allzweckwaffe unter den Amtsfahrzeugen. Bei der Polizei kamen verschiedene Versionen zum Einsatz. Dieser Transporter gehörte zum Unfalleinsatzkommando.Bild 12 von 47 Mit der Schreibmaschine des Typs "Erika" wurden Verkehrsunfälle in Ballungszentren aufgenommen. Vornehmlich waren die Unfallkommandos in Berlin unterwegs.Bild 13 von 47 Oder bei der Kriminaltechnik, wie der Barkas vorne. Er diente vornehmlich zum Transport von verhafteten Personen. Die Barkas-Transporter waren mit Dreizylinder-Zweitaktmotoren ausgestattet. Der leistete 43 PS und schaffte bis zu 100 km/h.Bild 14 von 47 Dieses Fahrzeug wurde von der Verkehrspolizei eingesetzt. Vornehmlich wurden damit Kontrollen durchgeführt. Geschwindigkeit und Fahrtüchtigkeit wollten die Beamten meist prüfen.Bild 15 von 47 Verkehrssünder dürften unangenehme Erinnerungen damit verbinden.Bild 16 von 47 Auf Basis des Kleintransporters Barkas wurde auch dieser Gefangenentransporter gebaut. Er wurde im Strafvollzug der DDR im Auftrag des Ministeriums des Innern eingesetzt. Er schleppte einen opulenten Aufbau mit sich herum.Bild 17 von 47 Er beinhaltet fünf Zellen für Gefangene. Die etwas größere hinter der Fahrerkabine ...Bild 18 von 47 ... und vier kleinere im hinteren Teil des Aufbaus.Bild 19 von 47 Ein Lada Niva WAS 2121. Er wurde wegen der höheren Geschwindigkeit ausschließlich auf den Transit-Autobahnen gefahren.Bild 20 von 47 Die Ladas gab es natürlich auch bei der russischen Armee. Dieses Fahrzeug war für die Militärpolizei der Roten Armee im Einsatz.Bild 21 von 47 Dieser Wartburg und der Barkas wurden nach der Wende umlackiert und waren noch für die gesamtdeutsche Polizei auf Streife.Bild 22 von 47 Einer der beiden Feuerwehrzüge im Blaulichtmuseum Beuster ist ein S 4000-Löschzug. Das Drehleiterfahrzeug nennt sich DL 25.Bild 23 von 47 Mit den Hebeln auf der rechten Seite wurde die Leiter bedient. Die Rundinstrumente links zeigen Höhe und Winkel der Leiter an. Das Besteigen war nur bis zu einer bestimmten Höhe und Winkel erlaubt. Maximal erreichte die Leiter eine Arbeitshöhe von 25 Metern.Bild 24 von 47 Dazu gehört auch das Schlauchtransportfahrzeug SKW 14. 1400 Meter Schlauch wurden mit dem Lkw zum Einsatzort gebracht.Bild 25 von 47 Da es damals noch keine Funkgeräte bei der Feuerwehr gab, wurden Kabel verlegt, um die Kommunikation zu gewährleisten. Bis zu 1500 Meter konnten mit dem Feldtelefon überbrückt werden.Bild 26 von 47 Die ausfahrbare Pumpe schaffte 1600 Liter pro Minute.Bild 27 von 47 Bis kurz zur Wendezeit fuhren die Fahrzeuge des Löschzuges S 4000 für die Feuerwehr Tangerhütte Einsätze.Bild 28 von 47 Der Barkas B 100 KK gehörte zu den ersten eigenen Fahrzeugen des Deutschen Roten Kreuzes der DDR. Er diente vornehmlich zum Krankentransport, war mit zwei Krankenpflegern besetzt und nur mit den nötigsten medizinischen Instrumenten ausgestattet.Bild 29 von 47 Das erste echte Rettungsfahrzeug war der SMH 2. SMH steht für Schnelle Medizinische Hilfe. Das Fahrzeug aus der VEB Ilmenau hatte alles an Bord, um dem Arzt die Behandlung lebensgefährlich verletzter Patienten zu ermöglichen.Bild 30 von 47 Die Ausstattung wurde ständig weiterentwickelt.Bild 31 von 47 Der SMH 3 fand sich nur in größeren Leitstellen und war die letzte Entwicklungsstufe der SMH-Rettungsfahrzeuge.Bild 32 von 47 Das Exemplar in Beuster ist vollständig ausgerüstet und technisch einsatzfähig.Bild 33 von 47 Sogar ein Defibrilator gehörte zur Ausstattung der letzten SMH-Fahrzeuge. Medizinisch auf dem aktuellsten Stand der Zeit, wie der Sammler und studierte Biologe Ralf von Hagen bestätigt.Bild 34 von 47 Der Wartburg 353 MED ergänzte die Rettungsfahrzeuge und wurde vornehmlich auf langen Strecken eingesetzt. Damit sollte der Notarzt schneller vor Ort gebracht werden.Bild 35 von 47 Nur in Berlin und auch dort höchst selten gab es noch den Volvo 240 DL. Er ist Baujahr 1979 und fuhr nach der Wende bis zum Jahr 2000 für den Katastrophenschutz des DRK.Bild 36 von 47 Dieser Volvo war hohen Regierungsbeamten vorbehalten.Bild 37 von 47 Die Autos mit dem Sechszylinder-Motor aus Schweden waren Raritäten unter den Regierungsfahrzeugen.Bild 38 von 47 Vieles deutet darauf hin, dass dieser Volvo eines der Dienstfahrzeuge von Erich Mielke war.Bild 39 von 47 Er kam nach der Wende in den Besitz des Bundeskriminalamtes und wurde dort für einige Zeit eingesetzt. Dann wurde das Auto 1992 verkauft.Bild 40 von 47 Der Tschaika hat noch den Gründervater der DDR, Walter Ulbricht, erlebt.Bild 41 von 47 Das aus der Sowjetunion stammende Auto hat einen 5,6-Liter-Motor und leistet beachtliche 195 PS.Bild 42 von 47 Die beiden Regierungsfahrzeuge sind wahre Raritäten und haben reichlich Geschichte auf den Reifen.Bild 43 von 47 Sie sind die Perlen des Museums, aber keineswegs die einzigen sehenswerten Fahrzeuge.Bild 44 von 47 Der Tschaika ist als Oldtimer angemeldet und dient im Sommer der gelegentlichen Ausfahrt.Bild 45 von 47 Ein Besuch im Blaulichtmuseum ist einen Ausflug wert, nicht nur für Zeitgenossen, die diese Fahrzeuge noch im Einsatz gesehen haben - eine Zeitreise in die Geschichte der DDR. Angeschlossen an das Museum ist auch noch ein vollständig eingerichteter Konsum-Markt.Bild 46 von 47 Allerdings reicht das Gelände kaum mehr aus, um alle historischen Fahrzeuge angemessen zu präsentieren. Ralf von Hagen würde sich mehr Unterstützung von Land und Gemeinde erhoffen. (Bild und Text: Markus Mechnich)Bild 47 von 47
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