Vor allem in den Anfangsjahren ist der Umgang mit den nuklearen Testsprengungen nur allzu sorglos - eine Tänzerin vor einem Atompilz.Bild 1 von 93 1960 folgen die Franzosen. Ihre ersten Versuche unternehmen sie in der Sahara-Wüste Algeriens. Später finden die Tests auf den französisch-polynesischen Inseln im Südpazifik statt (Foto vom ersten Atomtest auf dem Fangataufa-Atoll 1968), ...Bild 2 von 93 ... darunter das Mururoa-Atoll, von dem später noch zu reden sein wird. Der auf dem Foto zu sehende Versuch ist einer von nahezu 200, die Frankreich insgesamt vorgenommen hat.Bild 3 von 93 1964 schließlich komplettiert China das Quintett der "alten" Atommächte, die heute auch die Vetomächte im Weltsicherheitsrat stellen. Das chinesische Testgelände, auf dem insgesamt 45 nukleare Explosionen herbeigeführt wurden, befindet sich in Lop Nor im Westen der Volksrepublik.Bild 4 von 93 Doch nur zehn Jahre später gibt es noch einen sechsten Staat, der über "die Bombe" verfügt: Indien.Bild 5 von 93 Der Test findet in Pokaran in der Rajasthan Wüste statt. Das Bild zeigt die damalige indische Premierministerin Indira Gandhi beim Besuch des Areals.Bild 6 von 93 Ihre Regierung argumentiert, der Versuch habe "friedlichen" Zwecken gedient. Dennoch liefert der Atommachtsstatus Indiens, den das Land mit erneuten Tests 1998 noch einmal zementiert, Pakistan die Motivation, ebenfalls Nuklearwaffen anzustreben.Bild 7 von 93 Im Mai 1998 - nur knapp zwei Wochen nach den erneuten indischen Atomversuchen - ist es soweit: Hunderte Menschen ziehen jubelnd durch Karachi.Bild 8 von 93 Was sie feiern, ist die erste und bisher einzige erfolgreiche Zündung von zwei Atombomben in der Region Chagai im Südwesten Pakistans.Bild 9 von 93 Damit ist das Land auch die siebte und vorerst letzte offizielle Atommacht (im Bild: das pakistanische Institut für Nuklearwissenschaft und -technologie in Islamabad). Dass auch Israel über Nuklearwaffen verfügt, ist jedoch ein seit Jahren offenes Geheimnis.Bild 10 von 93 Die dritte Atommacht ist seit 1952 Großbritannien. Bis 1991 führen die Briten etwa 45 Nukleartests durch. Der erste erfolgt im australischen Maralinga.Bild 11 von 93 Bei dieser Explosion in Semipalatinsk am 29. Juli 2000 handelt es sich indes nicht um eine Atombombe. 100 Tonnen TNT bringen die letzten unterirdischen Tunnel auf dem Areal zum Einsturz und beenden die Ära der sowjetischen Atomtests hier endgültig.Bild 12 von 93 Bis 1990 bringen die Sowjets mehr als 700 Atombomben zur Explosion. Die dabei insgesamt freigesetzte Explosivkraft liegt noch über der der US-Tests.Bild 13 von 93 Manche der Tests finden in Sichtweite des Spielerparadieses Las Vegas statt. Tausende Soldaten befinden sich auch bei überirdisch durchgeführten Tests in nur wenigen Kilometern Entfernung.Bild 14 von 93 In diesem Bild säubern sich Soldaten, die eine Explosion beobachtet haben, mit Besen vom Staub.Bild 15 von 93 Die Militärführung spielt die Gefahren durch die atomare Strahlung herunter.Bild 16 von 93 Schließlich sollen auch Dinge wie die Folgen des Atomblitzes für die Augen oder die Wirksamkeit von Schutzanzügen untersucht werden.Bild 17 von 93 Nach Berechnungen der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) starben in Folge der Atomtests weltweit bis zum Jahr 2000 mindestens 430.000 Menschen an Krebs.Bild 18 von 93 Die Annahmen der US-Regierung fallen naturgemäß niedriger aus. Aber immerhin rechnet auch sie damit, dass allein in der Umgebung des Testgeländes in Nevada auf Grund der Versuche 15.000 Menschen an Krebs starben und 20.000 weitere