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Die erste Loveparade in Duisburg endet als Albtraum.
In einer Massenpanik in einem Tunnel werden junge Menschen, die nicht mehr zur Party durchkommen, totgetreten oder zerdrückt.
Einige sollen auf der Flucht vor der Menschenmasse am Tunnelende von einer schmalen Treppe gestürzt sein.
Die Panik ist Zeugen zufolge schon vor ihrem Höhepunkt absehbar. Erst klappen Menschen mitten im Partyvolk zusammen, bekommen keine Luft mehr. Dann eskaliert die Situation.
In dem hunderte Meter langen Tunnel und auch am Ende vor dem Loveparade-Eingang zu einem alten Güterbahnhofsgelände werden die Einsatzkräfte nicht Herr der Lage.
"Wir standen mittendrin. Es hatten immer mehr Menschen noch versucht, zum Gelände zu kommen", sagt der 21-jährige Raver Fabio.
"Wir waren schon durch den Tunnel durch und standen auf dem kurzen Stück vor dem Eingang. Dort ging es aber nicht weiter." Einige seien über Zäune und über eine Leiter geklettert oder über eine enge Treppe am Tunnelende.
"Wir sind danach durch den Tunnel zurück. Meine Freundin und ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren, um noch wegzukommen", berichtet Fabio.
"Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt, dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird." Passiert sei aber erst einmal nichts.
"Das war etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Unglück gewesen. Da waren aber schon Leute reihenweise zusammengeklappt", sagt Fabio.
Auf dem Gelände der Loveparade läuft die Party unterdessen weiter. Erst nach und nach verbreitete sich die Nachricht und erzeugte Entsetzen unter den mehr als eine Million Besuchern.
Später mischte sich die wummernde Musik mit den Rotorgeräuschen der herannahenden Rettungshubschrauber.
Nach der Katastrophe sitzen viele Partygäste vor den Absperrungen auf dem Loveparade-Gelände, schütteln den Kopf, das Gesicht voller Tränen.
"Ich kann das immer noch nicht fassen", sagt der 17-jährige Achmed aus Hamm. Er will gerade mit seinem gleichaltrigen Freund Hendrik aus Rheinberg in Richtung des stillgelegten Güterbahnhofs, als die Panik unter der Brücke aufkommt.
"Als die Polizei das Gelände abriegeln wollte, wurden wir brutal nach vorne gedrückt, die Leute vorne bekamen keine Luft mehr", sagt der junge Mann.
Dabei sei die Stimmung zunächst gar nicht aggressiv gewesen, sagt er. "Die wollten doch alle nur Spaß", berichtet der 17-Jährige.
"Dann haben alle geweint, ich habe geweint", sagt er, muss kurz schlucken und ergänzt: "Ich habe noch nie gesehen, wie ein Mensch gestorben ist."
Auf der riesigen Veranstaltungsfläche und der angrenzenden, abgesperrten Autobahn versuchen viele Menschen am frühen Abend Kontakt zu ihren Familien aufzunehmen, um ihnen zu sagen, dass es ihnen gut geht.
Die Folge: Nach dem schweren Unglück bricht das ohnehin überlastete Handynetz vollends in sich zusammen.
Abseits der Rettungskräfte stehen die Freundinnen Melanie und Nicole aus Moers im Schatten. "Die Situation bedrückt uns, ein Scheiß-Gefühl", sagen die beiden.
"Ich kann das gerade irgendwie nicht glauben", sagt Nicole. Gerüchte würden schon seit einer guten Stunde über das Gelände wabern.
Das Handy von Anna aus Neukirchen klingelt. Es die Mutter, sie ist durchgekommen. "Ja, es geht mir gut", sagt die junge Frau. "Ich finde das total schlimm", sagt sie.
Traurig und gleichzeitig irritiert wirken Philipp aus Ratingen und Kathrin aus Essen. "Wir wurden gerade über das Unglück informiert. Meine Mama hat das im Fernsehen gesehen und sich nach uns erkundigt", sagt Kathrin.
"Es ist das Thema, es wird gar nicht mehr soviel getanzt", sagt Melanie aus Erkrath.
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