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Weltberühmtes Wahrzeichen: Das Brandenburger Tor in Berlin

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Das Brandenburger Tor in Berlin ist das weltweit bekannte Wahrzeichen der Stadt. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Das Brandenburger Tor in Berlin ist das weltweit bekannte Wahrzeichen der Stadt.

Das Brandenburger Tor in Berlin ist das weltweit bekannte Wahrzeichen der Stadt.

Symbolträchtig wie kaum ein anderes, steht es für Teilung und Wiedervereinigung.

Kaum ein Politiker auf Berlin-Besuch, der sich nicht davor ablichten lässt.

Das gilt auch für fürstliche Gäste.

US-Präsident Barack Obama hielt bei seinem Berlin-Besuch im Juni 2013 seine Rede vor dem Tor - bei großer Hitze.

Es ist Kulisse für große Sportveranstaltungen wie den Berlin-Marathon, …

… für Werbeaktionen, wie hier für Großbritannien im Jahr der Olympischen Sommerspiele in London, …

… für Filme (hier für den Fernsehfilm "Die Rättin" nach einem Roman von Günter Grass), ...

... für Protestaktionen ...

... und für die öffentlichkeitswirksame Einlösung gegebener Versprechen. Der Schauspieler Matthias Schweighöfer etwa posierte fast nackt vor dem Brandenburger Tor, nachdem er bei der Premiere seines Films "What a man" gesagt hatte, dass er "nur mit Schlüpper" durch das Tor rennen würde, sollte der Film am Startwochenende bereits Zuschauerzahlen von 400.000 oder 500.000 erreicht haben.

Die Nationalsozialisten nutzten das Brandenburger Tor für ihre Inszenierungen und Aufmärsche.

Am 17. Juni 1953, während des Volksaufstandes in der DDR, zogen Ost-Berliner mit wehenden Fahnen hindurch Richtung Westen.

Wer in Berlin massenwirksam auf etwas aufmerksam machen will, so wie hier Harry Belafonte auf eine Unicef-Kampagne, stellt sich vor das Brandenburger Tor.

Auch für die alljährliche Silvesterparty mit zigtausenden Besuchern ...

... bietet das Brandenburger Tor den würdigen Rahmen.

Die Fanmeile zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 (und auch zu den folgenden Fußball-EMs und -WMs) erstreckte sich zu seinen Füßen, …

… die Loveparade ...

... zog einige Male am Tor vorbei.

Ebenso die Parade zum Berliner Christopher Street Day.

Als Beweis, in Berlin gewesen zu sein, lassen sich Touristen gern davor fotografieren, …

… und zwar bei jedem Wetter - ob bei minus 12 ...

... oder bei plus 36 Grad Celsius ...

... oder auch bei strömendem Regen.

Das Brandenburger Tor war früher eins von 18 Stadttoren Berlins ...(Berliner Zoll- und Akzisemauer um 1855)

... und ist mittlerweile das einzige noch erhaltene.

Es wurde 1788 bis 1791 von Carl Gotthard Langhans erbaut, …

… im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II., der in dieser Zeit die Residenzstadt Berlin von bekannten Baumeistern umgestalten ließ.

Vorher, von 1735 bis 1788, stand an der Stelle ein kleineres Stadttor - an der Straße nach Brandenburg/Havel. (Kupferstich von Daniel Nikolaus Chodowiecki, 1764)

Das neue Brandenburger Tor wurde am 6. August 1791 eröffnet. Es besteht aus Elbsandstein und ist 26 Meter hoch und 65 Meter breit. Das Tor hat fünf Durchfahrten bzw. Durchgänge ...

... und zwei Torhäuser, in denen je eine große Skulptur steht: in einem der römische Kriegsgott Mars, der ein Schwert in die Scheide steckt (im Bild), im anderen Göttin Minerva mit einer Lanze.

Auch die Durchfahrten sind innen verziert - mit Reliefs, die unter anderem Herkules darstellen.

Die sechs dorischen Säulen sind 15 Meter hoch. Die Quadriga auf dem Tor ...

... stellt die geflügelte Siegesgöttin Nike (römisch Victoria) als Wagenlenkerin dar. Die Skulptur von Johann Gottfried Schadow ...

