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Die härteste Rallye der Welt: Dakar, Dakar wie jedes Jahr

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Am Strand von Lima, der Hauptstadt von Peru, ist am 6. Januar 2013 die 34. Rallye Dakar gestartet. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Am Strand von Lima, der Hauptstadt von Peru, ist am 6. Januar 2013 die 34. Rallye Dakar gestartet.

Am Strand von Lima, der Hauptstadt von Peru, ist am 6. Januar 2013 die 34. Rallye Dakar gestartet.

96 Motorradfahrer und ...

... 40 Quads gingen als erste auf die Etappe über 250 Kilometer nach Pisco.

Es folgten 161 Autos ...

... und 75 Trucks, deren Fahrer ...

... nach 8500 Kilometern am 19. Januar das Ziel in Santiago de Chile erreichen wollen.

Über Sinn und Unsinn dieser Rallye ist schon viel gestritten worden. Durch die relativ hohe Zahl von Todesfällen bei Rennfahrern, ...

... Zuschauern und im Organisationsteam geriet das Rennen immer wieder in die Schlagzeilen, ...

... entwickelte sich aber trotzdem (oder gerade deshalb) zu einem der bekanntesten und spektakulärsten Sportereignisse weltweit.

Die Kritiker der Dakar sind auch der Auffassung, dass die Rallye eine ökologische Aggression und ...

... eine Verachtung der teils elenden Zustände in den Ländern darstelle, durch die die Piloten ihre Fahrzeuge jagen.

Dieser Protest findet auch in dem Song "500 connards sur la ligne de départ" ("500 Vollidioten auf der Startlinie") des französischen Chansonniers Renaud seinen Ausdruck.

Einen kritischen Blick auf die Rallye wirft auch der Regisseur und Kameramann Nikolaus Geyrhalter in seinem 2008 fertiggestellten Dokumentarfilm "7915 KM".

Er zeigt entlang der Rallyestrecke afrikanische Orte in ihrer Vielschichtigkeit und thematisiert zugleich wirtschaftliche und politische Verhältnisse.

Aus Afrika hat sich das Rennen seit Langem verabschiedet. In der 34. Auflage der Dakar jagen die Piloten durch Peru, Argentinien und Chile.

Und wie dem auch sei: Eine Herausforderung an Menschen und Material ist die Dakar allemal. Wenngleich die Dominatoren seit Jahren dieselben sind.

Der Franzose Stéphane Peterhansel gewann in den Jahren 1991, 1992, 1993, 1995, 1997 und 1998 mit Yamaha in der Motorradwertung.

2004, 2005 und 2007 konnte er die Automobilwertung mit Mitsubishi gewinnen.

Bei der Rallye Dakar 2012 feierte Peterhansel in einem MINI All4 Racing seinen 10. Sieg. Und auch 2013 steht der Franzose nach der ersten Etappe bereits auf dem Treppchen.

Ein weiterer Dauerbrenner der Dakar ist der Spanier Carlos Sainz. Der inzwischen 50-Jährige ist seit 1980 Rallyefahrer.

2006 und 2007 bestritt Sainz unter anderem die Rallye Dakar für das VW-Werksteam auf einem VW Race Touareg. 2007 konnte er fünf Etappensiege feiern. 2010 bestritt Sainz erneut die Rallye Dakar für das VW-Werksteam auf einem weiterentwickelten VW Race Touareg 2 und konnte im Dreifachtriumph des Teams den Sieg feiern.

2011 wurde er nach einem Vorderachsenschaden, das Resultat einer Kollision mit einem Felsbrocken, immerhin noch Dritter.

In der Motorradwertung gilt der Franzose Cyril Despres als Favorit. Despres nahm 2000 an seiner ersten Rallye Dakar teil. Im Jahr 2005 siegte er erstmals in der Gesamtwertung.

Der größte Konkurrent für den Franzosen, der Spanier Marc Coma, der 2006, 2009 und 2011 auf einer KTM die Rallye Dakar gewann, ist in diesem Jahr nicht dabei. Er hatte sich bei der Marokko-Rallye im Oktober verletzt.

