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Freitag, 21. April 2017

"Mutter aller Demonstrationen": Tödliche Straßenschlachten in Venezuela

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"Kriegsgebiet", steht auf diesem heruntergelassenen Rolltor in Caracas. (Foto: imago/Agencia EFE)

"Kriegsgebiet", steht auf diesem heruntergelassenen Rolltor in Caracas.

"Kriegsgebiet", steht auf diesem heruntergelassenen Rolltor in Caracas.

Die umgedrehte Flagge Venezuelas zeigt an, worum es bei den Unruhen in dem südamerikanischen Land geht.

Hunderttausende gehen wegen ihrer Furcht vor einer sozialistischen Diktatur immer wieder auf die Straße.

Der Staat schickt seine militarisierte Polizei los.

Sie liefern sich Straßenkämpfe mit den Gegner der Regierung.

Die Polizei feuert Tränengas, ...

... die Demonstranten antworten mit Steinen ...

... und Molotowcocktails.

Besonders in der Hauptstadt Caracas ist das Tränengas in diesen Tagen allgegenwärtig.

Demonstranten versuchen, die Tränengasbehälter ...

... schnell wieder zurückzuwerfen.

Das klappt häufig nicht. Hier wird eine junge Frau behandelt, die sich nicht schützen konnte.

Aufsehen erregte zuletzt ein fast komplett unbekleideter Demonstrant, der ein gepanzertes Polizeifahrzeug bestieg und ein Ende der Gewalt forderte.

Präsident Nicolás Maduro machte sich im Fernsehen über den Mann lustig: "Glücklicherweise ist ihm kein Stück Seife heruntergefallen."

Die Straßen sind von Verwüstung gezeichnet.

Demonstranten ...

... und Polizisten bekämpfen sich seit Wochen.

Bei den landesweiten Protesten gegen Maduro ...

... kam es auf beiden Seiten bislang zu unzähligen Verletzten.

Hunderttausende machten ihrem Unmut über die wirtschaftliche Lage des von einer schweren Rezession geplagten Landes Luft.

Sie sehen in Maduros sozialistischem Regierungssystem den Grund für die schwere Wirtschaftskrise ...

... und die weltweit höchste Inflation. Sie lag im vergangenen Jahr bei etwa 700 Prozent.

Insgesamt 20 Menschen wurden bei der aktuellen Protestwelle bislang getötet.

Dabei handelt es sich in manchen Fällen um Tötungen durch Schusswaffen.

Augenzeugen zufolge wurde etwa einem 18-Jährigen in der Hauptstadt Caracas in den Kopf geschossen.

Eine Studentin erlag kurz zuvor ebenfalls Schussverletzungen.

Auch der Opposition wird Mord vorgeworfen.

Nach Angaben der Regierung wurde bei Protesten ein Nationalgardist durch Heckenschützen getötet.

Maduro wirft der Opposition vor, einen Coup anzustacheln, um den Sozialismus in Venezuela abzuschaffen.

Die Opposition ihrerseits wirft dem Präsidenten vor, ein Diktator geworden zu sein.

Auslöser der aktuellen Proteste war eine umstrittene Entmachtung des von der Opposition kontrollierten Parlaments, die vom Obersten Gericht des Landes wieder zurückgenommen wurde.

Venezuela leidet besonders unter den seit 2014 massiv gesunkenen Ölpreisen.

Die fehlenden Einnahmen machen es der Regierung unmöglich, ihr komplexes System von Subventionen und Preiskontrollen zu finanzieren.

So kommt es zu Versorgungsengpässen bei Lebensmitteln und Medikamenten.

Der in Venezuelas Hauptstadt lebende deutsche Pfarrer Lars Pferdehirt befürchtet eine weitere Eskalation. Ein Bürgerkrieg scheint nicht weit entfernt zu sein.

Die Demonstranten seien am Ende ihrer Geduld, die Regierung gehe sehr aggressiv gegen sie vor.

"Am Mittag und Nachmittag hörte man Schüsse, man hörte das Donnern und nachher kamen dann die Tränengasschwaden zu uns rüber", so der Pastor, dessen Kirche an einem prominenten Platz für Demonstrationen liegt.

Frieden wird voraussichtlich nicht so schnell in Venezuela einkehren, ...

... denn die Opposition rief bereits zu weiteren Demonstrationen auf. (vck/rpe/rts)

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