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Montag, 13. Februar 2017

190.000 Menschen in Gefahr: Der Oroville-Staudamm könnte brechen

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Viele Menschen in Kalifornien bangen um ihr Hab und Gut. (Foto: dpa)

Viele Menschen in Kalifornien bangen um ihr Hab und Gut.

Viele Menschen in Kalifornien bangen um ihr Hab und Gut.

Der Grund: Der Damm des Oroville-Stausees im Norden des US-Bundesstaates ist stark beschädigt.

Fast 190.000 Anwohner, die unterhalb des höchsten Staudamms der USA leben, sollen deshalb ihre Häuser verlassen.

Wie hier im nahen Yuba City bilden sich daraufhin lange Autoschlangen, …

… die verwaiste Städte und …

… verlassene Geschäfte zurücklassen.

Überall in der Region entstehen Notunterkünfte, in denen die Menschen zumindest vorläufig übernachten können.

Gouverneur Jerry Brown spricht von einer "sehr ernsten Situation", …

… die Regierung ruft den Notstand für die betroffenen Bezirke aus.

Das Problem ist aber nicht der Hauptdamm (im Bild rechts), der nach Behördenangaben sicher ist.

Vielmehr ist ein Abflusskanal beschädigt, was den Damm an seine Belastungsgrenze bringt: …

… Nach tagelangen starken Regenfällen in Kalifornien ist der Stausee voll, …

… das Wasser steht nur wenige Meter unter der Oberkante des Damms.

Normalerweise würde man nun Wasser ablassen, um den Druck auf die Anlage zu verringern.

Doch der Hauptabfluss ist beschädigt: Experten bemerkten zunächst ein riesiges Loch in der Anlage, …

… das sich durch abfließenden Wasser permanent vergrößerte.

Deshalb wurde der Hauptabfluss erst in der vergangenen Woche gesperrt.

Stattdessen verringerte man in den vergangenen Tagen erstmals den Pegelstand über einen Notabfluss (im Bild unten).

Der nicht betonierte Abfluss weist nun jedoch starke Erosionsschäden auf - …

… Experten fürchten, dass diese auch die Betonkante am Stausee unterhöhlen könnten.

Würde diese brechen, könnte eine Flutwelle weite Teile um den Stausee überschwemmen.

Die kalifornische Wasserbehörde DWR wies deshalb an, den Abfluss über den Notkanal zu verringern und wieder über den eigentlich gesperrten Hauptabfluss zu leiten.

Mit Erfolg: Der Pegel des Stausees ist mittlerweile so niedrig, dass kein weiteres Wasser mehr in den kaputten Notabfluss fließt. Die Behörden halten die Lage vorerst für "stabilisiert".

Gebannt ist die Gefahr aber noch nicht. Die Umstände seien "komplex und ändern sich schnell", erklärt Gouverneur Brown.

Denn nach wie vor führen die Flüsse der Region wegen des starken Niederschlags viel Wasser mit sich. Deshalb wird versucht, den Riss im Hauptabfluss zu füllen: Hubschrauber fliegen dazu Betonstücke und Sandsäcke heran.

Dass die Lage überhaupt so eskalieren kann, hat seine Gründe: Seit Jahren leidet Kalifornien unter geringen Niederschlägen. 2014 wurde sogar ein Dürre-Notstand ausgerufen.

Die anhaltenden Niederschläge haben nun Behörden und Bewohner überrascht.

Warum die 235 Meter hohe und 2300 Meter lange Anlage am Oroville-See nun vor dem Zusammenbruch steht und …

… warum der Notabfluss nach nur wenigen Tagen Einsatz bereits wieder aufgegeben werden muss, …

… ist trotzdem unklar. Das dürfte Experten noch eine Weile beschäftigen.

Vorerst jedoch hoffen vor allem die Anwohner, dass der Damm nicht doch noch zusammenbricht und für eine noch größere Katastrophe sorgt. (mli/dpa/AFP)

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