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Ein Jahr ist es nun her, dass Eisbärchen Knut zur Welt kam.
Von seiner Mutter Tosca wurde er verstoßen. Sie hatte Zwillinge zur Welt gebracht, ein Jungtier starb.
Knut kam durch - dank Ziehvater Thomas Dörflein.
Monatelang wohnte der Tierpfleger in Knuts Kinderstube ganz allein mit dem Bären, 24 Stunden am Tag.
Ohne Dörfleins Fürsorge und dessen Wunsch, den Bären durchzubringen, hätte Knut keine Überlebenschance gehabt.
Zwölfmal jeden Tag gab Dörflein dem mit nur 810 Gramm Lebendgewicht geborenen Winzling die Flasche.
Knut saugte gierig einen von Dörflein gemixten Brei aus Spezialmilch und zerstoßenem Katzenfutter.
Anfang rieb Dörflein Knuts dünnes, rosiges Fell sogar behutsam mit Babyöl ein, streichelte ihn, spielte nachts Gitarre und sang Knut zum Einschlafen Elvis-Presley-Lieder vor.
Der Tierpfleger zitterte nächtelang um Knuts Leben, als er von Fieberschüben bis zu 40 Grad geplagt wurde.
Normalerweise verbringen Eisbären die ersten Lebensmonate in einer Höhle.
Doch dank der Pflegerkamera konnte nun die ganze Welt einen Blick in die Eisbärenkinderstube werfen.
Zusammen mit der enorm großen Fangemeinde genoss Pfleger Dörflein die glücklichen Momente in der Spielshow, ...
... wenn Knut an seinen Händen nuckelte und vor Freude schnurrte wie eine Großkatze.
Knut beim Gerangel, ?
... Knut mit Sack und Pack, ...
? Knut und das verfilzte grüne Torero-Tuch, ?
? Knut und die Klobürste - die Bilder gingen um die Welt.
Millionen Besucher amüsierten sich im Zoologischen Garten Berlin bei der Spielshow mit Dörflein und Knut.
Das Duo purzelte und tollte täglich zweimal vor Massen von fröhlich gestimmten Besuchern über den Bärenfelsen, suhlte sich im Sand und Rindenmulch, ?
? badete und tauchte ausgelassen im Wassergraben.
Anfangs hatte sich Knut dabei gelegentlich verschluckt. Da musste der Kleene dann einen Tag im Haus bleiben.
Kein anderes Tier in der 163-jährigen Zoo-Geschichte wurde zu einem solchen Medienstar ...
... und Kassenschlager wie Knut.
Er brachte dem Zoo nach Schätzungen schon zwischen acht und zehn Millionen Euro ein.
Mittlerweile sind Dörflein die täglichen Rangeleien und Liebkosungen mit Knuddel-Knut verboten.
Aus Sicherheitsgründen war ein Spielverbot verhängt worden. Das gilt nicht nur für Dörflein, ...
... sondern auch für Pfleger Ronny Henkel.
Denn klein Knut ist inzwischen zu einem jugendlichen Halbstarken mit einem Gewicht von 110 Kilogramm herangewachsen.
So lebt der Eisbär nun allein in seinem Gehege.
Das Kuschelverbot scheint ihm wurscht.
Dörflein ist immer noch dort, um Knut zu füttern, ihn ins Freie zu lassen und mit ihm zu reden. Für seinen bärenstarken Einsatz wurde ihm übrigens der Verdienstorden des Landes Berlin verliehen.
Ausgewachsen - und das ist Knut zu seinem nächsten Geburtstag Ende 2008 - bringt es der Eisbär dann auf rund 600 Kilogramm - vielleicht sogar mehr.
Denn wie wir wissen, neigt Knut ja zu Übergewicht.
Das liegt daran, dass er so gerne Croissants frisst. Aus figürlichen Gründen hat er auf die nun schon eine ganze Weile verzichten müssen.
Aber - oh, Freude! - nun hat Knut ja Geburtstag, und da gibt's zur Feier des Tages natürlich auch seine heiß geliebten Buttercroissants. Und Weintrauben. Die mag der Bär nämlich ebenfalls besonders gern.
Das beides wird der Nachtisch. Vorweg überrascht Pfleger Dörflein seinen Zögling mit einer bärigen Geburtstags-Spezialtorte aus Eis, Obst und Gemüse. Lecker!
Zu Knuts erstem Geburtstag rechnet der Zoo mit einem riesigen Besucherandrang.
Und obwohl immer wieder Interessenten für Knut auftauchen, soll der Eisbär erstmal Hauptstädter bleiben.
Früher oder später wird er allerdings umziehen müssen. Es ist unwahrscheinlich, dass der Berliner Zoo eine dritte Eisbärenanlage baut. Und das wäre eine unabdingbare Voraussetzung für den medienpreisgekrönten Shootingstar.
Möglicherweise findet Knut irgendwann im nächsten Jahr eine neue Bleibe im Hannoveraner Zoo. Dort soll eine 22.000 Quadratmeter große Polarwelt eröffnet werden.
Dort würde Knut dann in "Yukon Bay" leben. Er hätte ein Badebecken, ...
... könnte in Naturböden buddeln und vielleicht gäbe es ja sogar das eine oder andere Croissant.
Aber erstmal: Happy Birthday, Knut! Und komm gut ins nächste Jahr! (Alle Bilder dpa / AP)
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