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Schiffsunglück in der Biskaya: Retter erreichen den Geisterfrachter

Von Martin Morcinek

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In Sturm und schwerer See gerät die "Modern Express" in Schwierigkeiten: Als die Schlagseite immer größer wird, gibt der Kapitän das Schiff auf. Mit gewaltigen Rollern schlägt die Dünung des Atlantiks gegen das Schiff. (Foto: dpa)

In Sturm und schwerer See gerät die "Modern Express" in Schwierigkeiten: Als die Schlagseite immer größer wird, gibt der Kapitän das Schiff auf. Mit gewaltigen Rollern schlägt die Dünung des Atlantiks gegen das Schiff.

In Sturm und schwerer See gerät die "Modern Express" in Schwierigkeiten: Als die Schlagseite immer größer wird, gibt der Kapitän das Schiff auf. Mit gewaltigen Rollern schlägt die Dünung des Atlantiks gegen das Schiff.

Per Seilwinde versucht ein Hubschrauber der spanischen Seenotrettung, die 22-köpfige Besatzung aufzunehmen. Das Schiff könne jederzeit kentern, heißt es.

Die Wetterbedingungen machen die Rettungsaktion für Helfer und Seeleute zu einem extrem riskanten Unterfangen: Zu Wochenbeginn fegen Starkwinde und Regen über das Meer vor der Nordwestküste Spaniens.

Im Inneren des RoRo-Frachters sind im Sturm tonnenweise Ladung aus Holz und Baumaschinen verrutscht. Das steuer- und antriebslose Schiff ist seit dem 26. Januar den Elementen hilfslos ausgeliefert.

Das Deck der "Modern Express" liegt so schräg, dass sich die Crew mit ihren orangefarbenen Überlebensanzügen im Liegen an der Reling gegen die taumelnden Schiffsbewegungen verkeilt.

Das Bravourstück gelingt, der Mann an der Winde (l.) hebt den Daumen: Die Besatzung der "Modern Express" ist gerettet. Nur das Schiff, ein 164 Meter langer Koloss aus Stahl, Fracht und Schweröltanks, treibt weiter durch das Meer.

Knapp drei Tage lang bleibt die "Modern Express" von allen Seelen verlassen: Nur unter Einfluss von Wind, Wellen und Strömung bewegt sich das Schiff mit rund 2,5 Kilometern pro Stunde durch eine viel befahrene Schifffahrtsregion.

An Land beginnen intensive Vorarbeiten: Die Reederei arbeitet einen Rettungsplan aus, dem die Behörden in Spanien und Frankreich zustimmen müssen. In der Marinebasis in Brest (Frankreich) herrscht hektische Betriebsamkeit.

Eine kleine Flotille an Spezialschiffen schwärmt aus, um das Geisterschiff zu bergen. Nachdem die See sich beruhigt hat, hält sich die "Modern Express" stabil mit etwa 40 Grad Schlagseite auf dem Wasser.

Die französische Küstenwache entsendet drei Schlepper und ein Bergungsschiff mit Spezialgerät zum Kampf gegen austretendes Schweröl. Die Marine schickt die Fregatte "Primauguet" (l.) mit ihrem Hubschrauber in den Einsatz.

Der Plan ist simpel: Bergungsexperten sollen sich vom Hubschrauber abseilen und an Bord gehen.

Im Inneren des Schiffes werden sie versuchen, die Pumpen anzuwerfen, um die Ballasttanks auf der Backbordseite zu fluten.

Zudem müssen sie versuchen, die bordeigene Energieversorgung wieder zum Laufen zu bringen.

Sobald das Schiff wieder Strom hat, besteht Hoffnung, dass auch die Steueranlage wieder auf Befehle anspricht. Dann muss nur noch das Wetter halten.

Die "Modern Express" war mit ihrer Ladung ursprünglich unterwegs von Gabun nach Le Havre (Frankreich). Wenn der Bergungsverband einen geeigneten Hafen erreicht, wäre das havarierte Schiff gerettet.

Fest vertäut am Kai dürften sich die Probleme an Bord vergleichsweise schnell beheben lassen.

Ein erster Abschleppversuch schlägt fehl. Der Seegang wird immer schlimmer. Zu Wochenbeginn wollen die Helfer einen neuen Versuch wagen.

Ein Hubschrauber der französischen Marine setzt die Bergungsexperten per Seilwinde auf dem havarierten Frachter ab.

Auf dem Ankerdeck am Bug versuchen die Männer, das schwere Schleppkabel anzubringen. Vor jedem neuen Versuch müssen sie wieder per Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden. Das Schiff kann jederzeit kentern.

Erst knapp einer Woche nach der Evakuierung der "Modern Express" gelingt ein neuer Anlauf: Die Trosse vom Bug des Schiffes zu einem der Hochseeschlepper hält. Die Bergungsflotille kann den Geisterfrachter wieder auf sichere Distanz zur französischen Küste bringen.

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