Und so ist es auch bei der 34. Dakar "the same procedure as every year": Peterhansel und Sainz kämpfen bei den Autos um die Spitzenplätze und ...

... bei den Motorrädern gibt es hinter Coma und Despress erst Mal eine Weile nicht all zu viel. Doch egal, wer hier gewinnt, ...

... die Dakar zieht viele in ihren Bann. Was den primären Reiz ausmacht, ist das Abenteuer, der Ritt durch unwegsames Gelände.

Allein auf sich gestellt oder ...

... im Team, die Maschine und die Natur beherrschend.

Manchmal kommt es allerdings anders, und die Natur beherrscht die Maschine und im Zweifel ...

... auch den Menschen. Doch wer es sich leisten kann, der nimmt die Herausforderung der Dakar an.

Doch die hat ihren Preis. Bei einer Privatteilnahme mit dem Motorrad ist insgesamt mit Kosten von mindestens 40.000 Euro zu rechnen. Abgesehen von Startgeld, Visa und Lizenzgebühren, ...

... muss darüber hinaus die Frage der Ersatzteilversorgung und der Wartung beziehungsweise Reparatur des Fahrzeugs geklärt werden.

Insofern verwundert es nicht, dass vor allem Prominente oder ehemalige Sportler den Kick bei der Rallye suchen - und sich den auch leisten können.

1982 macht Mark Thatcher, Sohn der damaligen englischen Premierministerin, Schlagzeilen, indem er ganze drei Tage verschollen bleibt.

Als "einmalige Erfahrung" und "ganz schönes Abenteuer" bezeichnet der sportbegeisterte monegassische Thronfolger Prinz Albert seine beiden Teilnahmen an der schwierigen Wüstenrallye.

Auch Sänger Johnny Halliday und Schauspieler Claude Brasseur gehören zu denen, die sagen können: "Wir waren dabei!"

Einer der prominentesten Teilnehmer in diesem Jahr ist der ehemalige Skispringer Adam Malysz. Fernab des europäischen Winters und seiner Schanzen geht er seiner neuen Leidenschaft nach.

Der Pole nimmt zum zweiten Mal an der Rallye Dakar in Südamerika teil.

Noch immer hat der schmächtige Malysz nichts von seinem Ehrgeiz verloren, der ihn einst zu einem der besten Skispringer der Geschichte werden ließ. Nachdem er bei seiner Dakar-Premiere im Vorjahr vor allem ins Ziel kommen wollte, ...

...hat Malysz 2013 bereits eine Top-20-Platzierung ausgerufen. "Sicher habe ich keine Chance, mit den Besten mitzuhalten. Aber wir fahren in einem viel besseren Auto, ich will immer gute Ergebnisse einfahren", sagte Malysz. "Der Erfolg fliegt dir nicht einfach zu. Es braucht Zeit, ich bin ein neuer Mann in diesem Sport."

Nach dem ersten Wochenende lag Malysz mit rund 40 Minuten Rückstand auf die Spitzenreiter auf Platz 23.

Und so ist die Faszination der Rallye Dakar nicht totzukriegen und die Karawane wird auch in diesem und in den kommenden Jahren immer weiterziehen.

Die Sicherheitsdiskussionen, die in anderen Motorsportdisziplinen nach tragischen Ereignissen geführt werden, ...

... halten sich eher in Grenzen. Es klingt absurd, ...

... aber zur Faszination Dakar gehört für viele offensichtlich auch die ständige Lebensgefahr.

"Was einen nicht umbringt, macht einen stärker", hatte der argentinische Motorradfahrer Jorge Martínez Boero einen Tag vor seinem Tod bei der Rallye Dakar am 1. Januar 2012 noch getwittert.

Doch viel Zeit zum Trauern bleibt bei der Dakar ohnehin nicht. Der sportliche Alltag ist schwer genug.

Außerdem weiß jeder, der sich für das Abenteuer Dakar entscheidet, ...

.. welche Risiken es in sich birgt.

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