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Dienstag, 02. Oktober 2012

"Wir wollen erinnern - nicht provozieren": DDR-Alltägliches von Fewa bis Trink Fix

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Seit 1990 existiert die DDR nicht mehr. Grund genug für Dirk Grüner und seine Eltern, die alltäglichen Dinge des Lebens von damals zu sammeln und auszustellen. (Foto: dapd)

Seit 1990 existiert die DDR nicht mehr. Grund genug für Dirk Grüner und seine Eltern, die alltäglichen Dinge des Lebens von damals zu sammeln und auszustellen.

Seit 1990 existiert die DDR nicht mehr. Grund genug für Dirk Grüner und seine Eltern, die alltäglichen Dinge des Lebens von damals zu sammeln und auszustellen.

Bisher sind mehr als 15.000 Artikel in der privaten Ausstellung in Suelzetal-Langenweddingen in Sachsen-Anhalt zusammengekommen, ...

... die als "Ostalgie-Kabinett" seit dem 3. Oktober 2004 für Besucher seine Pforten geöffnet hat.

Auf rund 300 Quadratmetern, verteilt auf drei Etagen und fast 20 Räume türmen sich die Erinnerungsstücke, ...

... die Familie Grüner akribisch und thematisch sortiert hat.

Neben diversen technischen Geräten wie Telefonen, ...

... Kameras, (hier eine Filmkamera "AK 8") ...

... Fotoapparaten, (eine Pouva Start nebst Orwo-Filmen) ...

... oder Radios (Stern-Radio "6 D 71", Baujahr 1951) ...

... findet man auch Obst, Gemüse und andere Lebensmittel in Gläsern und Konservendosen, ...

... Kartoffelstärke, Schokogetränke, ...

... Babynahrung, Mokka-Bohnen sowie ...

... die legendäre "Action"-Kosmetik-Serie für junge Leute ...

... neben anderen Kosmetikartikeln, ...

... Toilettenpapier, ...

... ein komplettes (ziemlich vollgestelltes) Wohnzimmer ...

... mit gedeckter Kaffeetafel und sogar ...

... ein Westpaket.

Einst gehasste Dinge werden im Ostalgie-Kabinett zu echten Highlights, wie die Essengeld-Turnschuhe. Die Stofftreter waren genau so billig (2,75 DDR-Mark) wie eine Woche Schulessen (0,55 Mark pro Tag) und haben daher ihren Spitznamen bekommen.

Trink fix von Trumpf, ein Produkt, das es damals nur im Delikat-Laden (im Volksmund auch "Fress-Ex" genannt), gab, kann sogar in verschiedenen Geschmacksrichtungen bewundert werden.

Delikat-Produkte hatten sehr hohe Preise. Für Trink fix beispielsweise musste man 8 DDR-Mark zahlen, für eine Tafel Westschokolade 7 Mark.

Die DDR-Mangelwirtschaft brachte Bezeichnungen wie "Goldstaub" oder "Bückware" für Produkte hervor, die äußerst knapp ...

... und deshalb nur "mit Beziehungen" zu bekommen waren. Auch davon ist reichlich in dem Haus in Suelzetal-Langenweddingen zu sehen. Um ihre Ausstellung so vollständig wie möglich zu gestalten, ...

... stellt Familie Grüner auch Uniformen, Abzeichen und andere militärische Dinge aus - hier ein "EK-Tuch", welches "Entlassungskandidaten" an ihrem letzten Tag in der Nationalen Volksarmee (NVA) bekamen. Die Familie sammelt nach eigener Aussage all diese Stücke, um zu erinnern und nicht, um zu provozieren.

Die Erinnerungsstücke aus 40 Jahren DDR im Ostalgie-Kabinett kommen aus allen Lebensbereichen ...

... und Familie Grüner trägt sie auch weiterhin zusammen. Auch nach so langer Zeit scheint es in den Schränken und Winkeln im Osten Deutschlands doch noch viel davon zu geben.

Und die Ostalgiewelle scheint anzuhalten: Heute soll beispielsweise eine leere Dose Trink fix, die auf ebay angeboten wird, 12,95 Euro zzgl. Versand kosten.

Das Ost-Sandmännchen, welches sich bis heute ungebrochener Beliebtheit erfreut, darf in der Ostalgie-Ausstellung natürlich auch nicht fehlen, ...

... ebenso wenig wie Pittiplatsch, die knuffige Puppenfigur aus dem Kinderfernsehen.

Wer in Kindheitserinnerungen baden oder mal einen Blick in eine versunkene Welt werfen will, für den ist die Ausstellung sicher ein "Erlebnis der besonderen Art". (jze/abe)

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