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"Police. Let us in." : Spektakuläre Raubzüge der Geschichte

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Während des Krimkrieges 1855 raubt der Gentleman-Gauner Edward Pierce  zusammen mit seinen Komplizen Gold im Wert von 12.000 Pfund, das für den Sold der Soldaten bestimmt war, aus einem Tresor im Packwagen des London-Paris-Express. Dieser Coup geht als erster großer Eisenbahnraub in die Geschichtsbücher ein. (Foto: dpa)

Während des Krimkrieges 1855 raubt der Gentleman-Gauner Edward Pierce zusammen mit seinen Komplizen Gold im Wert von 12.000 Pfund, das für den Sold der Soldaten bestimmt war, aus einem Tresor im Packwagen des London-Paris-Express. Dieser Coup geht als erster großer Eisenbahnraub in die Geschichtsbücher ein.

Während des Krimkrieges 1855 raubt der Gentleman-Gauner Edward Pierce zusammen mit seinen Komplizen Gold im Wert von 12.000 Pfund, das für den Sold der Soldaten bestimmt war, aus einem Tresor im Packwagen des London-Paris-Express. Dieser Coup geht als erster großer Eisenbahnraub in die Geschichtsbücher ein.

Obwohl die vier Tresorschlüssel an verschiedenen Orten aufbewahrt werden, der Safe bewacht und der Waggon abgeschlossen ist, gelingt der Raub. Die Täter werden jedoch schnell gefasst.

Im August 1911 steht die Kunstwelt Kopf, als die "Mona Lisa" direkt aus dem Louvre gestohlen wird.

Zu jener Zeit gab es noch keine Alarmanlagen und kaum andere Sicherheitsvorkehrungen. Diesen Umstand macht sich Vincenzo Peruggia zu Nutze.

Der Spiegelmacher, der im Museum einige Arbeiten ausgeführt hatte, lässt sich in der Nacht vom 22. zum 23 August 1911 im Louvre einschließen und entwendet das heute weltberühmte Ölgemälde des italienischen Malers Leonardo Da Vinci (im Bild eine nachgestellte Filmszene).

Der Diebstahl wird zwar schnell entdeckt, eine Spur zu den Tätern gibt es laber lange nicht. Heute steht fest, dass Peruggia die "Mona Lisa" über zwei Jahre lang in einer schäbigen Arbeiterwohnung, rund 2,5 Kilometer vom Louvre entfernt, aufbewahrte - bis er sie schließlich einem ...

... italienischen Kunsthändler anbietet. Während Peruggia vertrauensselig darauf wartet, seine 500.000 Lire, heute etwa 1,5 Millionen Euro, in Empfang zu nehmen, verständigt dieser die Polizei und ...

... der Kunsträuber ist überführt. 1915 wird Peruggia der Prozess gemacht. Seiner Erklärung, er habe das Gemälde nur nach Italien zurückbringen wollen, schenkt man keinen Glauben.

Am 8. August 1963 schreiben Posträuber in England Kriminalgeschichte. Ronald Biggs und 15 weitere Männer überfallen an jenem Sommertag einen Postzug der Royal Mail. (Foto: Filmszene aus "Die Gentlemen bitten zur Kasse" von 1966)

Dieser Jahrhundertcoup dauert kaum 20 Minuten, die Beute beträgt umgerechnet 46 Millionen Euro. Scotland Yard gelingt es aber binnen weniger Monate die Posträuber dingfest zu machen.

Biggs (rechts im Bild) sitzt von seiner 30-jährigen Haftstrafe allerdings nur 15 Monate ab, dann gelingt ihm die Flucht.

Über Frankreich setzt er sich nach Australien ab, 1970 wandert er nach Brasilien aus. 1997 lehnt die brasilianische Regierung ein britisches Auslieferungsgesuch wegen Verjährung ab. Ein Grossteil der Beute taucht nie wieder auf.

In der Nacht zum 18. März 1990 klingeln zwei Männer mit falschen Bärten und Polizeiuniformen in Boston am Seiteneingang des Isabella Stewart Gardner Museums: "Police. Let us in."

Als sich die Tür öffnet, fesseln sie die beiden Wärter mit Handschellen und Klebeband und begehen den größten Kunstraub aller Zeiten:

Die falschen Polizisten wandern 81 Minuten lang seelenruhig durch die Galerien und packen Meisterwerke von ...

... Rembrandt, Vermeer, Degas und Manet ein.

Dreizehn Werke von teilweise unschätzbarem Wert sind bis heute verschwunden.

Es ist der Jahrhundertfall, der größte Coup der deutschen Kriminalgeschichte: Am 27. Juni 1995 stürmen Maskierte die Commerzbank Schlachtensee.

Sie nehmen 16 Kunden und Angestellte als Geiseln und fordern 17 Millionen Mark Lösegeld, einen Hubschrauber und einen Fluchtwagen.

Die Bankräuber entkommen durch einen zuvor gegrabenen Tunnel.

Selten hat sich die Polizei so blamiert. Aber der federführende Kriminalhauptkommissar und seine Leute machen die Schlappe wieder wett.

Fünf Wochen später nehmen sie die sechs Tunnelgangster fest.

