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Das Tief "Kyrill" brachte einen der schwersten Stürme der letzten Jahre nach Deutschland und Europa. Der Sturm zog schneller vorüber, als Meteorologen ursprünglich erwartet hatten. Orkanböen mit bis zu 200 km/h kosteten mindestens zehn Menschen in Deutschland das Leben.
An der Küste und auf den Inseln war eine schwere Sturmflut befürchtet worden, ...
... diese war jedoch weit schwächer als vorhergesagt. Die Sturmflut auf der Nordseeinsel Sylt entwickelte sich weniger schlimm als befürchtet. Orkanwinde und Flutwellen erreichten die Insel zeitversetzt. Die Dünen der Insel hielten "Kyrill" stand. Es gab keine weiteren Abbrüche, allerdings verlor die Insel erneut Sand.
Die vorhergesagte schwere Sturmflut in Hamburg blieb aus. Der Höhepunkt der Flut lag gegen Mitternacht bei knapp 1,5 Meter über dem normalen Hochwasser. Der Fischmarkt blieb trocken. Prognostiziert waren bis zu 3 Meter.
Für die Nordseeküste und die ostfriesischen Inseln ist die Orkannacht glimpflich verlaufen. Die Hochwasserwelle hatte weniger Schub als befürchtet. Dennoch gab es einige Dünenabbrüche.
Regenschirme waren meist nicht mehr zu gebrauchen ...
In Nordrhein-Westfalen richtete "Kyrill" schwere Schäden an..
Im Römisch-Germanischen Museum Köln wurden drei große Fenster von einer abgerissenen Brunnenabdeckung zerschlagen. Die Scherben fielen auf das Prunkstück des Museums, das römische Dionysos-Mosaik aus dem 3. Jahrhundert nach Christus.
Erstmals musste die Bahn in ganz Deutschland den Zugverkehr praktisch vollständig einstellen. Viele Reisende ...
... saßen auf den Bahnhöfen fest.
Auch im Flugverkehr gab es massive Behinderungen, viele Flüge mussten gestrichen werden
Gestrandete Reisende wurden von der Bahn mit Taxi-Gutscheinen und Schlafplätzen versorgt.
Im Kölner Hauptbahnhof wurde eine Notunterkunft eingerichtet.
Der womöglich spektakulärste Unfall ereignete sich am erst vor wenigen Monaten eröffneten Hauptbahnhof in Berlin.
Ein Stahlelement hatte sich aus der Glasfassade gelöst...
... beschädigte weitere Träger an der gläsernen Außenhaut des Prestige-Baus...
... und krachte schließlich auf eine Treppe vor dem Gebäude.
Da sich zum Zeitpunkt des Unfalls keine Menschen auf der Treppe befanden, wurde niemand verletzt.
Der Bahnhof wurde evakuiert und von der Polizei abgesperrt.
Der Berliner Hauptbahnhof gilt als Vorzeigeprojekt der Deutschen Bahn und einer der größten Bahnhöfre Europas. Immer wieder gab es Streit um das eigenmächtig Dach und die in den unteren Ebenen eingezogenen Flachdecken.
Fahrten mit dem Auto waren mitunter lebensgefährlich. In Hildesheim starb ein Mann in seinem Auto, die beiden Mitfahrer überlebten verletzt.
Dieses Auto in Dortmund war zum Glück unbesetzt, als ein Baum darauf stürzte. Große Gefahr bedeutete der Sturm auch für ...
... Lkw-Fahrer. Dieses Fahrzeug kippte auf einer Autobahn in Thüringen um.
Überall in Deutschland gab es Schäden und Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume, wie an diesem Kreisverkehr in Köln ...
... oder diesem Tunnel in der Dortmunder Innenstadt. Aber auch ...
... Laternen knickten in manchen Städten um wie Streichhölzer. Nicht nur der Verkehr auf den Straßen war betroffen, ...
... vor allem im Bahnverkehr gab es massive Probleme. In Hamburg stieß eine U-Bahn mit einem auf den Gleisen liegenden Baum zusammen.
Beim Einsturz einer Giebelwand dieser Gaststätte in Groß Rodensleben (Sachsen-Anhalt) kam ein Mensch ums Leben ...
... an einem Krankenhaus in Hannover wurde ein Baugerüst teilweise zerstört.
Nach dem Orkan "Kyrill" haben Forstverwaltungen bundesweit vor Spaziergängen im Wald gewarnt. Dort bestehe Lebensgefahr, weil weitere Bäume umstürzen und Äste herabfallen könnten. In Nordrhein-Westfalen ordnete die Forstverwaltung ein Betretungsverbot für die Wälder an.
Rund 120000 Menschen waren wegen des Orkantiefs "Kyrill" im Nordosten zeitweise ohne Strom.
Hauptursache waren ...
... nach Angaben der Energieversorger zufolge zum Großteil von umstürzenden Bäumen oder herabfallenden Ästen zerrissene Stromleitungen.
In Magdeburg gingen die Lichter aus. (Text: Stefan Kesselhut)
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