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"Komplett in Ordnung, die Frau": Merkel macht Eindruck in Bitterfeld

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Am Badesee von Bitterfeld macht Kanzlerin Angela Merkel Eindruck. (Foto: AP)

Am Badesee von Bitterfeld macht Kanzlerin Angela Merkel Eindruck.

Am Badesee von Bitterfeld macht Kanzlerin Angela Merkel Eindruck.

Immer wieder schüttelt sie die Hände von Helfern im Kampf gegen das Hochwasser, fragt nach dem Befinden, spricht Mut zu.

"Eine sehr nette Frau, sehr bodenständig", sagt die 23 Jahre alte Soldatin Jenny Hurrass wenig später. "Komplett voll in Ordnung, die Frau", lautet ihre Bilanz.

Doch was Merkel in die Chemiestadt Bitterfeld führt, ist nicht das Badewetter oder der friedlich neben der Innenstadt liegende Goitzschesee mit Sandstrand.

Denn auch wenn die Sonne strahlt - hier herrscht größte Gefahr. "Das Wasser steigt permanent", klagt die parteilose Oberbürgermeisterin Petra Wust kurz vor Merkels Besuch.

Das Hochwasser drückt immer mehr Wasser in den See. Das Problem sei der Damm, der den Goitzschesee von der Innenstadt trennt.

"Wenn das hier bricht, dann steigt das nicht nur so wie sonst überall, sondern wir haben dann hier eine richtige Flutwelle", sagt Wust.

Hunderte Helfer, darunter ein Bataillon der Bundeswehr, versuchen die Absperrung zwischen See und Stadt mit immer mehr Sandsäcken zu erhöhen.

In den Staatskanzleien von Magdeburg und Dresden laufen indes die Telefone heiß. Sachsen lehnt die Sprengung eines Deiches ab, dadurch nimmt die Gefahr für Bitterfeld in Sachsen-Anhalt immer mehr zu.

Doch zeitgleich mit der Kanzlerin kommt die Entwarnung. Man habe es jetzt auch ohne Sprengung geschafft, dass das Wasser des Sees ablaufen kann, sagt Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (M.).

"Es fließt jetzt so, wie wir es brauchen", so der Ministerpräsident von der CDU. Zufällig mit dem Eintreffen der Kanzlerin sei eine Lösung gefunden worden.

Merkel, die ohne Gummistiefel kommt, scheint die Dramatik um den See nur am Rande mitzubekommen. Es sei eine komplexe Lage hier, sagt sie.

Bei den Gesprächen mit den Helfern stehen andere Dinge im Mittelpunkt. "Wir haben philosophiert, ob es heute Badewetter ist", berichtet Soldatin Hurrass von ihrem Gespräch mit der Kanzlerin.

Auch habe Merkel wissen wollen, ob die Soldatinnen genauso viele Sandsäcke schleppen müssen wie die Männer. Klar, sagt die junge Frau und ergänzt: "Wir haben mehr Muckis".

Ihrem Kollegen Max Gusko geht die Hitze bei der schweißtreibenden Arbeit am Badesee zu weit. "Es ist zwar schönes Wetter, aber das kann auf die Nerven gehen." Immerhin gebe es Sonnencreme. "Dienstlich geliefert", sagt der 21-Jährige.

Oberbürgermeisterin Wust ist nach dem knapp einstündigen Merkel-Besuch dagegen sichtlich erleichtert.

Sie habe die Problemlage der Stadt der Kanzlerin gar nicht erklären müssen - das habe sie alles schon gewusst und ihr dann erzählt. "Sie ist sehr gut vorbereitet gewesen", sagt Wust. (Text: dpa)

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