Bilderserie

St. Patrick's Day - ein irischer Exportschlager: Und mit einem Mal ist die Welt grün

Bild 1 von 43
Am 17. März gibt es eine vorherrschende Farbe: grün. (Foto: picture alliance / dpa)

Am 17. März gibt es eine vorherrschende Farbe: grün.

Am 17. März gibt es eine vorherrschende Farbe: grün.

Grün wie der Wald, …

… wie das Marsmännchen oder wie …

… der Klee. Sie haben rausgefunden, worum es geht? Korrekt: Am 17. März ist St. Patrick's Day.

Iren auf der ganzen Welt würdigen damit den Heiligen Patrick zu dessen Todestag.

Sankt Patrick, hier zu sehen als - nun ja - neuzeitliche Darstellung, ist der Nationalheilige der Iren. Er war ein christlicher Missionar, der im fünften Jahrhundert der Insel den Glauben brachte.

Die Legende geht so: Nach harter Kindheit als Schafshirte in Irland soll er in ein französisches Kloster emigriert sein und wurde dort zum Priester ausgebildet.

Papst Coelestin I. soll ihn dann als Bischof zurück in seine Heimat geschickt haben. Dort gründete er Klöster, Schulen, Kirchen. Er bekehrte angeblich tausende Heiden zum Christentum, …

… bevor er 461 in Downpatrick starb (Bild: sein angebliches Grab).

Der Legende nach befreite er die Insel von allen Schlangen - auch wenn es in Irland nie größere oder gar giftige Exemplare gegeben hat. Vielmehr symbolisiert das die Austreibung der heidnischen Dämonen.

Dieses Wunder soll der Heilige Patrick auf dem Berg Croagh Patrick vollbracht haben. 441 soll er auf den 764 Meter hohen Gipfel gestiegen sein und 40 Tage lang gefastet haben.

Dann hat er der Legende nach eine Glocke den Hang hinuntergeworfen und damit die Reptilien vertrieben.

Seither ist der Croagh Patrick ein beliebter Wallfahrtsort, den Tausende Gläubigen in jedem Sommer erklimmen.

Viele von ihnen tun das barfuß. Andere tragen Schuhwerk, wenn auch nicht immer besonders festes.

Um den Iren die Dreifaltigkeit Gottes zu erklären, nahm der Heilige Patrick angeblich Klee zur Hilfe, das ja in den meisten Fällen aus drei Blättern besteht.

Seither ist das Kleeblatt das bekannteste Nationalsymbol der Iren.

Neben den "Irish Pubs" natürlich, die sich mittlerweile in fast jeder mittelgroßen Stadt der Welt wiederfinden. Und damit wären wir beim Thema.

Denn viele Iren begehen den Nationalfeiertag reichlich unchristlich.

Vor allem auf den Straßen von Dublin bleibt am St. Patrick's Day kaum einer nüchtern.

Im überwiegend grünen Gewand verleibt sich der Ire dann gerne das eine oder andere Guinness ein - das schwere, dunkle Bier der Iren.

Gerne gewählte Verkleidung ist die des Leprechaun - zu erkennen am charakteristischen Hut. Der Leprechaun ...

... ist eine kleinwüchsige, vollbärtige Sagengestalt: ein Naturgeist, der Hüter des Goldschatzes am Ende eines Regenbogens ist.

Traditionell Teil der Feiern sind auch große Paraden - ähnlich der Karnevalsumzüge im Rheinland.

Besonders für junge Iren, die schon in den Betten liegen, wenn in den Pubs die Lichter an (und wieder aus) gehen, ist das - wie hier in Dublin - der absolute Höhepunkt des Tages. Eiserne Regel unter Kindern übrigens: Wer nichts grünes trägt, wird gezwickt.

Und immer wieder ist er zu sehen, der Heilige Patrick - ganz in grün.

Aber ihn sieht man am 17. März nicht nur in Irland an jeder Ecke.

Auch in den USA färben Menschen irischer Abstammung die Flüsse grün, ...

... lassen Leprechauns fliegen ...

... und es gerne einmal richtig krachen.

Weder Kirche (im Bild: der Erzbischof von New York, Timothy Dolan) ...

... noch Politik kommen an dem Fest vorbei. Der Springbrunnen vor dem Weißen Haus speit zu Ehren des Heiligen Patrick grünes Wasser ...

... und auch US-Präsidenten lassen sich vor den Kameras mit einem Dunkelbier aus der alten Welt blicken.

Warum? Ganz einfach: Insgesamt leben geschätzt 80 Millionen "Iren" in der Diaspora. Alleine in den USA leben mehr "Iren" als in Irland. Etwa 36 Millionen US-Amerikaner zählen sich zu den Irischstämmigen. Das sind mehr als ein Zehntel der gesamten US-Bevölkerung und damit eine wichtige Wählergruppe.

Da buddelt man gerne einmal einen eigenen Vorfahren von der grünen Insel aus: Barack Obamas Urururgroßvater war ein Ire. 2011 stattet Obama dem Heimatdorf dieses Ahnen, dem kleinen Moneygall im Herzen des Landes, einen viel beachteten Besuch ab.

Brauch ist es wegen des irischen Hintergrunds vieler US-Amerikaner auch, dass der irische Regierungschef, im Bild Enda Kenny, im Umfeld des St. Patrick's Day den USA einen Besuch abstattet.

Überall in den USA wird dann gedudelt und ...

... gefeiert.

Die Amerikaner sind ohnehin vernarrt in Paraden.

Und so bretzeln sich die Menschen wie hier in New York ebenfalls zum St. Patrick's Day auf, ...

... holen die beste Kutte aus dem Schrank und schauen, was da so marschiert.

Als Teil eines großen Plan der irischen Tourismusindustrie ist der St. Patrick's Day mittlerweile auf der ganzen Welt zu einem festen Termin im Party-Kalender geworden. Sydneys Oper erleuchtet ebenso grün ...

... wie der Berliner Fernsehturm.

Selbst im fernen Moskau trägt man am 17. März grün. Nach Guinness, Whiskey und Irish Pubs ist der St. Patrick's Day einer der größten irischen Exportschlager geworden.

weitere Bilderserien