Bilderserie

Iwanow, Jakunin, Kowaltschuk & Co.: Das ist Putins engster Macht-Zirkel

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Wladimir Wladimirowitsch Putin - ... (Foto: AP)

Wladimir Wladimirowitsch Putin - ...

Wladimir Wladimirowitsch Putin - ...

... die Welt blickt zurzeit gespannt auf ...

... den russischen Präsidenten. Was denkt er? Was treibt ihn?

Und auf wen hört er im Ukraine-Konflikt? Angeblich gibt es ein ganzes Netzwerk an Vertrauten, die Putin in diesen Tagen beraten. Die wichtigsten haben wir in dieser Bilderserie zusammengestellt.

Da wären zum Beispiel die Rotenberg-Brüder Boris (links im schwarzen Jacket) und Arkadi (rechts in grau). Mit ihrem Unternehmen zogen sie sich im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Sotschi lukrative Verträge an Land. Die beiden Oligarchen wurden mit Kontosperrungen und einem Einreiseverbot belegt. Wie Putin stammen sie aus St. Petersburg. Boris ist ein Ex-Judopartner des Präsidenten.

Zur St.-Petersburg-Connection, dem Netzwerk zu dem vor allem Oligarchen und ehemalige Geheimdienstler gehören, zählt auch Andrei Fursenko. Bis 2012 war er russischer Bildungs- und Wissenschaftsminister, Berater ist er auch danach noch geblieben.

Sergej Glasjew gehört zum engsten Beraterstab Putins und ist zuständig für die Integration ehemaliger Sowjetrepubliken in ein eurasisches Bündnis. Vor Wochen sorgte Glasjew für Aufmerksamkeit, als er den ukrainischen Präsident Pedro Poroschenko als "Nazi" bezeichnete. Er ist genauso von den Sanktionen betroffen wie ...

... Sergej Naryschkin. Auch der Chef des russischen Parlaments stammt aus St. Petersburg. Er vertritt Russland zurzeit in der internationalen OSZE-Gruppe zur Ukraine.

Es gibt auch Frauen in Putins engstem Umfeld. Zum Beispiel Walentina Matwijenko. Die Vorsitzende des Föderationsrates war von 2003 bis 2011 Gouverneurin von St. Petersburg. "Ihr Demokratismus kennt keine Grenzen", soll sie mal zu Putin gesagt haben.

Weiter geht's in der russischen Wirtschaft. Dort gilt Wladislaw Menschikow als geschätzter Gesprächspartner des russischen Präsidenten. Menschikow ist Chef des größten russischen Rüstungskonzerns und Abwehrraketen-Fabrikanten Almaz-Antei.

Juri Walentinowitsch Kowaltschuk zählt sogar zu den engen Freunden Putins. Der Teilhaber der Bank Rossija hat den Spitznamen "Putins Banker" und ist zurzeit ebenfalls von Kontosperrungen und Einreiseverboten betroffen.

Das ist Igor Setschin, der Chef des staatlichen russischen Öl-Riesen Rosneft. Er wurde wie Putin in Leningrad geboren und war bis 2008 stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung.

Großen Einfluss hat auch Wladislaw Surkow. Im Jahr 2001 war er beteiligt an der Gründung von Putins Partei "Einiges Russland". Von 2011 bis 2013 war Surkow Vize-Ministerpräsident. Seitdem er ist persönlicher Berater Putins.

Er kommt zwar nicht aus St. Petersburg, wichtig ist Alexei Puschkow aber trotzdem im Kreml. Er, der in Peking geboren wurde, ist Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses.

Wjatscheslaw Wolodin ist stellvertretender Stabschef der Präsidialverwaltung Russlands. Vorher war er bereits stellvertretender Ministerpräsident und Chef des Generalstaabs. Wolodin ist für die politische Integration der Krim in die Russische Föderation verantwortlich.

Einer der wichtigsten, vielleicht sogar die wichtigste Person an Putins Seite ist wohl Sergej Iwanow.

