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Sonntag, 19. Juli 2015

Kutten, Kapuzen und Feuer-Kreuze: Im Innern des Ku-Klux-Klan

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Männer in Kutten und mit Spitzkapuzen auf dem Kopf stehen an brennenden Kreuzen. (Foto: REUTERS)

Männer in Kutten und mit Spitzkapuzen auf dem Kopf stehen an brennenden Kreuzen.

Männer in Kutten und mit Spitzkapuzen auf dem Kopf stehen an brennenden Kreuzen.

Kaum ein Bild steht deutlicher für den Ku-Klux-Klan (KKK).

Die Geschichte der Gewalt gegen schwarze US-Amerikaner ist untrennbar mit diesem rassistischen Geheimbund verbunden.

Afroamerikaner sind der Erzfeind der ältesten amerikanischen "Hate Group".

Mit Morden an Schwarzen und Attentaten gegen Politiker kämpfte der KKK zunächst gegen die Abschaffung der Sklaverei.

Inzwischen greifen die Klansmänner längst auch Juden, Migranten, Schwule, Lesben, Katholiken und Republikaner an.

Ihre rassistische Ideologie bewerben sie rhetorisch geschickt als "Liebe zu den eigenen Leuten".

Und die "eigenen Leute" gehören nun mal der "weißen Rasse" an und sind protestantisch.

In den 1920er-Jahren hatte der Ku-Klux-Klan etwa 6 Millionen Mitglieder.

Inzwischen geht das Southern Poverty Law Center, das Extremistengruppen beobachtet, davon aus, dass in 72 Chaptern oder Klaverns noch 2000 bis 3000 Menschen im KKK organisiert sind.

Sechs ehemalige Südstaatensoldaten gründeten den Klan nach dem amerikanischen Bürgerkrieg 1865.

Bis heute versammeln sich viele Klansmänner auch deshalb unter der Fahne der Konföderierten.

Der Fotojournalist Johnny Milano begann im Jahr 2012 ein langfristiges Projekt über Rassisten in den USA.

Dabei gewann er tiefe Einblicke in eine Subkultur, die noch immer an den Rändern der US-amerikanischen Gesellschaft existiert.

Tom, ein Mitglied der Nordic Order Knights, zeigt hier in seinem Haus in Virginia einem anderen KKK-Mitglied seine Erinnerungsstücke.

Milano bekam die Erlaubnis, bei Treffen zu fotografieren, auch wenn viele, wie Jim, ihre Nachnamen nicht genannt wissen wollen.

Auf den Fingern eines Klansmannes sind die Worte Liebe tätowiert.

Billy Snuffer, der Imperial Wizard der Rebel Brigade Knights, liest in einer Version des Kloran.

In dem Buch sind die verschiedenen Rituale und Zeremonien des KKK beschrieben.

Polizei und Sicherheitsleute beobachten hier im November 2014 in Texas einen KKK-Aufmarsch.

Auch wenn die Aktionen manchmal etwas karnevalistisch anmuten, ...

.... Milano bekommt auch immer wieder das hässliche Gesicht der Rassisten zu sehen.

Zu den wichtigsten Ritualen gehört die Kreuzverbrennung.

Schon bei der Wiedergründung des KKK war 1915 ein riesiges Kreuz in Flammen gesetzt worden.

Nächtliche Treffen, bei denen Kreuze verbrannt werden, gehören zu den optisch eindrucksvollen Machtdemonstrationen der fundamentalistischen Protestanten.

Milano hat das Ritual im August 2014 in Virginia beobachtet.

Bei Einbruch der Dunkelheit ist das Kreuz aufgerichtet.

Begleitet von Parolen für Gott, die Familie, das Land und den Klan nähern sich die Klansmänner und -frauen mit brennenden Fackeln.

Der Fotograf berichtete, er habe bei den Zusammenkünften keine Angst gehabt.

Ein Klansmann habe ihm jedoch angedroht, er werde ihm "den Hals brechen", wenn er ihn oder eines seiner Mitglieder fotografiere.

Dass diese keine leeren Drohungen sind, zeigen immer wieder neue Vorfälle.

So gehörte der Attentäter, der im April 2014 beim Angriff auf ein jüdisches Gemeindezentrum drei Menschen tötete, zum Ku-Klux-Klan.

Der Fotograf will mit seiner Dokumentation über weiße Rassisten daran erinnern, dass "Geschichte nicht so leicht vergeht".

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