erkrankten.Bild 19 von 93 Mit insgesamt mehr als 1.000 Explosionen haben die USA so viele Atomtests durchgeführt wie kein anderes Land auf dieser Erde. Doch die Vereinigten Staaten sind nicht allein.Bild 20 von 93 Ein Grund, weshalb die von den USA vorgenommenen Versuche in dieser Bilderserie überproportional vertreten sind, ist auch, dass das Land am offensten mit dem Thema umgeht. Bilder von den von anderen Staaten durchgeführten Tests indes sind kaum frei verfügbar.Bild 21 von 93 Tatsächlich steigt die Sowjetunion schon im August 1949 zur zweiten Atommacht neben den USA auf. Ihre erste Nuklearbombe zündet sie auf dem Testgelände Semipalatinsk im heutigen Kasachstan.Bild 22 von 93 Am ersten Jahrestag des geglückten Tests finden sich in Islamabad Gläubige zu Dankesgebeten zusammen. Während in Ländern wie Pakistan ...Bild 23 von 93 ... oder Indien (im Bild: Proteste gegen von den USA verhängte Sanktionen nach den Atomtests 1998 in Neu-Delhi) der "Mutter aller Bomben" gehuldigt wird ...Bild 24 von 93 Alle Tests erfolgen unterirdisch.Bild 25 von 93 Auch China nimmt bis 1996 noch Versuche vor - und erntet dafür internationale Kritik.Bild 26 von 93 Im September 1996 stimmt die UN-Vollversammlung für einen Vertrag über einen weltweiten Atomteststopp. Nur drei Länder (Indien, Libyen und Buthan) votieren dagegen, fünf enthalten sich.Bild 27 von 93 Auch der damalige US-Präsident Clinton unterzeichnet den Vertrag. Der amerikanische Senat lehnt die Ratifizierung jedoch ab - bis heute. Da insgesamt zehn Staaten - darunter auch die De-facto-Atommächte China, Indien, Israel und Pakistan - sich ebenfalls weigern, ist das Abkommen nach wie vor nicht in Kraft.Bild 28 von 93 Dennoch: Das Moratorium hatte bislang gehalten, auch wenn Atomversuche in den vergangenen Jahren noch immer stattfanden - als Simulation im Computer (im Bild: Das Rechenzentrum der französischen Armee südlich von Paris).Bild 29 von 93 Mit dem Test in Nordkorea, den nicht nur Messungen in Japan bestätigten, ist eine neue Situation eingekehrt.Bild 30 von 93 Auch wenn die Demonstranten in Südkorea es nicht wahrhaben wollen - möglicherweise steht Asien vor einem nuklearen Wettrüsten.Bild 31 von 93 Und nicht nur das: Auch der Iran könnte nach Ansicht vieler Beobachter bald über Möglichkeiten zum Bau von Atombomben verfügen (im Bild: iranische Atomanlage in Buschehr).Bild 32 von 93 Die Krater in der Wüste von Nevada könnten nicht die letzten sein, die durch Atombomben gerissen wurden.Bild 33 von 93 ... als auch auf dem Fangataufa-Atoll durchgeführt.Bild 34 von 93 Die Versuche werden sowohl auf dem Mururoa- ...Bild 35 von 93 Am 5. September 1995 findet der erste in einer Reihe von sechs französischen Atomtests statt.Bild 36 von 93 ... hat sich vor allem in westlichen Staaten längst breiter Protest gegen die Versuche mit der Massenvernichtungswaffe formiert.Bild 37 von 93 Tatsächlich hat der Widerstand gegen die atomaren Muskelspiele eine lange Tradition, wenngleich sich dieser nicht immer gegen die eigenen Regierungen richtete.Bild 38 von 93 Diese Demonstranten in den USA machen sich im September 1961 eher um sowjetische Atombombentests Sorgen als um die der eigenen Regierung.Bild 39 von 93 Doch als Greenpeace im Juni 1998 mit diesem Heißluftballon vor dem Taj Mahal in Indien auftaucht, ...Bild 40 von 93 ... hat der Westen bereits eine breite Protestwelle gegen die Fortdauer der Atomtests hinter sich.Bild 41 von 93 Der Grund: Während sich die Nachfolgestaaten der Sowjetunion (Teststopp 1990), Großbritannien (1991) und die USA (1992) einem