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Die Frau hinter Baschar al-Assad: Die untypische Araberin

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Die 36 Jahre alte Asma al-Assad ist die syrische "First Lady". Ähnlich wie ...

Die 36 Jahre alte Asma al-Assad ist die syrische "First Lady". Ähnlich wie ...

Die 36 Jahre alte Asma al-Assad ist die syrische "First Lady". Ähnlich wie ...

... Rania von Jordanien, die Frau des dortigen Königs Abdallah, ...

... galt Asma al-Assad lange als moderne Vorzeige-Araberin. 2008 bekam sie deshalb den Preis als "Arabische First Lady" des Jahres - verliehen vom "Arabischen Zentrum für Frauenstudien", das seinen Sitz in Paris hat.

Wegen des blutigen Konflikts in Syrien wackelt das Bild ihres Ehemannes, Präsident Baschar al-Assad. Das Ausland belegt Syrien mit Sanktionen, isoliert den Staat in der Levante zusehends.

Da fragt man sich: Wie kommt es, dass diese einst so gefeierte, offensichtlich moderne und ganz sympathisch wirkende Frau das mitmacht? Wer ist sie und was passiert hinter den Kulissen im Hause Assad?

Die in England aufgewachsene Arzttochter und der syrische Präsidentensohn lernten sich in London kennen.

Sie heirateten im Jahr 2000, als Baschar al-Assad syrischer Präsident wurde. Damals war Asma 25 Jahre alt. Nicht zuletzt wegen seiner repräsentablen Ehefrau galt der junge Präsident als Hoffnungsträger für Syrien.

Viele glaubten, Baschar würde die autokratischen Strukturen des Staates, den sein Vater Hafiz al-Assad jahrzehntelang geführt hatte, aufbrechen.

Seither reisten die Assads viel herum, Asma schmückte dabei den etwas unbeholfen wirkenden Augenarzt.

So wie hier in Paris beim Gipfel der Mittelmeer-Union 2008.

Oder sie empfing andere First Ladies in ihrer Heimat. Hier führt sie 2007 die Frau des damaligen pakistanischen Präsidenten, Sehba Muscharraf, durch die Altstadt von Damaskus.

Der rumänischen Präsidentenfrau Maria Basescu zeigte sie 2008 die berühmte Ummayyaden-Moschee, eine der Hauptsehenswürdigkeiten der syrischen Hauptstadt.

Im rosa Kostüm lässt sie sich beim Staatsbesuch in Indien 2008 die Hand vom indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh küssen.

Mit ihrer "Amtskollegin" Hayrunisa Gül kann Asma al-Assad es locker aufnehmen. Auch wenn sie äußerlich nicht danach aussieht: Asma ist Sunnitin, ihre Familie stammt aus dem heute zerstörten Homs.

Viele Königshäuser und Präsidentenpaare in Europa hat Asma al-Assad schon von innen gesehen - hier mit der spanischen Königin Sofia.

Hier schüttelt die studierte Finanzexpertin dem östereichischen Präsidentenpaar, Margit und Heinz Fischer, die Hände. Dabei versprüht sie kaum weniger Glamour ...

... als die Königin unter den europäischen Präsidentenfrauen höchstselbst, Carla Bruni-Sarkozy.

Mit ihr dinierte sie sogar, als sie und ihr Mann Paris besuchten.

Was die junge Mutter von anderen arabischen Präsidentenfrauen unterscheidet, ist schlicht die Tatsache, ...

... dass sie sich überhaupt in der Öffentlichkeit zeigt.

Und das sogar sehr privat.

Das brachte ihr angeblich auch Ärger mit ihrer Schwägerin ein. Buschra al-Assad (hier rechts im Bild hinter Baschar und seinem jüngeren Bruder Maher) gilt als öffentlichkeitsscheue Strippenzieherin im Assad-Clan. Von öffentlichen Auftritten hält sie im Gegensatz zu Asma nichts.

Aus England hat Frau Assad ihre Vorliebe für Pferde mitgebracht. Hier streichelt sie das Pferd eines Teilnehmers der Special Olympics, die 2009 in Damaskus abgehalten wurden.

Sie gibt sich sportlich auf dem Mountainbike und ...

... vor allem kinderlieb in ihrer Rolle als Repräsentantin des syrischen Staates, ob bei Waisenkindern ...

... oder palästinensischen Kindern in einem Flüchtlingslager in der Nähe von Damaskus.

Auch alte Menschen besucht die erste Dame im Staat, gerne begleitet von einer Kamera und wie immer top gestylt.

Gerne präsentiert sich Asma al-Assad auch als Hobby-Archäologin, die die vielen antiken Stätten in Syrien erkundet. Hier steigt sie in ein Loch in der historischen Stadt Ebla in Zentralsyrien.

Die fast 5000 Jahre alte Stadt Amrit, die in der Nähe der Mittelmeerküste liegt und vor dem blutigen Bürgerkrieg in Syrien viele Touristen anzog, ist der Präsidentengattin ebenfalls einen Besuch wert.

Zum Parthenon-Tempel in Athen kam Baschar sogar mit. Das war 2003, lange bevor das syrische Präsidentenpaar in Verruf geriet.

Egal, bei welchem Anlass, die britische Staatsbürgerin macht in der Tat immer eine gute Figur.

Für ihre allseits bewunderten Outfits fliegt Frau Assad am liebsten nach Europa, wo sie sich mit den neuesten Designerkreationen eindeckt.

Für Kleidung und Luxusartikel soll sie ein Vermögen ausgeben.

Doch die EU hat ihr das jetzt verboten. Vermutlich tut diese Sanktion mehr weh als so manch andere, die gegen das syrische Regime bereits verhängt worden ist, um es unter Druck zu setzen.

Es gibt zwar erstaunlich viele Bilder von Asma al-Assad, doch sie ist und bleibt vielen, die sich mit ihr beschäftigen, ein Rätsel.

Sie arbeitete vor ihrer Heirat mit Baschar al-Assad für JP Morgan und die Deutsche Bank Group. Für die Ehe mit dem zehn Jahre älteren Präsidentensohn gab sie ihre Karriere auf und ging mit ihm aus dem quirligen London ins beschauliche Damaskus.

Die ehemalige Finanzanalystin stellt sich seither ganz in den Dienst ihres Landes. 2010 hält sie eine Rede bei der internationalen Entwicklungskonferenz Syriens.

Wie groß ihr Einfluss auf ihren Ehemann und dessen Politik ist, darüber kann nur spekuliert werden. Lässt sie ihn machen ...

... oder ist sie die strenge Strippenzieherin im Hause Assad, die ihrem Mann beibringt, wo es langgeht?

Seit in Syrien der Aufstand ausgebrochen ist und die Armee mit aller Gewalt gegen die Abtrünnigen vorgeht, steht Asma al-Assad jedenfalls fest hinter ihrem Mann. Niemand weiß, was die Mutter von drei Söhnen zur politischen Lage wirklich denkt.

Überliefert ist allerdings, dass sie nicht gewillt ist, ins Exil zu gehen. Kürzlich veröffentlichte der britische "Guardian" private Emails des Assad-Ehepaares. Auf den Vorschlag einer Freundin aus Katar, sie solle doch in Doha ein neues Leben anfangen, reagierte Asma al-Assad demnach sehr kühl.

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