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Von der Schwäbischen Alb bis nach Sachsen: Deutschland, deine Whisky-Brenner

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Whisky? Das heißt in erster Linie Schottland und Irland. Kanada, Japan und die USA mischen auch kräftig mit. Aber Deutschland? Auch hierzulande boomt die Spirituose. (Foto: Slyrs)

Whisky? Das heißt in erster Linie Schottland und Irland. Kanada, Japan und die USA mischen auch kräftig mit. Aber Deutschland? Auch hierzulande boomt die Spirituose.

Whisky? Das heißt in erster Linie Schottland und Irland. Kanada, Japan und die USA mischen auch kräftig mit. Aber Deutschland? Auch hierzulande boomt die Spirituose.

Whisky-Messen erfreuen sich wachsender Beliebtheit, genauso wie Whisky Tastings, also Verkostungen.

Das Korn- und Obstlerland Deutschland entdeckt das ...

... "Wasser des Lebens" für sich. Viele Brenner wollen vom Boom profitieren, …

… ihre Produktpalette erweitern …

… oder sich einfach nur einen Lebenstraum erfüllen.

Branchenkennern zufolge gibt es bereits mehr als 100 Whiskybrenner in Deutschland. 17 von ihnen gründen im Jahr 2012 den Verband Deutscher Whiskybrenner (VDW). Sie übernehmen damit eine Vorreiterrolle.

Das Verbandsmotto lautet: "Wir wollen wachsen!" Und es ist Programm. Die Gründungsmitglieder im Porträt:

Die 1. Bodensee Whisky Destillerie in Kressbonn ist wohl die südlichste Deutschlands. Seit 1826 - mittlerweile in der 4. Generation - wird in Kressbronn Schnaps gebrannt. Neben Himbeergeist, Zwetschgen-, Kirschwasser und Co. gehört mittlerweile auch Heuschnaps, Enzian und eben Whisky zu den Erzeugnissen.

2008 entsteht dafür eine eigene Destillerie. Sie basiert auf einer Anlage aus dem Jahr 1890, die komplett restauriert und modernisiert wird.

Ende 2011 werden die ersten ...

... 111 Flaschen Whisky, nach einer Lagerzeit von drei Jahren und einem Tag in verschiedenen ausgewählten Holzfässern, vorgestellt. "Brigantia" heißt der Whisky, zweifach gebrannt, Single Malt. Laut Geschäftsführer Martin Steinhauser besitzt er eine "fruchtige Note". Er sei "mild und spaßig".

Auch die Birkenhof Brennerei blickt auf eine lange Tradition zurück: Seit 1846 werden in Nistertal im Westerwald Kornschnäpse gebrannt. "Tradition und Moderne" lautet die Maxime des Unternehmens, das für seine Kern- und Steinobstbrände bekannt ist.

Viel Lob erntet die Brennerei auch für ihre zum Teil höchst prämierten Bierbrände. Oft werden sie mit schottischen Whiskys verglichen. Warum dann nicht selbst einen produzieren? Gesagt, getan: ...

... 2005 kommt der erste Birkenhof-Whisky, ein Rye (Roggen), mit Namen "Fading Hill" auf den Markt.

Auf schnellen Erfolg setzen die Besitzer und Betreiber dabei nicht.

Ein eigenes Lagerhaus entsteht; jährlich bringen die Klöckners zwei bis drei Einzelfassabfüllungen auf den Markt.

Neben dem fast schon klassischen Single Malt, zweifach gebrannt und in gebrauchten Eichenfässern gelagert, entstehen auch spezielle Editionen wie etwa Bio-Dinkel im Portweinfass.

Der Bellerhof befindet sich am Fuß der "Bassgeige", eines Berges des Albtraufes. Bekannt ist die Brennerei vor allem für ihren Roggen-Weizenkorn, der seit mehr als 50 Jahren gebrannt wird.

