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Panorama

Wunder von New York: Notlandung auf dem Hudson

 
Es muss der Alptraum eines jeden Piloten sein.

Es muss der Alptraum eines jeden Piloten sein.

Eine Minute nach dem Start trifft den vollbesetzten und vollbetankten A 320 doppelter Vogelschlag.

Beide Triebwerke fallen aus.

Dieser extrem unwahrscheinliche Fall geschieht US Airways Flug 1549 auf dem Weg nach Charlotte im Bundesstaat North Carolina ...

... drei Minuten nach dem Abheben in LaGuardia.

Die Maschine befindet sich bereits direkt über New York, ...

... selbst der nahegelegene Flugplatz Newark ist ohne Schubkraft in unerreichbarer Ferne.

Die Notlandung auf dem Hudson-River ist die einzige Chance für 155 Menschen an Bord.

Doch Notwasserungen gelten als extrem selten.

So selten, dass Piloten sie kaum üben.

Doch den A329 der US Airways fliegt Chesley B. "Sully" Sullenberger. Der frühere Kampfpilot der US-Luftwaffe ist seit 1980 bei US Airways, und er hat eine extrem seltene Gleitflugausbildung.

Außerdem hat er offenbar Nerven wie Stahlseile, er bereitet die Passagiere auf eine Notlandung vor.

Ein Experte, der die Tonbänder aus dem Cockpit hörte, berichtet, ...

...Sullenberger habe ohne jede Hysterie oder Panik agiert. Es war perfekt.

Sullenberger fährt nicht das Fahrwerk aus und lässt die Landeklappen geschlossen.

Es gelingt ihm, die Maschine soweit abzubremsen, dass er auf dem Fluss aufsetzen kann, ...

... ohne, dass das Flugzeug beschädigt wird.

Experten halten das "Wunder vom Hudson" schon jetzt für den einzig bekannten Fall einer erfolgreichen Notlandung auf dem Wasser.

Denn unter beinahe jeden anderen Umständen kommt dies dem Aufschlagen auf Beton gleich.

Die Maschine würde auseinanderbrechen und innerhalb kürzester Zeit untergehen, die Menschen an Bord haben kaum eine Überlebenschance.

Doch diesmal geht es einfach gut. Der Hudson River ist frei, keine Fähre kreuzt den Weg des Flugzeugs. Die Maschine bleibt unversehrt.

Der Airbus versinkt bis zu den Fenstern im eisigen Wasser. Mehrere Menschen klettern in Panik auf eine Tragfläche, andere rutschen ins Wasser.

Innerhalb kürzester Zeit sind Fähren und Rettungsboote vor Ort.

Sullenberger schafft es, die Notlandung per Funk anzukündigen.

Viele der Passagiere können direkt aus dem Flugzeug gerettet werden.

Am Ende geht Sullenberger das Flugzeug noch zweimal ab und vergewissert sich, dass niemand mehr an Bord ist, bevor er selbst die Maschine verlässt.

Seine Frau Lori erklärt später, ihr Mann habe immer erklärt, es sei sehr selten, dass ein Pilot einen schlimmen Unfall erlebe.

Sullenberger ist eben Flugsicherheitsexperte, er bildet Piloten in Sicherheitskursen aus und ermittelt bei Flugunfällen.

Deshalb sei sie völlig fassungslos gewesen, als sie hörte, was passiert sei. Sie habe keine Nachrichten gehört.

Ihr Mann Chesley habe sie angerufen und gesagt: "Es hat einen Unfall gegeben." Sie habe dabei an eine Nebensächlichkeit gedacht.

"Aber dann hat er mir die Umstände erklärt, und ich habe angefangen zu zittern. Ich hab meine Töchter sofort aus der Schule abgeholt."

Laut CNN erleidet eines der Crew-Mitglieder einen Schnitt am Bein, mehrere Passagiere werden wegen Unterkühlung behandelt.

Das Unglück spielt sich an einem der bisher kältesten Tage dieses Winters mit starkem Frost und bei einer Wassertemperatur knapp über Null Grad ab.

Die Menschen hätten in dem eisigen Wasser höchstens fünf bis zehn Minuten überlebt.

Taucher überzeugen sich später davon, dass niemand mehr in dem Wrack ist. Schlepper vertauen den Rumpf mit Stahlseilen, um ein Versinken zu verhindern.

Sie ziehen das Flugzeug im Laufe des Abends rund drei Kilometer flussabwärts und befestigen es an einer Anlegestelle des Battery Parks an der Südspitze von Manhattan.

Da sind "Sully" Sullenberger und die meisten seiner Passagiere längst wieder bei ihren Familien.

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