Am 16. Oktober 1906 nahm der arbeitslose Schuster Wilhelm Voigt eine preußische Garde unter sein Kommando, besetzte das Rathaus von Köpenick (damals noch bei Berlin) und ließ den Bürgermeister und den Stadtkämmerer "arretieren".Bild 1 von 21 Der vorbestrafte Schuster hatte die Absicht, mit Hilfe einer ausgemusterten Uniform zu einem Pass zu kommen. Stattdessen bekam er jedoch nur die Stadtkasse mit einigen hundert Mark.Bild 2 von 21 "3.000 Mark Belohnung" setzte die Polizei für die Ergreifung Voigts aus. Im Steckbrief wurde er als hässlich, leicht nach vorn übergebeugt, das Gesicht gelblich und kränklich beschrieben.Bild 3 von 21 Als Hauptmann verkleidet muss Voigt jedoch recht schnittig und respekteinflößend gewirkt haben. Diese Bronzestatue steht zum Gedenken an ihn vor dem Köpenicker Rathaus.Bild 4 von 21 Steckbrief und Belohnung der Polizei hatten keinen Erfolg. Der 57-jährige Voigt stellte sich selbst einige Tage nach seinem dreisten Gaunerstück der Polizei und wurde zu vier Jahren Haft verurteilt.Bild 5 von 21 Seine Frechheit allerdings führte zu Aufruhr im ganzen Land, denn mit seinem Streich hatte Voigt mit einem Mal die Autoritätsgläubigkeit und Uniformseligkeit der preußischen Untertanen offenbart.Bild 6 von 21 Ganz Deutschland lachte über die Affäre. Auch die damalige Presse interessierte sich für Voigt und seinen dreisten Streich. Zahlreiche Bücher und Bühnenstücke folgten.Bild 7 von 21 Der Schriftsteller Carl Zuckmayer (1896-1977) brachte mit dem Theaterstück "Der Hauptmann von Köpenick" Voigts Geschichte 1930 mit großem Erfolg auf die Bühne.Bild 8 von 21 Bis heute ist die Geschichte mehrfach verfilmt, gespielt und aufgeschrieben worden.Bild 9 von 21 Unvergessen bleibt Heinz Rühmann als Hauptmann von Köpenick. (1956)Bild 10 von 21 Auch Harald Juhnke schlüpfte sowohl im Film als auch auf der Bühne in die Rolle des Hauptmanns.Bild 11 von 21 Zuletzt durfte 2004 der Schauspieler Otto Sander für eine Verfilmung der Geschichte einspringen.Bild 12 von 21 Noch heute ist der Begriff "Köpenickiade" geläufig.Bild 13 von 21 Wilhelm Voigt, der zu vier Jahren Haft verurteilt worden war, wurde nach zwei Jahren überraschend von Kaiser Wilhelm II. begnadigt.Bild 14 von 21 Er wanderte nach Luxemburg aus und trat mit seiner Geschichte in Varietés und Lokalen auf.Bild 15 von 21 Viel Nutzen oder Ruhm hatte er damit jedoch nicht. Er starb völlig verarmt im Alter von 72 Jahren in Luxemburg. Sein Grab auf dem Liebfrauenfriedhof ist noch heute Anziehungspunkt für Touristen.Bild 16 von 21 Die Bundespost hat eine Sondermarke zum 100. Jahrestages des Gaunerstückes herausgegeben.Bild 17 von 21 In Köpenick wird der 100. Jahrestag der spektakulären Maskerade natürlich ausgiebig gefeiert.Bild 18 von 21 Schließlich hatte der "Hauptmann" den heutigen Berliner Stadtteil berühmt gemacht.Bild 19 von 21 Und so wird es während der Festlichkeiten zur 100 Jahrfeier vom 13. bis zum 15. Oktober zahlreiche "Hauptmann-Umzüge" geben.Bild 20 von 21 Die Truppe kann sogar gebucht werden. Freundliche Anfragen unter: incoming@tkt-berlin.de.Bild 21 von 21