Dieses Gemälde von William Turner wird am 28. Juli 1994 aus der Kunsthalle Schirn in Frankfurt am Main geklaut, zusammen mit den Gemälden "Licht und Farben", ebenfalls von Turner, und ...

... Caspar David Friedrichs "Nebelschwaden".

Mehrere maskierte Diebe hatten sich in der Ausstellung "Goethe und die Kunst" einschließen lassen, einen Wachmann überwältigt und eine weiße Wand zurückgelassen.

Die Turner-Werke waren Leihgaben der Londoner Tate Gallery. Sie tauchen Ende 2002 wieder auf. Angeblich soll die Tate Gallery fünf Millionen Euro Lösegeld bezahlt haben. "Nebelschwaden" kehrt erst im August 2003 in die Hamburger Kunsthalle zurück. Zwei der drei Räuber werden 1999 verurteilt, die Hintermänner bleiben bis heute unbekannt.

Das Diamond Center in Antwerpen ist eines der sichersten Gebäude der Welt: Dennoch gelingt es einer italienischen Diebesbande am 15. Februar 2003 nach zweijähriger Planung dieses europäische Fort Knox zu knacken und ...

... Diamanten im Wert von mindestens 100 Millionen Euro zu rauben. Andere Schätzungen gehen bis zu 400 Millionen Euro.

Achtlos weggeworfene Müllsäcke am Rande einer Brüsseler Autobahn führen jedoch auf die Spur der Bande. Ihr Kopf, Leonardo Notarbartolo, sitzt bald hinter Gittern, doch das Gros der gestohlenen Diamanten ist bis heute nicht aufgespürt.

Am 20. Dezember 2004 landen Unbekannte in Belfast einen legendären Bankraub.

Bei einem Überfall auf die Northern Bank erbeuten sie rund 38 Millionen Euro. Die Diebe nehmen die Familien zweier Direktoren als Geiseln und zwingen die Männer, ihnen unbemerkt Zugang zu den Tresorräumen zu verschaffen.

Zwei Stunden brauchen die Räuber, ihre Beute aus der Bank herauszuschleppen. Sie verschwinden mit zwei Lastwagen-Ladungen.

Von den Tätern fehlt bis heute zwar jede Spur, doch die Ermittler sind überzeugt: Dieser genial organisierte Raubzug kann nur auf das Konto der Untergrundorganisation IRA gehen.

Mehr als 150 Millionen Real (rund 55 Millionen Euro) erbeuten dreiste Diebe an einem Augustwochenende 2005 aus dem Tresorraum der Zentralbank von Fortaleza.

Die Räuber hatten vorgegeben, in einem Nachbarblock der Bank eine Gärtnerei zu eröffnen. Von dort graben sie in wochenlanger Arbeit einen 80-Meter-langen Tunnel, ...

... verkleiden ihn mit Holzpanelen und statten ihn mit elektrischem Licht und einer Belüftungsanlage aus.

Am 6. August bringen die Diebe den größten Bankraub der brasilianischen Geschichte zu Ende. In aller Seelenruhe räumen sie den Tresor aus und entwenden ausschließlich alte und ...

... nicht registrierte 50-Reais-Banknoten. Nach jahrelanger Ermittlungsarbeit steht fest, dass an dem filmreifen Coup über 120 Personen beteiligt waren. Bis heute ist erst ein Drittel der Beute aufgetaucht.

Hollywoodreif verüben im Februar 2006 sieben Männer und eine Frau den bislang größten Geldraub in der Geschichte Großbritanniens.

Unglaubliche 53 Millionen Pfund (73 Millionen Euro) erbeutet die achtköpfige Gruppe aus einem Gelddepot in Tonbridge, einer Kleinstadt in der Grafschaft Kent.

Ein als Polizist verkleideter Gangster zieht den Manager des Gelddepots aus dem Verkehr. Als dieser zu dem "Polizisten" ins Auto steigt, wird er überwältigt und gefesselt. Zur selben Zeit entführen zwei weitere Männer die Familie des Managers.

Anschließend fahren sie mit dem Mann zum Gelddepot und lassen sich von ihm alle Türen und Sicherheitsschlösser öffnen. Die Diebe fesseln die 15 Angestellten der Firma und räumen den Safe leer.

Mittlerweile sind alle Teilnehmer des Raubzuges in Haft, ein großer Teil der Beute ist jedoch bis heute verschwunden.

Im Dezember 2008 stürmen in Paris mehrere Männer, einige als Frauen verkleidet, einen Laden der amerikanischen Luxusjuwelierkette Harry Winston.

Die bewaffneten Ganoven räumen zahlreiche Ringe, Ketten und Uhren im geschätzten Gesamtwert von 85 Millionen Euro ab.

Ein spektakulärer Coup gelingt einer Gruppe von Dieben jüngst am Brüsseler Flughafen. Acht schwer bewaffnete und als Polizisten verkleidete Männer durchbrechen am 19. Februar 2013 mit zwei Autos den Sicherheitszaun und ...

... rauben etwa 120 Päckchen mit Diamanten aus einem Flugzeug, das gerade beladen wird.

Danach verschwinden die Täter in der Dunkelheit.

Die fette Beute beläuft sich auf rund 50 Millionen Dollar.

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