Tom Waits rumpelt sich durch seine Konzerte, er krächzt ins Mikrofon und erzählt unglaubliche Geschichten von den Verlierern und Underdogs der amerikanischen Gesellschaft, von Gewalt, Suff und Depression.Bild 1 von 18 | Foto: ASSOCIATED PRESSDabei könnte auch er als Penner durchgehen: schlecht rasiert, abgetragenes Jackett, einen zerbeulten Hut tief ins Gesicht gezogen.Bild 2 von 18 | Foto: ASSOCIATED PRESSDer US-amerikanische Kultsänger pflegt immer noch das Image des schrägen Außenseiters, auch wenn er längst zu den herausragenden innovativen Köpfen der modernen Musikgeschichte zählt.Bild 3 von 18 | Foto: ASSOCIATED PRESSAm 7. Dezember 2009 wird der publikumsscheue Star 60 Jahre alt und will so wenig Aufheben um seine Person machen wie nur möglich. "Die Öffentlichkeit ist ein wildes Tier. Es ist besser, sie nicht allzu gut zu füttern" - an dieses Motto hält er sich nach wie vor.Bild 4 von 18 | Foto: REUTERSVon der Debüt-Platte "Closing Time" (1973) bis zu seinem kürzlich erschienenen Live-Album "Glitter and Doom" mit Konzert-Mitschnitten seiner Europatournee 2008 fasziniert Waits die Fans seit fast vier Jahrzehnten mit abgründigen, düsteren Songs.Bild 5 von 18 | Foto: ASSOCIATED PRESSTrotz aller stilistischer Wandlungen und Experimente ist vor allem seine Stimme unverwechselbar geblieben, ein tiefes, raues und krächziges Organ.Bild 6 von 18 | Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb"Die Stimme klingt, als habe sie für ein paar Monate in einem Whiskey-Fass gelegen, sei dann geräuchert und zuletzt von einem Auto überfahren worden", findet US-Musikkritiker Daniel Durchholz.Bild 7 von 18 | Foto: REUTERS1949 als Sohn eines später geschiedenen Lehrer-Ehepaars in Kalifornien geboren, verdingt sich Waits nach der Schule zunächst in San Diego als Pizza-Bäcker, Geschirrspüler und Türsteher.Bild 8 von 18 | Foto: REUTERSAus den aufgeschnappten Dialogen der Gäste entstehen die ersten eigenen Songs, in den Clubs der Stadt bringt er sich selbst das Klavierspielen bei.Bild 9 von 18 | Foto: ASSOCIATED PRESSAls langjähriger Gast des legendären Tropicana-Motels, einer heruntergekommenen Künstlerabsteige in Los Angeles, wird der Querkopf in den 70er Jahren zum Geheimtipp der Szene.Bild 10 von 18 | Foto: ASSOCIATED PRESSBeeinflusst von Autoren der sogenannten Beat-Generation wie Allen Ginsberg und Charles Bukowski entwickelt er sein Image als kettenrauchender, melancholischer Robin Hood der Outlaws. "Ich habe kein Problem mit dem Alkohol, außer wenn ich keinen Drink bekomme", singt er.Bild 11 von 18 | Foto: ASSOCIATED PRESSNach mehreren Alben, die vor allem vom Blues und Jazz geprägt sind, kommt 1983 mit "Swordfishtrombones" der internationale Durchbruch. Erstmals experimentiert Waits mit lauten Geräuschen und ungewöhnlichen Instrumenten.Bild 12 von 18 | Foto: ASSOCIATED PRESSSeither sind mehr als zehn Alben erschienen, die stets auf positive Kritik stoßen - dabei aber in Europa immer mehr Erfolg haben als in Waits' US-Heimat. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhält er für "Bone Machine" (1992) und "Mule Variations" (1999) je einen Grammy.Bild 13 von 18 | Foto: REUTERSDaneben macht Waits eine zweite Karriere als Schauspieler und Komponist von Filmmusik. Zu seinen Glanzleistungen gehört der arbeitslose Discjockey und Häftling Zack in Jim Jarmuschs Kultfilm "Down by Law" (1986), für den er auch Musiktitel beisteuert. Der Soundtrack zu Francis Ford Coppolas Kinomusical "Einer mit Herz" (1982) wird gar mit einer Oscar-Nominierung geehrt.Bild 14 von 18 | Foto: ASSOCIATED PRESSBei den Arbeiten zu diesem Film lernt Waits auch seine spätere Frau Kathleen Brennan kennen, eine Regieassistentin Coppolas. Für sie gibt er das Trinken auf. Das Paar bekommt drei Kinder und arbeitet auch beruflich eng zusammen.Bild 15 von 18 | Foto: ASSOCIATED PRESSEin verspätetes Geburtstagsgeschenk bekommt der Musiker in Deutschland: Das Hamburger Thalia Theater, das 1990 seine Freischütz-Persiflage "The Black Rider" (im Bild eine Probe des Stücks 1998 in Bad Hersfeld) mit großem Erfolg uraufführt, ...Bild 16 von 18 | Foto: picture-alliance / dpa... will im Januar eine Neuinszenierung des Rockmusicals "Woyzeck" aus dem Jahr 2000 vorstellen, das u.a. auch in Kopenhagen bereits aufgeführt wurde.Bild 17 von 18 | Foto: picture-alliance / dpa"Es geht um Wahnsinn und Kinder, Besessenheit und Mord", schreibt Waits auf seiner Internetseite, "all die Dinge, um die wir uns Sorgen machen - heute so sehr wie damals." (Text: mli/dpa)Bild 18 von 18 | Foto: picture-alliance / dpa