... wurde erst 1793, zwei Jahre nach Eröffnung des Tores, fertig. Sie hatte ursprünglich die Bedeutung als Friedensbringerin, das Tor erhielt den Namen "Friedenstor" (der sich im Sprachgebrauch aber nie durchsetzte). 1806 wurde die Quadriga ...

... nach der Niederlage gegen die Truppen des französischen Kaisers Napoleon auf dessen Anweisung hin nach Paris entführt. 1814, nach dem Sieg über Napoleon, kam sie zurück. Schinkel ersetzte die ursprüngliche Lorbeerkranztrophäe durch ein Eisernes Kreuz mit Eichenlaub und preußischem Königsadler.

So wurde, um ihre Rückkehr aus Paris und den Sieg über Napoleons Truppen zu feiern, aus der Friedensbringerin die Siegesgöttin Viktoria. Der Berliner Volksmund machte aus der Quadriga anschließend die "Retourkutsche".

In den 1860er Jahren wurden die Berliner Zollmauer und fast alle Stadttore abgerissen - nur das Brandenburger Tor blieb stehen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde es schwer beschädigt - sowohl der Bau selbst als auch die Quadriga. 1956 beschloss der Ost-Berliner Magistrat, es wieder aufzubauen. Beide Teile Berlins arbeiteten dann bei der Wiederherstellung sogar zusammen - trotz vieler Auseinandersetzungen und gegenseitiger Vorwürfe.

Die Quadriga musste aufgrund der Kriegsschäden vollständig neu geschaffen werden. Am 14. Dezember 1957 war der Wiederaufbau beendet.

Anfang August 1958 entfernte Ost-Berlin heimlich den Preußenadler und das Eiserne Kreuz - Begründung: die "Embleme des preußisch-deutschen Militarismus" dürften nicht mehr aufgestellt werden.

Mit dem Mauerbau im August 1961 stand das Tor dann mitten im Sperrgebiet und konnte weder von Westen noch von Osten durchquert werden. (Im Bild: der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, am 13. August 1961 an der Sektorengrenze am Brandenburger Tor)

Nur DDR-Grenzsoldaten und spezielle geführte Besuchergruppen (meist Staatsgäste in der DDR) konnten an das Tor heran.

Hoher Besuch von Westberliner Seite musste mehr Abstand halten - hier US-Präsident John F. Kennedy, Bürgermeister Willy Brandt und Bundeskanzler Konrad Adenauer im Juni 1963.

Auf dem Brandenburger Tor wehte die Staatsflagge der DDR, davor zwei rote Fahnen. Fast 30 Jahre lang war es von der Mauer verschlossen.

Im Juni 1987 sorgte der frühere US-Präsident Ronald Reagan mit seiner Rede vor dem Brandenburger Tor für weltweite Beachtung.

Er forderte den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow unter dem Jubel von Zehntausenden Westberlinern auf: "Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder".

Es dauerte noch mehr als zwei Jahre, dann wurde wahr, was die Mehrheit der Deutschen nicht mehr zu hoffen gewagt hatte: die Mauer fiel tatsächlich.

Die Grenze in Berlin wurde allerdings erst an anderen Stellen durchlässig – am 9. November 1989 um 21.20 Uhr durften am Grenzübergang Bornholmer Straße (im Bild, am 10. November) die ersten Ostdeutschen auf die andere Seite.

Das Brandenburger Tor wurde dann am 22. Dezember 1989 unter dem Jubel zehntausender Menschen wieder geöffnet.

Der Regierende Bürgermeister Walter Momper (l., mit dem Ost-Berliner Bürgermeister Erhard Krack) rief der Menge zu: "Berlin, nun freue dich!"

Inmitten der Menschenmenge gingen Momper und Bundeskanzler Helmut Kohl als Erste durch das wiedereröffnete Tor. Auf Ost-Berliner Seite wurden sie von DDR-Ministerpräsident Hans Modrow begrüßt.

Kohl (Mitte, händeschüttelnd) sprach von "einer der glücklichsten Stunden" seines Lebens.

Kohl und Modrow (links) hatten die Öffnung kurz zuvor bei ihrem ersten Treffen in Dresden vereinbart.

Die Öffnung des Tores war für viele Berliner der Höhepunkt und Schlussakkord des Mauerfalls vom 9. November 1989 – ein höchst symbolischer Akt.