Der erste Whisky entsteht dann 1990 - aus einem Experiment heraus. Ein 60-Prozent-Destillat wird in ein neues 50-Liter-Holzfass aus deutscher Eiche gefüllt und reift dort. Nach drei Jahren Lagerung ist der Whisky noch kornlastig. Weitere drei Jahre darauf ist er auch geschmacklich und farblich ein Whisky.

Seitdem werden die Fässer aus deutscher Eiche nur für die Grundlagerung verwendet. Danach kommt der Bellerhof-Whisky, der seit 2010 unter der Marke "Danne’s" (nach den Dannemanns, den Besitzern und Betreibern des Bellerhofes und der zugehörigen Brennerei) firmiert, in gebrauchte, neu aufbereitete Bourbonfässer aus Amerikanischer Weißeiche.

Die Maische besteht aus Gerstenmalz, Roggen und Weizen. Das genaue Mischungsverhältnis bleibt aber des Brenners Geheimnis. "Danne's" Schwäbischer Whisky vom Bellerhof wird derzeit achtjährig abgefüllt.

"Bodenständig" und bereits in der dritten Generation werden bei Bosch in Lenningen-Unterlenningen am Fuß der Schwäbischen Alb Edelbrände produziert.

Die Brennerei des Familienbetriebes gibt es seit 1948. Seit 1996 entsteht dort auch Whisky, Schwäbischer Whisky.

Die Besonderheit: Der Whisky wird aus Alb-Dinkel gebrannt und über einem Holzfeuer destilliert. Der Grund: Bereits früher greifen die Bauern der Region auf Dinkel-Anbau zurück, ...

... weil er sehr gut auf den kargen Alb-Böden wächst. 2000 werden die ersten Flaschen abgefüllt.

Daneben gibt es unter anderem aber auch einen Single Malt.

Die Brennerei Höhler in Aarbergen in Hessen kann auf mehr als 125 Jahre Brenn-Tradition bauen.

Zu den klassischen Korn- und Obstbränden ...

... gesellt sich ab 2005 auch ein Single Malt Whisky.

Gleichzeitig entstehen diverse andere Whiskys - etwa im amerikanischen Bourbon-Stil, nach irischen Rezepturen oder auch Blends.

Die Brennerei Höhler bezeichnet ihre Whiskys nach hessischer Mundart als "Wheeskey".

Mit der Bezeichnung "Deutschlands ältester Whisky" kann sich die Destillerie & Brennerei Habbel in Sprockhövel rühmen. Sie blickt mittlerweile auf fast 100 Jahre Brenn-Tradition zurück. Deutschlands ältester Whisky wird 1977 destilliert und bis heute gelagert und gepflegt und macht die Destillerie zu einem Pionier der Branche.

Auch bei Habbel ebnen Getreidebrände und Obstler den Weg für das "Wasser des Lebens". Erst 2010 beginnen die Habbels erneut mit dem Whiskybrennen.

Da die Destillate mindestens zehn Jahre reifen sollen, sind sie noch nicht auf dem Markt. Eine kleine Tranche soll 2015 abgefüllt werden. Bis dahin müssen die sorgsam gehüteten Bestände des 1977er Destillats mit dem Namen "Whi-Sky" helfen, die Wartezeit zu verkürzen. Mild-aromatisch kommt er daher.

1909 beauftragt der Badische Landtag die Badische Landwirtschaftskammer, in Oppenau eine Lehr- und Versuchsbrennerei in Betrieb zu nehmen und ein echtes, unverfälschtes Kirschwasser herzustellen - und weltweit bekannt zu machen. Besitzer ist der Großherzog von Baden, genauso wie von der Staatsbrauerei Rothaus, bekannt für ihr heutiges "Tannenzäpfle". Diesen beiden Zweigen ist es auch zu verdanken, ...

... dass es heute den Rothaus Black Forest Whisky gibt, der aus der Maische aus Brau- und Karmell-Malz der Brauerei von Kammer-Kirsch gebrannt wird. Die erste Charge des drei Jahre in Ex-Bourbonfässern gelagerten und gereiften Single Malts ...

... kommt 2009 auf den Markt - und ist innerhalb von zwei Wochen vergriffen.