Er, der ebenfalls aus St. Petersburg stammt, lernte Putin beim sowjetischen Geheimdienst KGB kennen. 1998 machte Putin ihn zu seinem Stellvertreter an der Spitze der KGB-Nachfolgeorganisation FSB. Von 2001 bis 2007 war Iwanow Verteidigungsminister. Heute leitet er die Präsidialverwaltung.

Ein Vertrauter Putins aus KGB-Zeiten ist auch Viktor Iwanow. Er leitet heute die russische Drogenkontrollbehörde.

Seine Wege kreuzten sich mit denen Wladimir Putins schon in den 90ern in St. Petersburg: Wladimir Koschin ist eigentlich Geschäftsmann, inzwischen leitet er jedoch die Wirtschaftsabteilung im Präsidialamt.

Ein Militär durch und durch: Waleri Gerassimow studierte in den 70ern an der Militärhochschule in Kasan. Seit 2010 ist er Generalstabschef der russischen Streitkräftes, seit 2013 Armeegeneral. Er steht ebenso auf der EU-Sanktionsliste wie Wladimir Koschin und ...

... Dmitri Rogosin. Der russische Vizeregierungschef ist ein Mann mit scharfer Zunge. Bei Twitter postete er zuletzt er eine Bildmontage. Ein Foto zeigte Putin mit einem Leoparden, das andere US-Präsident Barack Obama mit einem Pudel. Dazu schrieb Rogosin: "Wir haben unterschiedliche Werte und Bündnispartner." Nach dem MH17-Absturz kritisiert er, Washington habe bereits festgestellt , wer "schuldig ist, bevor die Untersuchung der Katastrophe beginnt".

Auch Dmitri Kosak ist ein Vertrauter Putins. Er organisierte dessen Präsidentschaftswahlkampf 2004. Als Vize-Ministerpräsident war er für die Vorbereitungen der Winterspiele in Sotschi verantwortlich. Inzwischen kümmert Kosak sich um die Eingliederung der Schwarzmeer-Halbinsel Krim.

Wladimir Jakunin stammt zwar nicht aus St. Petersburg, aber immerhin studierte er dort in den 70er-Jahren. Unter dem jungen Präsidenten Putin war er nach der Jahrtausendwende stellvertretender Verkehrs- und Eisenbahnminister. Seit 2005 ist er Präsident der russischen Eisenbahn - und enger Berater Putins. Bei einem Auftritt in Berlin im Mai diesen Jahres schimpfte Jakunin offen gegen die Travestiekünstlerin Conchita Wurst und verteidigte die russische Politik.

Weiter geht's mit Gennadi Timtschenko. Laut Magazin "Forbes" ist er die achtreichste Person in Russland mit einem Vermögen von etwa 14 Milliarden Dollar. Der Oligarch und enge Freund Putins steht auf der Sanktionsliste. "Die Sanktionen bereiten uns gewisse Schwierigkeiten, aber die sind unwichtig, wenn es um die Ziele unseres Landes geht", sagte Timtschenko kürzlich.

Nicht ganz unwichtig ist auch dieser Mann: General Jewgeni Murow ist für die Sicherheit des russsischen Präsidenten verantwortlich. Er ist der Chef von Putins Leibwache.

Noch Anfang März 2014 erklärte Sergej Schoigu, es befänden sich keine russischen Truppen auf der Krim. Dies sei mal dahingestellt. Dennoch gilt der Verteidigungsminister zu den gemäßigten Kräften in Putins Zirkel, die den Präsidenten immer wieder vor einer internationalen Isolation und den Folgen der Sanktionen warnen. Beide tauschen sich sogar beim Angeln aus.

Wie genau die Einflusssphären um Putin liegen, ist jedoch unklar. "Der Kreml ist wie eine Blackbox, viel dringt nicht nach draußen", sagt Russland-Experte Jens Siegert.

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