In der folgenden Silvesternacht versammelten sich mehrere hunderttausend Menschen aus Ost und West zur ersten deutsch-deutschen Silvesterfeier am Brandenburger Tor. Bei dieser rauschhaften Vereinigungsfeier, bei der viele Menschen am Tor hochkletterten, wurde die Quadriga stark beschädigt. Sogar der Lorbeerkranz wurde ihr abgerissen.

Die traurige Bilanz der bis dahin größten Silvesterfeier, die Berlin je erlebt hatte: ein Toter (beim Einsturz einer Videowand) und mehrere hundert Verletzte. Zu groß war die Freude der Berliner in Ost und West, ihr Brandenburger Tor wieder in Besitz nehmen und zusammen feiern zu können.

Auch sonst war das Wahrzeichen, ...

... insbesondere der Sandstein, durch Vernachlässigung und Umweltschäden so stark in Mitleidenschaft gezogen, ...

... dass es restauriert und grundlegend saniert werden musste. Ab 20. Oktober 2000 standen für viele Monate Baugerüste am Tor, ...

... später wurde es dann noch mit Planen verhüllt.

22 Monate dauerte die Restaurierung, die feierliche Enthüllung erfolgte zum "Tag der deutschen Einheit" am 3. Oktober 2002.

Das Brandenburger Tor wird seitdem regelmäßig untersucht, um eventuelle Schäden schneller beheben zu können.

Von Zeit zu Zeit muss der Dampfstrahler ran: Alle Naturstein-Teile werden mit warmem Wasser abgespritzt, das Tor bekommt einen Graffitischutz.

Auch am davorliegenden Pariser Platz ...

... wurde in den vergangenen Jahren viel gebaut.

Das Hotel Adlon Kempinski, eine der bekanntesten und luxuriösesten Nobelherbergen in ganz Deutschlands, steht hier seit August 1997.

Vom "Bundeszimmer" genannten Konferenzraum aus hat man sogar Tor-Blick.

Im Januar 2003 eröffnete der französische Staatspräsident Jacques Chirac hier ...

... die Botschaft seines Landes, am 40. Jahrestag des Elysee-Vertrages.

Die Akademie der Künste hat seit Mai 2005 dort ihr neues Domizil - am alten Standort. Denn seit 1907 stand sie schon mal hier, im umgebauten Palais Arnim-Boitzenburg. Hinter der neuen Glasfassade finden sich ...

... Teile des Altbaus - hier der historische Kaisersaal. Architekt Günther Behnisch, bekannt u.a. durch das Münchner Olympiastadion und das Bundeshaus in Bonn, ist es gelungen, die noch vorhandenen Spuren der Geschichte mit moderner Architektur zu verbinden.

Zwischen Akademie der Künste und US-Botschaft wurde zwischen 1996 und 2001 ...

... nach einem Entwurf von Stararchitekt Frank Gehry das Gebäude der DZ Bank errichtet.

Am 4. Juli 2008 übergaben die USA ihre neue Vertretung in Deutschland (hier die Rückseite) ...

... der Öffentlichkeit. Mit diesem Neubau ...

... gleich links neben dem Brandenburger Tor ...

... wurde die letzte Baulücke des Platzes geschlossen.

Der Platz selbst wurde 1992 nach historischem Vorbild, einschließlich der Fontänen und Granitpflasterung, rekonstruiert.

Zwischenzeitlich wurde oft darüber diskutiert, ob die Durchfahrt durch das Tor für den Autoverkehr geöffnet werden soll oder nicht. Letztlich entschied man sich, das Brandenburger Tor vor den Autoabgasen zu schützen und sperrte es für den Verkehr.

Ursprünglich führten die Bundesstraßen 2 und 5 über den Pariser Platz. Seit seiner Umgestaltung zu einem Fußgängerbereich ...

... werden sie um den Pariser Platz herumgeführt.

So kann man entspannt zu Fuß durchschlendern, ...

.. etwas flotter durchlaufen ...

... oder mit dem Rad durchfahren.

Zur Verkehrsberuhigung passt der Meditationsraum, der 1994 im nördlichen Torhaus eingerichtet wurde. Der "Raum der Stille" soll einen Ort der stillen Einkehr inmitten der Großstadthektik bieten.

Und wem das zu ruhig ist: Draußen auf dem Platz ...

... ist eigentlich immer was los. (Text: Andrea Beu)

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