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"Eiffelturm Berlins" oder "Langer Lulatsch": Der Berliner Funkturm

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Der Berliner Funkturm ist neben dem Fernsehturm (hinten links), ... (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der Berliner Funkturm ist neben dem Fernsehturm (hinten links), ...

Der Berliner Funkturm ist neben dem Fernsehturm (hinten links), ...

... dem Brandenburger Tor und ...

... der Siegessäule (dahinter das Rote Rathaus) eines der Wahrzeichen Berlins.

Der Funkturm wird auch "der Eiffelturm Berlins" genannt. Das ist vielleicht etwas vermessen, denn er ist nur etwa halb so hoch wie der 324 Meter hohe Pariser Turm ...

... und es fehlt ihm auch die charakteristische Bogenform des "Tour Eiffel". Allerdings haben sie schon etwas gemeinsam: Beide sind Stahlfachwerktürme.

Der Funkturm steht auf dem Ausstellungs- und Messegelände im Berliner Stadtteil Charlottenburg, das direkt mit dem Internationalen Congress Centrum (ICC, hinten) verbunden ist.

Er wurde früher auch "Langer Lulatsch" genannt – der Begriff ist aber inzwischen ziemlich aus der Mode gekommen.

Der Funkturm wurde zwischen 1924 und 1926 nach Plänen des Architekten Heinrich Straumer erbaut und galt damals als Wahrzeichen der neuen, technischen Ära.

Am 3. September 1926 wurde der Sendeturm aus Anlass der 3. Deutschen Funkausstellung als Antennenträger in Betrieb genommen.

1929 wurde vom Berliner Funkturm das weltweit erste Fernsehbild gesendet.

Der Funkturm hat inklusive Antennen eine Höhe von knapp 147 Metern und wiegt stattliche 600 Tonnen.

Ursprünglich war der Turm ein reiner Sendemast. Erst später wurde auf 52 Metern Höhe das Restaurant ...

... und auf 125 Metern Höhe eine Aussichtsplattform angebaut. Sie bietet bei freundlichem Wetter einen fantastischen Rundblick über große Teile Berlins. (vorn das ICC, hinten der Teufelsberg)

Im Zweiten Weltkrieg diente der Funkturm als Warn- und Beobachtungsposten. Er wurde bei einem Bombenangriff gegen Ende des Krieges, am 19. April 1945, getroffen und stand danach zeitweise nur auf drei Beinen, da eine Granate eine der Hauptstreben zerstört hatte. (Bild von März 1945)

Der 600-Tonnen-Koloss aber blieb stehen, der Schaden wurde bereits im selben Jahr mit 7,2 Tonnen Stahl und 800 Kilogramm Schrauben behoben. Das Turmrestaurant, welches auch ausgebrannt war, eröffnete erst 1950 wieder.

Um UKW- und Fernsehprogramme empfangen zu können, wurde 1951 auf seiner Spitze eine sogenannte "Schmetterlingsantenne“ angebracht, wodurch der Funkturm mit 150 Metern seine Maximalhöhe erreichte. (Bild von Juli 1951)

Anfang der 1960er Jahre wurde am Berliner Grunewald ein neuer, leistungsstärkerer Sendemast errichtet, um in der DDR eine größere Reichweite zu erzielen und so die ostdeutsche Bevölkerung besser zu erreichen. Wegen des neuen Mastes wurde am 15. Mai 1963 die reguläre Ausstrahlung von Fernseh- und Rundfunkprogrammen via Funkturm vollständig eingestellt. (Bild von August 1967)

Durch die Demontage der gesamten Sendeanlagen im Jahre 1989 ist der Berliner Funkturm heute nur noch 147 Meter hoch. (Bild von 1995)

Lediglich der Sendemast auf der Turmspitze wird noch für den Polizei- und Mobilfunk genutzt.

Das Restaurant in 52 Metern Höhe ist nach wie vor im Stil der 1920er Jahre eingerichtet.

Die 287 Stufen bis dahin fuhr Trialspezialist Christian Pfeiffer am 25. März 1999 mit seiner Maschine hoch (mit der Shwoeinlage wurden die Berliner Motorradtage eröffnet). Normale Besucher ...

... nehmen den funkgesteuerten Fahrstuhl mit durchsichtigen Wänden und Panoramasicht, ...

... der einen auch zur Aussichtsplattform in 125 Metern Höhe bringt. Seit seiner Einweihung 1926 hat der Funkturm ...

... mehr als 17 Millionen Gäste aus dem In- und Ausland empfangen. Neben den Turm-Gästen ziehen heute Messen wie die Internationale Tourismusbörse ITB, ...

... die Internationale Funkausstellung IFA, ...

... die Europäische Jugendmesse YOU ...

... und die Internationale Grüne Woche jedes Jahr Hunderttausende Besucher ...

... auf das Ausstellungsgelände zu Füßen des Funkturms.

Eine große Feier wie etwa zum 80. Geburtstag (im Bild) blieb 2011 aus - der Funkturm war wegen Wartungsarbeiten geschlossen, auch Restaurant und Aussichtsterrasse.

Im Zuge der Arbeiten wurden Treppenläufe der Außentreppe und Stahlverstrebungen saniert. Außerdem ...

... wurde die Anstrahlung auf LED-Leuchten umgestellt - das bringt neben einer deutlichen Energieeinsparung auch mehr Möglichkeiten für die farbige Beleuchtung.

Auch 2012, vom 9. Juli bis 10. September 2012, bleibt der Funkturm wegen Instandhaltungsarbeiten und Veranstaltungen im Rahmen der Internationalen Funkausstellung für den Publikumsverkehr geschlossen. (Text: Andrea Beu)

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