Versuchsmoratorium anschlossen, kündigt Frankreichs frisch gekürter Präsident Chirac 1995 neue Atomtests an.Bild 42 von 93 "Fuck Chirac" wird zu einem geflügelten Begriff, in Frankreich ...Bild 43 von 93 ... wie im Südpazifik.Bild 44 von 93 Doch der Protest, dem sich sogar die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft anschließt, ist vergebens.Bild 45 von 93 Es ist eine Geschichte, die noch lange nicht beendet scheint.Bild 46 von 93 In den ausgetrockneten Seen "Frenchman Flat" und "Yucca Flat" hinterlassen die Explosionen tiefe Krater.Bild 47 von 93 Es ist eine Geschichte, von der man hoffte, dass sie überwunden sei.Bild 48 von 93 Als Oppenheimer (l.) den Ort der Explosion wenig später besucht, ist von dem Stahlgerüst, an dem die Bombe hing, so gut wie nichts mehr übrig. Stattdessen ist hier nun ein drei Meter tiefer und mehr als 300 Meter breiter Krater. Das Bild stammt vom 9. September 1945.Bild 49 von 93 Zu diesem Zeitpunkt hat die Welt bereits zwei weitere Atombombenexplosionen erlebt. Diesmal jedoch nicht auf einem Testgelände, sondern über bewohntem Gebiet. Die Bombe "Little Boy" (Kleiner Junge) ...Bild 50 von 93 ... explodiert am 6. August 1945 um 8.16 Uhr Ortszeit über der japanischen Stadt Hiroshima.Bild 51 von 93 Abgeworfen wird sie vom US-Bomber "Enola Gay". Die Crew posiert einen Tag vor dem Abwurf vor ihrer Maschine vom Typ B-29.Bild 52 von 93 Die Auswirkungen des Atombombeneinsatzes sind verheerend. Zehntausende Menschen kommen unmittelbar ums Leben.Bild 53 von 93 Zudem fordern die nukleare Verseuchung, ...Bild 54 von 93 ... Verbrennungen und Verletzungen in der Folgezeit viele weitere Opfer.Bild 55 von 93 Nur drei Tage später wird die dritte Atombombe gezündet. Nicht minder zynisch als "Little Boy" wird sie von den US-Militärs "Fat Man" (Fetter Mann) genannt.Bild 56 von 93 Ihr Ziel ist die japanische Hafenstadt Nagasaki. Der Abwurf erfolgt am 9. August 1945 um 11.02 Uhr Ortszeit.Bild 57 von 93 Selbst in fast 300 Kilometern Entfernung ist die Detonation noch zu sehen.Bild 58 von 93 Der charakteristische Atompilz aus Staub, Feuer und Asche türmt sich etwa zwölf Kilometer in den Himmel auf.Bild 59 von 93 Die Sprengkraft der Bombe entspricht der von rund 20.000 Tonnen TNT.Bild 60 von 93 Doch Nordkorea hat das Thema Nuklearwaffentests wieder auf die Agenda gesetzt - und damit die Angst vor dem atomaren Grauen.Bild 61 von 93 Die Menschheit scheint seit der ersten Atombombenexplosion ...Bild 62 von 93 ... und den wenig darauf folgenden Bombenabwürfen auf die japanischen Städte Hiroshima ...Bild 63 von 93 ... und Nagasaki nur wenig dazugelernt zu haben.Bild 64 von 93 Die Vorbereitungen auf den ersten Atomtest überhaupt finden hier, im Los Alamos National Laboratory im US-Staat New Mexico statt.Bild 65 von 93 Das seit 1942 von den USA betriebene Programm zur Entwicklung der Atombombe wird später unter dem Namen "Manhattan-Projekt" zusammengefasst.Bild 66 von 93 Die wissenschaftliche Leitung hat der Physiker Julius Robert Oppenheimer inne. Er wird später als "Vater der Atombombe" gelten.Bild 67 von 93 Am frühen Morgen des 16. Juli 1945 ist es soweit: Unter dem Codenamen "Trinity" (Dreifaltigkeit) wird im ebenfalls in New Mexico gelegenen Alamogordo die erste Atombombe gezündet. Befestigt wird sie ...Bild 68 von 93 ... an einem etwa 30 Meter hohen Stahlgerüst.Bild 69 von 93 Auch hier sterben zehntausende Menschen während und in Folge der Explosion. Die Gesamtzahl der Opfer durch die beiden Atombomben wird heute auf mehr als 240.000 geschätzt.Bild 70 von 93 Mit dem Nuklearwaffeneinsatz