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Krieg, Terror, Katastrophen: Immer mehr Menschen sind auf der Flucht

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Es sind Dimensionen, die jedes Vorstellungsvermögen übersteigen. (Foto: AP)

Es sind Dimensionen, die jedes Vorstellungsvermögen übersteigen.

Es sind Dimensionen, die jedes Vorstellungsvermögen übersteigen.

Weltweit sind im Jahr 2012 mehr als 45 Millionen Menschen auf der Flucht.

Das ist der höchste Stand seit fast 20 Jahren, wie die Vereinten Nationen in ihrem jüngsten Flüchtlingsbericht erklären. (Im Bild: Das weltweit größte Flüchtlingslager Dadaab in Kenia.)

"Diese Zahlen sind wahrhaft alarmierend", meint UN-Flüchtlingshochkommissar António Guterres.

"Wir erleben eine Zunahme neuer Konflikte, und es scheint, dass die alten nicht enden".

Allein im vergangenen Jahr flohen 7,6 Millionen Frauen, Männer und Kinder aus ihrer Heimat.

Dies bedeutet ein neuer Flüchtling alle 4,1 Sekunden.

Oder, wie es Guterres erklärt: "Das macht einen Mensch pro Wimpernschlag."

Besonders dramatisch dabei: ...

... Fast die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder.

Zunehmend sind sie auch alleine auf der Flucht.

Für Guterres ist das eines "der schwersten humanitären Probleme".

Zumal viele der Kinder schwer traumatisiert sind und durch ihre Flucht eine normale Schulausbildung kaum möglich ist.

Das Gros der registrierten Flüchtlinge, 55 Prozent, stammt aus fünf Ländern mit den derzeit blutigsten Konflikten: ...

... Syrien, Afghanistan, Somalia, Irak und Sudan.

Besonders betroffen ist Afghanistan, das seit Jahrzehnten von Kriegen und Terror heimgesucht wird: ...

... 2,6 Millionen Afghanen leben außerhalb ihres Landes, weil sie in der Heimat nicht sicher sind.

Auch in den afrikanischen Krisenländern Mali, Demokratische Republik Kongo und Sudan wächst die Zahl der Flüchtlinge.

Dabei vertreiben nicht nur Kriege die Menschen aus ihrer Heimat.

Naturkatastrophen, Hunger, Verfolgung und bitteres Elend sind weitere Gründe.

Die meisten fliehen auf abenteuerliche Weise, ...

... und oft genug endet die Flucht mit dem Tod.

Allein im Mittelmeer sterben jedes Jahr hunderte Flüchtlinge aus Afrika.

Da Europa sich zunehmend abschottet, bleiben die Versuche, dort Zuflucht zu finden, meist hoffnungslos.

Die Hauptlast bei der Aufnahme von Flüchtlingen tragen Staaten, die eh schon bettelarm sind.

Mehr als 80 Prozent der Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern.

Das wichtigste Aufnahmeland ist immer noch Pakistan mit 1,6 Millionen Flüchtlingen, ...

... gefolgt vom Iran mit 868.000 Menschen. Deutschland steht immerhin an dritter Stelle mit 590.000 Flüchtlingen.

Inzwischen ist es vor allem der Syrien-Krieg vor Europas Haustür, der zu einem enormen Anstieg der Flüchtlingszahlen führt.

Schon jetzt sind innerhalb Syriens mehr als 4 Millionen Menschen auf der Flucht vor Bomben und Terror.

In die Nachbarländer haben sich zudem 1,6 Millionen Syrer geflüchtet.

Und es werden noch deutlich mehr.

Bis zum Ende des Jahres könnten mehr als 10 Millionen Syrer Flüchtlinge im eigenen Staat oder im Ausland sein.

"Syrien löst sich als Zivilisation auf mit fast der Hälfte seiner Bürger in Abhängigkeit von Nothilfe", warnt UNHCR-Chef Guterres.

Im Fall Syrien zeigt sich auch beispielhaft, ...

... wie die Aufnahme von Flüchtlingen viele Staaten vor gravierende Probleme stellt: ...

... Enorme Kosten, politische und soziale Instabilität, Nahrungs- und Wassermangel sind nur einige der Folgen.

Dabei hatten die Nachbarländer Syriens die ersten Flüchtlinge noch durchaus willkommen geheißen.

Doch angesichts hunderttausender Flüchtlinge verstärken sich dort die Spannungen.

Und es wird immer schlimmer. Bis zum Ende des Jahres erwarten den Libanon eine Millionen syrische Flüchtlinge - das ist fast ein Viertel der gesamten Bevölkerung. Schon jetzt gibt es Demonstrationen und Ausschreitungen.

"Politisch gesehen ist die Flüchtlingskrise für den Libanon eine Bombe", sagt etwa Bruno Rotival, der regionale Koordinator der EU-Nothilfe Echo.

Ähnlich sieht es Etienne Labande vom Welternährungsprogramms WFP im Gespräch mit n-tv.de. "Es kann so nicht weitergehen", meint er. Der Libanon stünde am Rande des Abgrunds.

Kaum besser sieht es in Jordanien aus, wo bald ein Fünftel der Bevölkerung aus syrischen Flüchtlingen besteht. Schon jetzt leidet das Land unter enormer Wasserknappheit, die sich immer weiter verschärft.

UN-Flüchtlingskommissar Guterres fordert daher von der Weltgemeinschaft, Syriens Nachbarn bei der Versorgung der syrischen Flüchtlinge zu unterstützen.

Es ist eine Forderung, die alle Hilfsorganisationen sofort unterstützen.

Ihnen ist klar: Die Flüchtlingskrisen kosten Milliarden Euro.

Doch auch mit noch so viel Geld lässt sich das Leid der Millionen Flüchtlinge in aller Welt nicht aufwiegen.

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