Bilderserie

Eine Legende kehrt zurück: Renault reanimiert Alpine

Bild 1 von 28
Sportwagen mit Alpine-Signet genießen in Frankreich noch immer einen Ikonenstatus - vergleichbar mit dem Nimbus von Porsche in Deutschland oder Maserati in Italien. Die erste der flachen Flundern mit Polyesterhaut und Renault-Motoren ließ der Rennfahrer ... (Foto: Renault)

Sportwagen mit Alpine-Signet genießen in Frankreich noch immer einen Ikonenstatus - vergleichbar mit dem Nimbus von Porsche in Deutschland oder Maserati in Italien. Die erste der flachen Flundern mit Polyesterhaut und Renault-Motoren ließ der Rennfahrer ...

Sportwagen mit Alpine-Signet genießen in Frankreich noch immer einen Ikonenstatus - vergleichbar mit dem Nimbus von Porsche in Deutschland oder Maserati in Italien. Die erste der flachen Flundern mit Polyesterhaut und Renault-Motoren ließ der Rennfahrer ...

... und Renault-Händler Jean Rédélé im Jahr 1955 in Dieppe in Serie gehen - als Fortsetzung französischen Sportwagenbaus, wie ihn einst Bugatti zelebrierte. 40 Jahre später kam allerdings das vorläufige Aus für die mittlerweile von Renault übernommene exklusive Sportwagenschmiede.

Seitdem hoffen die Fans auf eine Renaissance der meist blau lackierten Rallye- und Rennsieger als Imageträger für Renault. Die Neustartampel für Alpine scheint jetzt endlich geschaltet.

Immerhin konnte Alpine bereits 1995 auf fast alles verweisen, was eine ruhmreiche, elitäre Sportwagenmarke ausmacht: Titeltriumphe in Le Mans (1978) und ...

... bei der Rallye-Weltmeisterschaft (1973), Erfolge bei Rundstreckenrennen, reinrassige Renntechnik in Straßensportwagen, ...

... schnelle Formen für die Reichen und Schönen von Croisette und Champs Elysées und sogar Einsätze als Abfangjäger der Autobahnpolizei. Viel Image, aber zu wenig Gewinn, lautete dennoch vor 15 Jahren die vorläufige Schlussbilanz für Renault.

Begonnen hatte die Alpine-Saga unter Jean Rédélé, der als leidenschaftlicher Konstrukteur leichter Renn- und Sportwagen den Spuren des jungen Ettore Bugatti folgte.

Als jüngster Renault-Händler im Nachkriegs-Frankreich sorgte der 24-jährige Rédélé für nationales Aufsehen - ebenso wie wenig später mit Siegen in Serie.

Inspirierender Höhepunkt der sportlichen Triumphe war für Rédélé aber der Erfolg beim Coupe des Alpes – ihm verdankt Alpine den Namen.

Parallel zu den Veränderungen im Renault-Programm erfolgte die Weiterentwicklung der Alpine: Auf die A106 als Coupé (1955) und Cabrio (1957) folgte ...

... die A108 (1957) mit Komponenten der Renault Dauphine, das 2+2-sitzige A108 Coupé mit eigenständig entwickeltem Zentralrohrrahmen (1959/60) und ...

... die ultimative Legende aus dem Alpine-Programm, die A110 (1962) mit Antriebstechnik aus der Heckmotorlimousine Renault 8. Daneben entstanden diverse weitere Karosserien und Versionen, etwa das zwischen 1963 und 1969 produzierte 2+2-sitzige Coupé GT 4.

Ab 1965 wurden alle Alpine über das Renault-Händlernetz vertrieben, ganz neue Absatzchancen vor allem für die A110, die nun auch mit einem von Amedée Gordini entwickeltem 1,3-Liter-81-kW/110-PS-Triebwerk lieferbar wurde.

Zur richtigen Großserie brachten es die A110 allerdings nie - insgesamt entstanden bis 1977 nicht mehr als 7500 Einheiten. Dafür wurde die Alpine A110 bereits zu Lebzeiten Legende – ähnlich wie es der Heckmotorikone Porsche 911 gelang.

Dies vermochte die futuristisch gezeichnete Nachfolgerin A310 nicht.

Als eher kantiger Keil mit breiter Sechs-Scheinwerfer-Front provozierte und schockierte die neue Alpine bei ihrer Präsentation vor fast 40 Jahren fast alle Fans der feminin-rundlichen A110.

Einen vergleichbaren Schock erlebte die Porsche-Fraktion vier Jahre später mit der Einführung des Transaxle- und Frontmotor-Modells 924. Ausgerechnet diese Porsche-Baureihe sollte später zur vielleicht härtesten Rivalen der Alpine avancieren, ...

... vor allem als die Französin ab 1977 mit großvolumigem150 PS leistendem 2,7-Liter-V6-Triebwerk lieferbar wurde.

Mit dem großem Motor, mehr Gewicht und mehr Luxus widersprach die V6-Alpine zwar der ursprünglichen Philosophie Rédélés, aber sie kam auf größere Stückzahlen.

Allerdings auch, weil die 1977 erfolgte Einstellung der bis zuletzt besser verkauften A110 die Markenfans zur Umstellung zwang.

Endgültig in das Segment der Luxussportler gelangten die Alpine mit der Einführung von V6 GT und V6 Turbo im Jahr 1985 und ...

... der finalen A610 von 1991. Verkaufszahlen in bislang nicht für möglich gehaltener Höhe wurden jetzt erreicht, ...

... den ganz großen Durchbruch zum ertragreichen Volumensportler schafften die Nobelrenner aus der Plastik-Produktion in Dieppe jedoch nie.

1972 wurde Alpine Bestandteil des Renault-Konzerns, aber auch die Stückzahlen des in Dieppe gefertigten Massenmodells Renault 5 Alpine und ...

... der elitäre Mittelmotor-Renner Renault 5 Turbo konnten das Ende 1995 nicht mehr verhindern.

Jetzt will Renault gemeinsam mit dem englischen Sportwagenbauer Caterham die Marke wiederbeleben. Die Studie des A 110-50, die Renault zuvor präsentierte hat es in sich.

Der im klassischen Blau lackierte Rennwagen mit flacher Karbon-Karosserie basiert auf dem Formel-Renault-Wettbewerbsfahrzeug Mégane Trophy und übernimmt dessen Gitterrohrrahmen sowie den 3,5-Liter-V6-Mittelmotor mit 400 PS.

Die Kraftübertragung besorgt ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe. Dank seines Gewichts von nur 880 Kilogramm dürften brachiale Fahrleistungen möglich sein.

weitere Bilderserien