erzwingen die USA die Kapitulation Japans und das Ende des Zweiten Weltkriegs. Bis heute sind die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki die einzigen, die je auf besiedeltem Gebiet gezündet wurden.Bild 71 von 93 ... "Ivy Mike" indes ist die erste Wasserstoffbombe. Sie entwickelt ihre zerstörerische Wirkung nicht durch Kernspaltung, sondern durch Kernfusion.Bild 72 von 93 Die Sprengkraft von "Ivy Mike" ist etwa 500 mal stärker als die der Atombombe auf Nagasaki.Bild 73 von 93 Auch die Wasserstoffbombe hat einen "Vater": Edward Teller. Der Physiker war bereits in das "Manhattan-Projekt" während des Zweiten Weltkriegs involviert.Bild 74 von 93 Die Folgen der Kernwaffentests auf dem Eniwetok-Atoll werden nicht nur auf Grund der Strahlenbelastung noch jahrzehntelang wahrnehmbar sein. Diese Luftaufnahme stammt aus dem Jahr 1978. Die Lagune rechts im Bild wurde ebenso bei einem Atombombentest (1956) in die Inselgruppe gerissen ...Bild 75 von 93 ... wie diese beiden Krater (1956 und 1958).Bild 76 von 93 Auch in den sechziger Jahren finden noch Atombombentests der USA im Pazifik statt, auf der heute zu Kiribati gehörenden Weihnachtsinsel ebenso ...Bild 77 von 93 ... wie auf dem noch immer unter US-Verwaltung stehenden Johnston-Atoll (Foto der zu dem Atoll gehörenden Johnston-Insel von 1998).Bild 78 von 93 Doch schon zu Beginn der fünfziger Jahre hatten die USA auch im Kernland zu Hause die Atomversuche wieder aufgenommen.Bild 79 von 93 Zum Haupt-Testgelände wird nun die Wüste im US-Bundesstaat Nevada.Bild 80 von 93 Das Eniwetok-Atoll ist 1952 auch Austragungsort der Operation "Ivy". Sie umfasst zwei Explosionen: Bei "Ivy King" handelt es sich um eine konventionelle Atombombe mit ungeheurer Schlagkraft, ...Bild 81 von 93 Bei diversen Testreihen werden hier insgesamt mehr als 40 atomare Sprengkörper gezündet - ob unter Wasser, unter oder über der Erde.Bild 82 von 93 ... wird dabei das Eniwetok-Atoll von Nuklearbomben erschüttert.Bild 83 von 93 Doch das nukleare Wettrüsten - und damit die Geschichte der Atomtests - hat gerade erst begonnen. Unter dem Namen "Crossroads" setzen die USA im Sommer 1946 ihre Versuche fort.Bild 84 von 93 Diesmal jedoch nicht in einer heimischen Wüste, sondern weit entfernt im Südpazifik - auf dem zu den Marshall-Inseln gehörenden Bikini-Atoll.Bild 85 von 93 Das zuvor unter japanischer Verwaltung stehende Atoll hatten die USA im Krieg erobert. Die 167 Ureinwohner werden nach dem Beschluss, die Inselgruppe zu Atomtestzwecken zu verwenden, evakuiert.Bild 86 von 93 Ihre neue Heimat und die ihrer Nachfahren ist die Insel Kili - und das bis heute. Zwar ist das bei Tauchern beliebte Bikini-Atoll inzwischen kein Sperrgebiet mehr - eine dauerhafte Besiedlung kommt aber frühestens wieder ab 2010 in Frage.Bild 87 von 93 Der Bikini hat seinen Namen übrigens im Zusammenhang mit den Atomversuchen erhalten. Als der Zweiteiler 1946 seinen Siegeszug antrat, waren die amerikanischen Bombentests auf dem Atoll gerade in aller Munde und inspirierten so Bikini-Erfinder Louis Rard.Bild 88 von 93 Das Unternehmen "Crossroads" umfasst zwei Durchläufe.Bild 89 von 93 Beim ersten wird eine frei fallende Bombe in einer Höhe von 160 Metern gezündet.Bild 90 von 93 Beim zweiten findet die Explosion 60 Meter unter der Wasseroberfläche statt.Bild 91 von 93 Die Marshall-Inseln bleiben bis Ende der 50er Jahre ein beliebtes Experimentier- und Beobachtungsfeld der USA. Noch häufiger als das Bikini-Atoll ...Bild 92 von 93 Bis 1992 werden hier mehr als 900 Atombomben gezündet.Bild 93 von 93