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Freier Autohandel nach 64 Jahren wieder erlaubt: Das Ende der Kuba-Oldtimer naht

Von Holger Preiss

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Kurz nach der Revolution im Jahr 1959 verbot die kubanische Regierung den freien Import und Handel mit Neuwagen. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Kurz nach der Revolution im Jahr 1959 verbot die kubanische Regierung den freien Import und Handel mit Neuwagen.

Kurz nach der Revolution im Jahr 1959 verbot die kubanische Regierung den freien Import und Handel mit Neuwagen.

Jetzt, 64 Jahre später, hat der Ministerrat diese Entscheidung aufgehoben.

Zwar war es Privatpersonen bereits seit Oktober 2011 wieder gestattet, mit Fahrzeugen zu handeln, ...

... aber die Grundvoraussetzung dafür war, dass der Wagen vor 1959 gebaut sein musste.

Für den Erwerb von Neuwagen brauchten die Kubaner bis jetzt eine Sondergenehmigung.

Insofern sind es vor allem die US-Limousinen, ...

... die das kubanische Straßenbild prägen.

Unter ihnen sind echte Sahneschnittchen, wie zum Beispiel hier ein Ford Edsel Cabrio aus dem Jahre 1957. Lediglich 110.847 Autos wurden davon gebaut.

Genau dieser Umstand ist es, der viele Oldtimer-Fans immer wieder nach Kuba treibt.

Die Einheimischen haben diesen Trend erkannt und bieten, ...

... so lange es ihre alten Ami-Schlitten zulassen, ...

... Rundfahrten an. Wer das nicht mehr kann, ...

... muss umdenken und anders lenken, um Geld zu verdienen.

Beliebt sind auch Oldtimer-Rallyes auf Kuba.

Auch für solche Zwecke werden die Wagen gerne an betuchte Ausländer vermietet.

Selbst Ex-Formel-1-Fahrer David Coulthard ließ es sich nicht nehmen, bei derartigen Events, ...

... die rollende Geschichte auf der Karibikinsel unter die eigenen Füße zu nehmen.

Und die restlichen Kubaner, die solch ein Kleinod ihr Eigen nennen dürfen?

Die sorgen dafür, dass es läuft.

Egal, wo man in den Straßen Havannas langläuft, ...

... man findet nur wenige Autos am Straßenrand, ...

... bei denen nicht die Motorhaube geöffnet ist, ...

... die nicht aufgebockt sind und an denen ...

... nicht geschraubt und gebastelt wird.

Vor allem die Fahrzeuge sowjetischer Bauart, deren Erwerb vor 1990 über die Arbeitsstelle möglich war, ...

... bedürfen heute der anhaltenden Pflege und Wartung. Dabei zeigen sich die Kubaner extrem einfallsreich.

Gucken Sie sich dieses Foto mal ganz genau an! Das Benzin für den Moskwitsch 2138, ...

... gebaut von 1975 bis 1988, kommt aus einer Trinkflasche, die der Beifahrer hält.

Aber auch die in Lizenz in Polen gebauten Polski Fiat 126p schaffen es heute kaum noch allein über die Kreuzung.

Dennoch, wer einen solchen fahrbahren Untersatz ergatterte, der versuchte ihn aufzumotzen und am Leben zu erhalten.

Denn letztlich ist es wie überall, die Fahrzeuge dienen dem Transport und ...

... somit dem Gelderwerb. Dabei ist es auch egal, ob man den Ford Deluxe aus dem Jahr 1946 in einen echten Pritschenwagen verwandelt.

Der Wert solcher Fahrzeuge dürfte in den Augen von Liebhabern dieser Oldtimer im Keller sein.

Auch dieser 1957 Chevrolet Bel-Air dürfte mit seiner flammenden Lackierung nicht mehr den Höchstpreis erreichen.

Anders dürfte es bei diesem Buick Super Convertible Coupe Dynaflow aus dem Jahre 1950 sein, der sich hier mühelos durch die Wassermassen auf der Straße walzt.

Mit der Lockerung der Im- und Exportgesetze für Autos dürfte ein neuer Boom einsetzen. Jeder, der in Kuba erkennt, ...

... was er unter Umständen für ein Schätzchen besitzt, ...

... wird dafür sorgen, dass es läuft, ...

... um es dann meistbietend zu verkaufen.

Denn die Liebhaber werden Schlange stehen, ...

... um das eine oder andere Schnäppchen zu machen.

Aber Vorsicht! Bis jetzt regelt das Gesetz nur die Einfuhr und den Verkauf von Fahrzeugen innerhalb Kubas.

Wer also hier gewinnbringend einkaufen möchte, ...

... der sollte sich genau über die gesetzlichen Grundlagen informieren.

Zölle, Steuern etc., könnten ein vermeintliches Schnäppchen schnell wieder ...

... in ein wenig lukratives Groschengrab verwandeln.

Denn die Augen der Fans werden blitzen, wenn sie zum Beispiel einen Messerschmitt KR200 aus dem Jahr 1957 sehen.

Oder gar diesen Ford T von 1917.

Eigenbauten wie dieses Lada-Taxi, das in eine Langversion verwandelt wurde, dürfte wenig interessieren.

Anders könnte es schon wieder bei dieser BMW Isetta sein.

Das neue Gesetz will auch "das bürokratische System der Ausnahmegenehmigungen" abschaffen, ...

... das unter der kubanischen Bevölkerung ...

... zu immer mehr "Unzufriedenheit" geführt hatte.

Auch die Spekulationen mit den Ausnahmegenehmigungen ...

... zum Autokauf ...

... dürften damit Geschichte sein.

Doch noch etwas anderes wird wie bereits erwähnt in den nächsten Jahren in Kuba zur Geschichte: ...

... die seit Jahrzehnten das Straßenbild prägenden Ami-Schlitten.

Vor allem Havanna dürfte damit um ein Vielfaches "normaler" werden.

Auch diese kuriose Alltäglichkeit, ...

... die die Fahrzeuge aus den 1950er Jahren ...

... in das 21. Jahrhundert gebracht haben, ...

... wird es nicht mehr geben. Auch nicht die Art und Weise, ...

... wie man in Kuba mit diesem interessanten "Makel" lebte.

Sicher wird es für die Touristen weiter die einmaligen Küstenfahrten geben, ...

... die umso beeindruckender sind, wenn man sie in einem Chevrolet von 1956 macht, ...

... statt in einem Peugeot 807.

Doch peu a peu wird sich die "alte" Auto-Welt in Wohlgefallen auflösen.

Irgendwann werden nur noch Fotos an den morbiden Charme Kubas erinnern, ...

... den diese alten Straßenkreuzer so sehr mitgeprägt haben.

Für die Oldtimer auf Kuba geht jetzt langsam die Sonne unter und ...

... für die Freunde alter Autos verschwindet ihr Mekka.

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