Die größte Pot Still, also Brennblase, nennt die Finch Whisky-Destillerie ihr Eigen. Sie steht in einer vollkommen neu gebauten und hochmodernen Brennerei im Landgasthof Krone im schwäbischen Nellingen. Die Pot Still hat ein Volumen von 3000 Liter. Die Geschichte von "Finch Schwäbischer Highland Whisky" ist zwar noch sehr jung. "Brennen" hat auf dem Gut, dessen Wurzeln bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen, aber schon eine lange Tradition.

Mit der größten Pot Still Deutschlands ist es derzeit möglich, 250.000 Liter zu produzieren. "Wenn die Produktion in ein paar Jahren richtig rund läuft, sind bis zu einer halben Million Flaschen möglich", betont Destillerie-Gründer und VDW-Vorsitzender Hans-Gerhard Fink.

Das neue Lager dürfte sich dann ganz schnell füllen.

Unter der Marke "Aureum" vertreibt die Brennerei Ziegler aus Freudenberg in Unterfranken ihren Whisky. Die Zahl 1865 ziert ebenso die Flaschen und weist auf die fast 150-jährige Brenn-Tradition hin, aus der unter anderem zahlreiche prämierte Obstbrände hervorgegangen sind.

Neben Apfel-, Marillen- und Bierbrand sowie Espresso- oder Walnussgeist entsteht seit 2008 auch eben jener "Aureum" genannte Whisky.

Nach einer Grundlagerung in neuen Eichen- und Kastanienfässern erhält er sein "Finish" in Ex-Bourbon- oder auch Sherryfässern. Seit Anfang 2013 ist der fünfjährige Single Malt auf dem Markt.

Die Kinzigbrennerei in Biberach ist ein Familienbetrieb mit Tradition, denn bereits seit 1937 brennt die Familie Brosamer hochwertige Obstbrände und Liköre. 2004 entsteht dann der erste Single Malt und schon bald folgen weitere, etwa aus Mais, Roggen, Dinkel oder Rauchmalz.

Inzwischen sind vier Whiskys und ein Whisky-Likör fest im Programm der Kinzigbrennerei: der "Biberacher Whisky", ein Single Malt; der "Badische Whisky", ein Blend; der "Schwarzwälder Whisky", ein Roggen-Whisky; und der "Kinzigtäler Whisky", ein Single Malt aus Rauchmalz.

Alle Whiskys lagern zuerst in frischen Eichenfässern und werden zum "finishing" dann in ältere Fässer umgelagert.

Die Kornbrennerei Gerhard Wagner in Hünfelden-Dauborn wird seit über 300 Jahren und mittlerweile in zwölfter Generation von der Familie Wagner betrieben. Sie ist damit eine der ältesten Kornbrennereien Deutschlands. Seit 2005 wird auch Whisky hergestellt.

Destilliert wird er aus Kornmaische, gelagert in Weißweinfässern aus Frankreich.

Das Resultat ist der "Golden Ground Grain Whisky". 2007 startet die Produktion des "Golden Ground Single Malt Whisky", der erstmals 2010 nach dreijähriger Reifung in Sherryfässern verkauft wird.

Die märkische Spezialitätenbrennerei (MSB) setzt von Anfang an auf Whisky - und das heißt, seit Ende August 2010. Zwei Jahre darauf wird der erste "New Spirit" in Ex-Bourbonfässer gefüllt. Noch gibt es deshalb keinen Whisky aus Hagen. Am 31. Oktober 2013 wird es dann aber soweit sein und die erste Flasche "Tronje von Hagen" wird abgefüllt.

Bis dahin lagern die Fässer ganz in der Nähe der neu errichteten Brennerei, optimal und natürlich temperiert in der Dechenhöhle - was den Whisky zum ersten und einzigen deutschen Höhlen-Whisky macht. Dem Single Malt aus Gerstenmalz sollen noch Roggen- und Dinkel-Whiskys folgen, ebenso geplant sind Sondereditionen.

