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Merkel mit Hitler-Bärtchen: Deutschland als Europas Sündenbock

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Zypern, Portugal, Spanien, Italien, Griechenland: In Südeuropa grassiert die Euro-Krise. (Foto: picture alliance / dpa)

Zypern, Portugal, Spanien, Italien, Griechenland: In Südeuropa grassiert die Euro-Krise.

Zypern, Portugal, Spanien, Italien, Griechenland: In Südeuropa grassiert die Euro-Krise.

Um der Probleme der überschuldeten Haushalte Herr zu werden, erlegen die Regierungen dieser Staaten ihren Völkern eine rigide Sparpolitik auf.

Die Sparkonten von Bankkunden in Zypern etwa werden teilenteignet. Ihre Guthaben schmelzen, die Geldautomaten spucken zeitweise keine Scheine mehr aus, der Volkszorn kocht hoch.

Tatsächlich müssen die Folgen der Krise in Südeuropa diejenigen ausbaden, die im Zweifel noch am wenigsten daran schuld sind: die sogenannten kleinen Leute.

Antreiber des Austeritätskurses sind die Partner in der Eurozone. Der Schuldige für die Misere ist für die Demonstranten auf den Straßen schnell gefunden.

Hassobjekt Nummer eins ist Kanzlerin Angela Merkel. Und da Merkel Deutsche ist, ist der schwache Punkt rasch gefunden: …

… die Vergangenheit Deutschlands als Unterdrücker des Kontinents.

Kaum eine Massendemonstration in Nikosia, Lissabon, Madrid, Rom oder Athen kommt ohne ein Plakat aus, das Merkels Konterfei mit aufgemaltem Hitler-Bärtchen zeigt.

Knechtete der Diktator vor rund 80 Jahren Europa noch militärisch und mittels eines Terrorregimes, so sind die angeblichen Waffen Merkels ökonomische.

Die Behauptung, Merkel wolle ein "4. Reich", ...

... wird auch in Zypern immer wieder gern wiederholt.

"Hitler, Merkel, derselbe Scheiß", so die einfache Botschaft vieler Demonstranten.

Der "böse Deutsche" ist wieder da.

So richtig "in Mode" kamen Merkel-Collagen in Nazi-Uniform ...

... schon während der Zuspitzung der Krise in Griechenland.

Merkel- und Hitler-Darsteller haben Hochkonjunktur.

Besonders drastisch trat der Merkel-Hass beim Besuch der Kanzlerin in Athen im Oktober 2012 zu Tage.

Sicherheitsbeamte hielten Merkel weit entfernt von Demonstranten, die ein in deutschen Augen geschmackloses Schauspiel aufführten.

Sie simulierten den Einmarsch Hitlers in Athen und stellten die Visite der Kanzlerin damit in eine Reihe.

Doch nicht nur auf den Straßen sind NS-Analogien häufig zu finden. Zuletzt griffen auch immer wieder Zeitungen zu diesem "Stilmittel". Vorreiter war im Jahr 2007 ein polnisches Wochenblatt.

Es folgten die rechte griechische Zeitung "Demokratie" …

… sowie der italienische "Libero".

Besonders brisant ist die Zeile "Quarto Reich" ("4. Reich") in der konservativen Zeitung "Il Giornale". Sie gehört dem Bruder von Medienunternehmer Silvio Berlusconi.

Zuletzt sorgte ein Kommentar in der an sich seriösen spanischen Tageszeitung "El País" für Aufsehen. In der Regionalausgabe Andalusiens – eine traditionell linke Ecke des Landes – schrieb der Wirtschaftsprofessor Juan Torres Lopez unter dem Titel "Deutschland gegen Europa": …

… "Wie Hitler hat Angela Merkel dem Rest des Kontinents den Krieg erklärt, diesmal, um sich wirtschaftlichen Lebensraum zu sichern."

Zwar distanzierte sich "El País" später von dem Kommentar. Dennoch spricht er vielen im Süden Europas aus dem Herzen.

Den meisten ist klar: Steigen ihre Länder aus dem Euro aus, geht es ihnen womöglich schlechter. Doch dann, nehmen sie an, können sie auch wieder selbst die Regeln bestimmen.

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