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Politik

Auschwitz: Das Lachen der Mörder

 
Auschwitz: Das Lachen der Mörder

Vor 67 Jahren wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit.

Symbol für den Holocaust, für den bestialischen Massenmord an über sechs Millionen Menschen.

Wohl der düsterste, dunkelste Ort der jüngeren Geschichte.

Mehr als 1,1 Millionen Menschen starben hier.

Auschwitz war das größte Lager im "Dritten Reich" - die Realität gewordene Idee des nationalsozialistischen Rassenwahns.

Und der Geburtsort des "industriellen Massenmordes".

Jede Sekunde konnte den Tod bringen, es herrschte die reine Willkür.

Die Gefangenen wurden vergast, gefoltert, erschlagen, gequält, gehängt und erschossen.

Tausende starben an Hunger ...

... oder Krankheit und Entkräftung.

Doch ein solcher Massenmord ...

... funktioniert nicht ohne Täter.

Nicht ohne Menschen, die ihn minutiös organisieren.

Einer von ihnen: Karl Höcker. Der SS-Obersturmführer war von Mai 1944 bis Januar 1945 in Auschwitz stationiert. Höcker legte ein Fotoalbum an, sammelte private Aufnahmen, die rund um das Lager entstanden.

Die Bilder, die sich inzwischen im Besitz des United States Holocaust Memorial Museum befinden, erlauben einen Blick in den Alltag der Massenmörder von Auschwitz - nach Dienstschluss.

Wie soll man Höckers Bilder, die zwischen Beerenpflücken und Sonnenbad so unbeschwert und leicht daherkommen, kommentieren? Im Folgenden sind sie unterschrieben mit Erlebnissen von KZ-Überlebenden.

"Ich sah einen SS-Mann ein Kind bei den Füßen nehmen und in die Luft werfen, während ein anderer auf diese lebende Zielscheibe schoß."

"Die Zahl der Aufseherinnen nimmt zu; die Mißhandlungen gehen damit Hand in Hand. Sie wetteifern darin, am stärksten zu schlagen, am wildesten zu stoßen."

"Alle Pakete, die uns geschickt wurden, wurden beschlagnahmt, und man übergab uns nur die leere Verpackung."

"Man ernährte sich mit Aas, man verzehrte Katzen und Hunde. Die meisten Häftlinge waren nur noch wandelnde, mit Haut überzogene Skelette, oder aber sie waren infolge der durch den Hunger verursachten Schwellungen und Geschwulste übermäßig dick."

"Endlich zurück in den Baracken, fanden wir, daß die Hüllen der Strohsäcke sowie die Decken fehlten; wir schliefen auf verfaultem Stroh und Holzspänen, und es gab Läuse in einer Menge wie nie zuvor."

"Wenn z.B. der Schriftführer irrtümlich einen Todesfall vermerkt, was infolge der außerordentlich hohen Todesrate häufig vorkommt, wird der Fehler einfach durch die Ermordung des Trägers der betreffenden Nummer gutgemacht. Korrekturen sind nicht erlaubt."

"Weil ich am ersten Abend mein Bett nicht gut gemacht hatte, wurde ich gezwungen, die ganze Nacht zu tanzen; sobald ich aufhörte, erhielt ich Schläge."

"Die Frauen und jungen Mädchen wurden, wenn sie schön und gesund waren, in eine Spezialbaracke gebracht, wo die SS-Leute sie vergewaltigten, bis sie halb tot waren. Von dort schickte man sie ins Krematorium."

"Und während er über Leben und Tod von Hunderten oder Tausenden von Menschen mit einem Handzeichen entschied, pfiff oder summte der Arzt Opernmelodien vor sich hin." (Foto: 2 v.l. der berüchtigte Lagerarzt Dr. Josef Mengele)

"Wenn ein bestimmter SS-Mann durch die Lagerstraßen ging, warnte jeder Häftling seinen Nachbarn, und alle liefen, um sich zu verstecken. Es war ein Perverser, der die Menschen zu seinem Vergnügen tötete."

"Der Gruppenführer ließ ihn packen und seinen Kopf zunächst in die Latrine tauchen, dann begoß er ihn mit kaltem Wasser, zog seinen Revolver und schoß ihn nieder."

"Die Häftlinge wurden nicht nur dauernd von den SS-Männern und -Frauen geschlagen, sondern auch von den Hunden gebissen."