Die Brennerei Schraml ist ein Familienbetrieb in Erbendorf am Fuß des Naturparks Steinwald in Bayern. Seit sechs Generationen werden Obst- und Kornbrände sowie Liköre hergestellt.

Seit über 100 Jahren gehört auch ein Whisky zu den Produkten aus dem Hause Schraml. Er geht auf einen Korn im Jahre 1818 zurück. Nach einigen Variationen legt Christoph Karl Schraml die Rezeptur und das Brennverfahren Ende des 19. Jahrhunderts fest.

Beides ist seitdem unverändert. Der "Stonewood 1818" ist ein 10 Jahre im Eichenfass gelagerter Grain Whisky, schottischer Art. In Anlehnung an den Steinwald entstand der Markenname "Stonewood". Etwa 300 Flaschen pro Jahr sind erhältlich.

Zudem gibt es auch einen Fünfjährigen, den "Stonewood Woaz", hergestellt aus Weizen und Malz, sowie ab 2015 auch einen Dreijährigen, den "Stonewood Dra".

Auf Weizen und Gerstenmalz stellt auch die Tecker Whisky-Destillerie ihren "Tecker Single Grain" her.

Die Schwaben aus Owen nahe der Burg Teck können dabei auf ihr fast 100-jähriges Know-how als Obstbrenner in ihrer Spirituosen Manufaktur zurückgreifen.

Bereits seit 1989 wird bei Tecker Schwäbischer Whisky destilliert. Gelagert wird er in einem ehemaligen Kuhstall zwischen Heuballen. Owen ist übrigens ein Dorf mit knapp 3000 Einwohnern und mehr als 30 Brennereien.

Mitten im Bayerischen Wald, in Bad Kötzting, steht die Whisky Destillerie Liebl. Seit den 1970er Jahren wird hier bereits gebrannt - etwa Bärwurz.

In den 1990er und 2000er wird die Brennerei mehrere Male ausgebaut und modernisiert. Im Februar 2006 wird der erste Tropfen Bad Kötztinger Single Malt Whisky gebrannt. 2009 wird die erste Flasche abgefüllt.

Der Name "Coillmór" ist gälischen Ursprungs und bedeutet in etwa "Großer Wald". Mehrere verschiedene Abfüllungen sind auf dem Markt: gereift etwa in Fässern aus Amerikanischer Weißeiche, ...

... im Sherry-Fass oder auch im Bordeaux-Fass.

1999 wird erstmals Slyrs Bavarian Single Malt destilliert. Seit Mitte 2007 erfolgt der komplette Herstellungsprozess, von der Anlieferung des Gerstenmalzes bis zur Fassreifung des Whiskys, in der neu gebauten Whisky-Destillerie in Neuhaus.

Auch die "Whisky-Maische" wird im eigenen Haus produziert und nicht mehr von einer Brauerei zugekauft.

Der Name Slyrs - gesprochen Schlürs - geht zurück auf keltische Mönche, die ein Kloster am See erbauten, dessen Name auch in der Region aufgeht: Schliersee.

Aus bayerischem Gerstenmalz, Gebirgsquellwasser und durch die Lagerung in Amerikanischen Weißeichefässern entsteht Slyrs Bavarian Single Malt Whisky. Zum Teil erhält er auch ein Sherry-Finishing in Pedro-Ximénez- und Oloroso Fässern.

2000 Fässer lagern bereits bei Slyrs. Der klassische Slyrs besitzt ein mildes Aroma und einen weichen Abgang.

Seit 1998 stellt das Weingut Schloß Proschwitz Prinz zur Lippe auch Spirituosen her, darunter Birnen-, Kirschen- oder Apfelbrände und -liköre sowie diverse Schlehen- oder Spargelgeiste. Auch der erste Whisky Sachsens ist darunter. Er wird 2002 destilliert und in ehemaligen Weinfässern gelagert.

Nach zehnjähriger Reifung geht er 2012 in den Handel - mit einer limitierten Auflage von 926 Flaschen und dem schlichten Namen "Meissener Whisky". Sláinte!

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