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Mittwoch, 09. Oktober 2013

Protz-Residenz für den Limburger Bischof: So sieht der 31-Millionen-Euro-Bau aus

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"Du sollst nicht stehlen" steht unter einer Karikatur des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst. (Foto: dpa)

"Du sollst nicht stehlen" steht unter einer Karikatur des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst.

"Du sollst nicht stehlen" steht unter einer Karikatur des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Der Düsseldorfer Künstler Oliver Bienkowski spricht mit seiner Lichtprojektion auf dem Limburger Dom aus, was viele Menschen denken.

Sie haben genug von dem Kirchenmann, der seit Langem für seine Verschwendungssucht in der Kritik steht. Eine teure neue Residenz, Luxusflüge nach Indien und prunkvolle Gottesdienste - die Liste der Vorwürfe ist lang.

Nun aber wird die Kritik immer lauter. Grund dafür ist der Neubau des Bischofssitzes für Franz-Peter Tebartz-van Elst. Dieser sollte ursprünglich 5,5 Millionen Euro Kosten. Derzeit liegen die Kostenschätzungen bei 31 Millionen Euro. Vielleicht werden es am Ende auch noch ein paar mehr.

Da muss die Frage gestattet sein - wofür? Wie um Himmels willen konnten die Kosten dermaßen aus dem Ruder laufen?

Die etwa 1000 Quadratmeter Freifläche auf dem Domberg waren schwieriger Baugrund, heißt es.

Die neue Residenz ist ein Ensemble aus ...

... alten und neuen Gebäuden.

Das Kernstück, der Neubau mit Bischofswohnung und Konferenzräumen, durfte nicht zu hoch werden. Also wurde nach unten gebaut, in einen felsigen Untergrund mit mittelalterlichen Mauerresten und archäologischen Funden bis hin zur Keltenzeit. In diesem Tiefgeschoss wird wohl ein Großteil der Summe im Wortsinne vergraben worden sein.

Die mit schwarzem Stein verkleidete Privatkapelle des Bischofs, in Limburg als "Schwarze Kaaba" verspottet, soll ...

... wie geplant 300.000 Euro gekostet haben. Hier der Innenhof der Kapelle.

Zumindest nach dem "jetzigen Kenntnisstand", schränkt Bistumssprecher Wind ein. (Im Bild: der Eingang zur Kapelle des Bischofshauses)

Die verwendeten Steine und Hölzer wirken schlicht und edel.

Medienberichten zufolge stiegen die Baukosten auch, weil die Pläne immer wieder abgeändert wurden. So mussten selbst fertige Betonflächen wieder abgebrochen werden.

Der wachsenden Kritik an den Kosten begegnete Tebartz-Van-Elst 2012 mit einer Umbenennung: Aus dem Bischofshaus wurde das "Diözesane Zentrum St. Nikolaus", um den Charakter einer Begegnungsstätte für viele Gläubige zu betonen.

Doch allzu viel sollten Neugierige nicht sehen. Die Baustelle war durch dicke Planen geschützt.

Fotografen berichten, dass sie von Sicherheitsleuten abgedrängt wurden. Diözesanbaumeister Tilmann Staudt machte im Juli auch die Sicherheitsmaßnahmen als Kostenfaktor aus.

Teurer als geplant wurde die Sanierung eines Teils der Stadtmauer und zweier historischer Gebäude. Das Bistum macht Vorgaben des Denkmalschutzes dafür verantwortlich - auch wenn das Landesamt für Denkmalpflege verneint, Auflagen gemacht zu haben.

Im ehemaligen Küsterhaus, errichtet im Jugendstil (nicht im Bild), leben nun die Nonnen, die dem Bischof den Haushalt führen.

Als Büro des Bischofs wurde die Alte Vikarie hergerichtet, ein Fachwerkhaus aus dem 15. Jahrhundert.

Dem über 500 Jahre alten Gebäude drohte nach zahlreichen Umbauten der Einsturz. Morsche Balken wurden durch Bauholz aus jener fernen Zeit ersetzt. Deshalb soll allein die Vikarie etwa 2,5 Millionen Euro gekostet haben.

Dass Bauvorhaben aus dem Ruder laufen, ist nichts Neues. Doch hinter dem Kostenskandal steckt weit mehr als schlampige Planung.

Ein Bischof steht unter Verdacht, Wasser gepredigt, aber Wein getrunken zu haben.

In Limburg will man so jemanden jedenfalls nicht länger haben.

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