"Die Hunde wurden auch im Schlafraum losgelassen, um uns zum schnellen Aufstehen anzutreiben."

"Beim geringsten Ungehorsam gaben die SS-Leute 25 Schläge." (Foto: v.l.n.r.: Auschwitz-Kommandant Richard Baer, Lagerarzt Mengele und Rudolf Höß, ehemaliger Lager-Kommandant)

"Eine SS-Frau tötete eine kleine Französin, indem sie ihr Wasser zu trinken gab, bis sie keines mehr schlucken konnte. Sie warf sie hin, um sie mit Tritten ihres Stiefelabsatzes dazu zu bringen, das Wasser auszubrechen; sie schlug sie so, daß das Blut herausspritzte."

"Wenn man, zu Tode erschöpft, den Tag über schlecht gearbeitet und den SS-Mann irgendwie nicht zufriedengestellt hatte, kam man am Abend an den Galgen, dann in den Verbrennungsofen." (Foto: Ein Ausflug in die Umgebung)

"Den ersten Schock, den ich beim ersten Nachtappell bekam, war der Satz eines vorbeigehenden SS-Mannes, der den Blockführer fragte: 'Wieviele Tote?' Der andere antwortete: 'Zehn'. Und der SS-Mann erwiderte: 'Was, so wenig?'."

"Ein polnischer Priester wurde öffentlich kastriert. Danach verband sich der Priester mit einem Taschentuch; er kehrte dann mit Hilfe der Kameraden zum Block zurück, wo er ertränkt wurde."

"Wir wurden auch von SS-Frauen beaufsichtigt, die uns aus nichtigem Anlaß schlugen. Einige waren besonders niederträchtig. Wir bezeichneten sie mit folgenden Namen: Panther, Raubtier, Mops, Chinesin und dicke Kuh." (Foto: Beim Blaubeer-Sammeln)

"Es gab in Auschwitz ebenfalls einen Block, der speziell für medizinische Versuche reserviert war, die man an den gesündesten Frauen vornahm. Man nahm ihnen die Eierstöcke usw. heraus, ohne Narkose."

"Ein bestimmter Naziführer schoß auf jeden Häftling, den er auf der Straße sah, einfach aus Freude am Schießen." (Foto: Übungen auf dem Schießstand)

"Er tötete auf diese Weise Tausende von Häftlingen."

"Es lag da wie ein Haufen frisch geschlagenen Holzes ein Leichenhaufen von mehr als zwei Metern Höhe. (...) Aber das Blut konnte nicht ablaufen und hatte einen See gebildet; dieser reichte uns bis über die Knöchel."

"Ein SS-Mann, der betrunken, aber völlig ruhig war, zwang uns, an ihm vorbeizuziehen, unsere Kopfbedeckungen abzunehmen, um ihn zu grüßen, und tötete mit seinem Revolver nach Belieben."

"Eine bestimmte Zahl von Priestern wurde lebend bis zum Hals eingegraben, während die SS-Leute ihnen den Schädel mit Steinen zertrümmerten."

"So unterhielten sie sich mehrere Monate damit, für ihre Schießübungen die Köpfe der Kranken als Zielscheibe zu benützen."

"Es gab sogar ein Kommando junger Mädchen, die die zur Vergasung bestimmten Kinder ausziehen mußten. Man nannte dieses Kommando 'Die weißen Kleider'. Es erübrigt sich, von ihrem seelischen Zustand zu sprechen." (Foto: Jagdausflug)

"Als die Ungarn angekommen waren, brachte man sie, Tag und Nacht, innerhalb von zwei Monaten um. Es waren 600.000 bis 700.000. Die fünf Verbrennungsöfen genügten nicht. Man hob Gräben aus."

"Nachts sah man aus den Kaminen der Verbrennungsöfen zehn Meter hohe Flammen aufsteigen."

"Im Lager von Auschwitz gab es zum Beispiel keine Kinder. Sie wurden gleich nach ihrer Ankunft vergast." (Foto: Ausflug in ein Bergwerk)

Alle Bilder: USHMM, Washington, DC / Zitate der Zeugen - Aus dem Buch: Konzentrationslager. Dokument F 321 für den Internationalen Gerichtshof Nürnberg, Hrsg. vom Frz. Büro des Informationsdienstes über Kriegsverbrechen. www.Zweitausendeins.de

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