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Eine Liebeserklärung an aufregende Kurven: Träume in Asphalt

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Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Und wohl nur die wenigsten können schlichtem Asphalt etwas Schönes abgewinnen. (Foto: Thomas Badtke)

Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Und wohl nur die wenigsten können schlichtem Asphalt etwas Schönes abgewinnen.

Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Und wohl nur die wenigsten können schlichtem Asphalt etwas Schönes abgewinnen.

Klar, das graue Band, das sich schmutzig und überfüllt seinen Weg durch den Großstadtdschungel bahnt, lädt nicht gerade zum Träumen ein. Abstoßend trifft es da schon eher.

Aber was ist, wenn der Asphalt als Alpenpass daherkommt?

Dann hat er etwas Magisches.

Er erzählt eine Geschichte.

Jede Kurve, jede Kehre fasziniert aufs Neue.

Der dröge Asphalt ist plötzlich interessant, ja aufregend - und die Serpentinen machen ihn auch irgendwie schön, den Asphalt der Alpenpässe.

In Europas größtem Gebirge gibt es Dutzende von ihnen.

Sie schlängeln sich den Bergspitzen entgegen.

Sie funktionieren als Brücken, verbinden Nord und Süd, West und Ost.

Italien, Österreich, …

… Frankreich, …

… die Schweiz und Deutschland.

Willkommen auf den Pässen, die die Welt bedeuten.

Einst waren sie Handels- und Postrouten, oder auch militärische Verbindungswege.

Anfangs des 20. Jahrhunderts nutzten sie hauptsächlich Wanderer und Alpinisten.

Die Radsportler folgten. Schrien sie in den Anfangszeiten der Tour de France noch Zeter und Mordio, weil das Wetter unberechenbar war und die Strapazen mit Fahrrädern ohne Gangschaltung schier unmenschlich anmuteten, hat sich das Blatt mittlerweile gewendet.

Die Passstraßen der Alpen sind heute nicht nur ein fester Bestandteil der großen Profi-Rundfahrten, ...

... auch immer mehr Hobbyradler versuchen sich an den steilen Anstiegen.

Den Körper an die Leistungsgrenze treiben, über sich hinauswachsen. Eins werden mit sich selbst.

Das ist vor allem deshalb heute möglich, weil die einst viel befahrenen Passstraßen zu verkehrsberuhigten Zonen geworden sind.

Die unzähligen und zum Teil monströsen Tunnelbauten durch die Alpen haben den Verkehr umgelenkt - …

… weg von den engen, zum Teil gefährlichen Passstraßen und Berggraten und hinein in mehrspurige, dunkle Röhren.

Was dem Autofahrer, der schnell von A nach B, von Berlin an den Gardasee beispielsweise, kommen will, entgegenkommt, hilft auch dem Sportfreund. Statt sich hinter den Autos und in deren stinkenden Abgasen den hochprozentigen Anstiegen …

… hinaufzuquälen, kann er die Tortur fast schon genießen. Den Blick schweifen lassen.

Der Natur und ihren Geräuschen zuhören, während er sich Kehre für Kehre, …

… Meter für Meter mit seinem Zweirad nach oben bewegt.

Unter den Reifen seines Gefährts glüht der Asphalt, über ihm selbst brennt die Sonne. Wenn er Glück hat, denn …

… in den Alpen ist das Wetter launisch. Im Sonnenschein losgefahren, …

… kann die Ausfahrt wenige Höhenmeter weiter bereits im Eishagel enden. Darauf muss der Sportler vorbereitet sein, wenn er sich aufmacht, die Pässe …

… der Alpen zu bezwingen, von denen allein mehr als 100 in der Schweiz liegen und …

… die so klangvolle Namen tragen wie Furkapass, …

… 2429 Meter hoch gelegen, 11 Prozent maximale Steigung; …

… Albula (2312 Meter, 12 Prozent maximale Steigung) …

… oder Tremola-St. Gotthard (2108 Meter, 8 Prozent maximale Steigung).

In Frankreich befinden sich der 2361 Meter hoch gelegene Izoard-Pass, …

… die 1867 erbaute Passtraße über den Galibier, mit 2645 Meter eine der höchstgelegenen in den Alpen; oder …

… auch der Pass über den Croix de Fer (2067 Meter hoch gelegen).

Auf 2757 Meter Höhe bringt es das Stilfserjoch in Südtirol, besser bekannt als Passo dello Stelvio.

Allein diese drei Worte lassen die Herzen von Radsportfans in aller Welt höher schlagen.

Am höchsten schlagen sie, wenn der Pass bezwungen ist, das Asphaltband hinter einem zurückbleibt - wie zauberhaft es sich auch immer in der Alpensonne winden mag, denn Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. (Text: Thomas Badtke, Bilder: Stefan Bogner "Escapes", erschienen bei Delius Klasing)

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