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Krise und kein Ende: Hilflosigkeit in Fukushima

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Auch über drei Monate nach dem Super-GAU in Fukushima gibt es keine genauen Informationen über die Lage an den Reaktoren. (Foto: AP)

Auch über drei Monate nach dem Super-GAU in Fukushima gibt es keine genauen Informationen über die Lage an den Reaktoren.

Auch über drei Monate nach dem Super-GAU in Fukushima gibt es keine genauen Informationen über die Lage an den Reaktoren.

Nur häppchenweise gesteht der Betreiber Tepco ein, wie ernst die Lage in dem havarierten AKW wirklich ist.

Es dauerte Wochen, bis das Unternehmen bestätigte, was Experten schon lange vermuteten – dass die Kernschmelze in verschiedenen Reaktorblöcken schon in den ersten Tagen der Katastrophe stattgefunden hat.

Die Aufräumarbeiten kommen kaum voran und können nach Ansicht von Strahlenexperten Jahrzehnte dauern.

Im Keller haben sich tausende Tonnen verstrahltes Wasser angesammelt. Es wird seit Wochen zur Kühlung der Brennstäbe in die Gebäude gepumpt.

Doch die Gebäude sind von Erdbeben und Tsunami schwer beschädigt, immer wieder fließt das kontaminierte Wasser in den Pazifik.

Um dem Problem des verstrahlten Wassers Herr zu werden, versuchen die Arbeiter seit Wochen, eine Anlage zur Dekontaminierung der Brühe in Betrieb zu nehmen.

Bei einem Testdurchlauf mit schwach verseuchtem Wasser sei erfolgreich der Cäsium-Gehalt auf das gewünschte Niveau reduziert worden, gab die japanische Atomaufsicht inzwischen bekannt.

Ursprünglich hatte Tepco das System schon früher einsetzen wollen.

Nun fürchtet Tepco jedoch, "um den 20. Juni herum" könnte der Keller von Reaktorblock 2 überlaufen.

Fieberhaft arbeiten die Techniker daran, Platz für neues Wasser zu schaffen. Denn die Taifun-Saison steht vor der Tür, schon bald sind heftige Regengüsse zu erwarten.

Riesige Tanks sollen das verseuchte Wasser aufnehmen, bis es wieder dekontaminiert werden kann.

Das entseuchte Wasser soll dann wieder zur Kühlung eingesetzt werden.

Die Befürchtungen sind groß, die verseuchte Brühe könnte einfach ins Meer laufen und radioaktives Material würde sich in langlebigen Lebewesen der Nahrungskette im Meer ablagern.

Für die Arbeiter vor Ort wird es immer schwieriger. Sie arbeiten nicht nur unter ständiger Gefahr, verstrahlt zu werden. Inzwischen wird es in den Gebäuden immer heißer und feuchter.

An manche Stellen kommt das Tepco-Personal wegen der gewaltigen radioaktiven Schuttberge und der gefährlichen Hitze kaum noch heran.

Die Abklingbecken sind teilweise zerstört, noch immer lagern dort allerdings Brennelemente, die so schnell wie möglich umgelagert werden müssten.

Inzwischen veröffentlicht Tepco Bilder, die im Inneren der Gebäude mit einer Gamma-Kamera aufgenommen sind.

Sie zeigen nicht nur den Zustand, sondern orten gleichzeitig auch die radioaktive Strahlung.

Dafür wird die Gammastrahlung in sichtbares Licht umgewandelt.

Auch ohne dieses aus der Medizin stammende bildgebende Verfahren ist klar, dass viele der eingesetzten Arbeiter längst mehr Strahlung ausgesetzt waren, als die Grenzwerte eigentlich zulassen.

Zuletzt hatte es von Tepco geheißen, vermutlich seien sechs weitere Arbeiter einer Überdosis radioaktiver Strahlen ausgesetzt gewesen.

Immer wieder wird das Energieunternehmen dafür kritisiert, nicht richtig zu informieren und schlecht für die Sicherheit der Arbeiter zu sorgen.

Trotzdem fühlen sich viele verpflichtet, zu helfen, um die Krise in dem Atomkraftwerk zu überwinden.

Um zu verhindern, dass Wind und Wetter ungehindert radioaktive Partikel in die nähere und weitere Umgebung blasen, soll demnächst zunächst Reaktor 1 mit einer Schutzplane aus Polyester umgeben werden.

Die Hülle muss vor allem wasser- und winddicht sein. Auch damit soll verhindert werden, dass noch mehr radioaktiv verseuchtes Material aus den Atomruinen fließt.

Der Betreiberkonzern zeigt den ganzen Aufbau mittels einer Computersimulation. Ein spezieller Kran soll die vorgefertigten Teile fast selbstständig zusammen bauen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende September.

Der ganze Aufbau hat eine Breite von 42,3 Metern, eine Länge von 46,9 Metern und eine Höhe von 48 Metern.

Auf das Polyesterzelt wird dann noch ein Dachgerüst aufgesetzt. Angeblich ist die Konstruktion erdbebensicher.

Tepco will mit dem Bau am 27. Juni beginnen. Bewährt sich das neue Verfahren, soll es auch bei den beschädigten Blöcken 3 und 4 angewendet werden.

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