Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
SA 9° / 23°
SO 12° / 22°
Panorama

"Wie ein Tsunami in Zeitlupe": Thailand im Griff der Fluten

 
"Wie ein Tsunami in Zeitlupe": Thailand im Griff der Fluten

Aus einer Stadt wird ein See:

Bangkok steht mittlerweile fast vollständig unter Wasser.

Seit die Regierung die Kanäle der Stadt fluten ließ, überschwemmen gewaltige Wassermassen die thailändische Hauptstadt.

Es sieht so aus, als müssten die Einwohner einige Wochen mit dem Wasser leben:

Die Flut wird zum Alltag in Bangkok.

Wochenlang waren die Einwohner vor dem herannahenden Unheil gewarnt worden.

Ungewohnt heftig wütete der Monsun in diesem Jahr.

In der Regenzeit prasselte 30 bis 45 Prozent mehr Regen auf das Land als in den vergangenen Jahren.

Die Monsun-Saison löste die schlimmsten Überschwemmungen seit 16 Jahren aus.

Ein Drittel der thailändischen Provinzen steht unter Wasser.

Mindestens 350 Menschen kommen ums Leben.

2,5 Millionen Menschen sind von den Fluten betroffen.

Die Wirtschaft des Landes liegt brach.

Sieben Industrieparks mit hunderten Fabriken stehen unter Wasser.

Zu den Produktionsausfällen kommen immense Schäden an den Fabriken und Produkten - so wie hier in der Honda Motorenfabrik in der Provinz Ayutthaya.

In Ayutthaya versinken die weltberühmten buddhistischen Heiligtümer in den Fluten. Der Tourismus, eine wichtige Einnahmequelle, kommt zum Erliegen.

Zu allem Überfluss überschwemmt das Wasser einige Alligatorfarmen - und dutzende gefährliche Krokodile tummeln sich im Wasser.

Die Regierung lobt 25 Euro für jeden gefangenen Alligator aus.

Das ungleich größere Problem bleibt jedoch bestehen: 20 Milliarden Kubikmeter Wasser bahnen sich ihren Weg aus den Überschwemmungsgebieten in Nord- und Zentralthailand zum Golf von Thailand.

Bangkok liegt dazwischen am Fluss Chao Phraya.

Die Vororte der Hauptstadt sind schnell überflutet.

Zwar kündigt die Regierung an, dass die Metropole unbedingt vor den Fluten geschützt werden soll.

Doch das Vorhaben wird weggespült: Der Druck der Wassermassen steigt unaufhaltsam.

Die Regierung entschließt sich, die Schleusentore in Bangkok zu öffnen: "Wie ein Tsunami in Zeitlupe", twittert ein Einwohner.

"Es gibt allerdings Faktoren, die wir nicht kontrollieren können", muss Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra zugeben.

Tatsächlich kann das 1100 Kilometer lange Kanalsystem das Wasser nicht vollständig umleiten.

Bis zu einen Meter hoch steht die braune Suppe in einigen Stadtvierteln.

Den Einwohner bleibt nur die Flucht in höhergelegene Gebiete.

Glücklich, wer eine stabile Matratze zur Verfügung hat.

Die meisten müssen zu Fuß durch die stinkende Brühe waten.

Rettungskräfte sind ununterbrochen im Einsatz und helfen denen, die es nicht aus eigener Kraft schaffen.

Wer es sich leisten kann, sucht in den Touristengebieten im Süden Bangkoks in Hotels Zuflucht.

Viele Straßen sind jedoch schlicht unpassierbar geworden. Autobahnzubringer sind vollgeparkt, weil die Fahrzeuginhaber ihre Autos retten wollen.

Im Rajamangala-Stadion bauen Freiwillige ...

... eine Notunterkunft für 3500 Menschen auf.

Der zweitgrößte Flughafen der Stadt dient als Auffanglager für Evakuierte.

Einige Bewohner von Bangkok behalten die Ruhe - und trockene Füße.

Im Zentrum, wo Banken und Unternehmen ihren Sitz haben, halten die Dämme noch.

Auch die Touristen lassen sich von den Fluten nicht beirren, überall klicken die Kameras.

Fischer machen an den Kanälen den Fang ihres Leben. "So viel Wels hat es hier noch nie gegeben", jubelt einer.

Der frische Fisch ist begehrt - in den Supermärkten leeren sich die Regale.

Die Regierung bittet, von Hamsterkäufen abzusehen.

Nur einige traditionelle Garküchen können ihr Geschäft unter den schwierigen Bedingungen aufrechterhalten.

Viele Läden bleiben geschlossen.

Vor allem Trinkwasser wird knapp. Die Regierung will zentrale Versorgungsstellen einzureichen.

Sechs Wochen lang, schätzt Ministerpräsidentin Yingluck, könnte sich das Hochwasser noch halten.

Es wird also noch einige Zeit dauern, bis die Normalität wieder Einzug hält in Thailand. (mit dpa/AFP)

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.