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"Die erste große Niederlage der USA": Invasion in der Schweinebucht

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Das Ziel ist es, die kubanische Revolutionsregierung zu stürzen, doch die Operation scheitert in nur 65 Stunden. (Foto: REUTERS)

Das Ziel ist es, die kubanische Revolutionsregierung zu stürzen, doch die Operation scheitert in nur 65 Stunden.

Das Ziel ist es, die kubanische Revolutionsregierung zu stürzen, doch die Operation scheitert in nur 65 Stunden.

Es wird "die erste große Niederlage des nordamerikanischen Imperialismus in Lateinamerika", wie der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro später sagt.

Am 15. April 1961 bombardieren US-Flugzeuge mit gefälschten kubanischen Hoheitszeichen drei kubanische Militärflughäfen. Damit soll der Eindruck erweckt werden, die eigene Luftwaffe rebelliere gegen Castro. Fünf US-Bomber werden abgeschossen.

Bei der Trauerfeier für die bei den Angriffen getöteten Kubaner am folgenden Tag verkündet Castro zum ersten Mal, dass seine Revolution sozialistisch sei.

Zu diesem Zeitpunkt sind bereits 1500 vom US-Geheimdienst CIA ausgebildete und gesteuerte Exilkubaner mit mehreren Schiffen unterwegs nach Kuba. Sie landen am Morgen des 17. April 1961 in der Schweinebucht rund 170 Kilometer südöstlich der kubanischen Hauptstadt Havanna.

Ihr Plan ist es, den Weg frei zu machen für eine "provisorische Regierung", die aus Miami eintreffen und von Kuba aus um ein militärisches Einschreiten der USA bitten soll.

Doch sie werden schon bei der Landung entdeckt - und mit Artilleriefeuer aus sowjetischen Geschützen empfangen.

Während die Exilkubaner in Florida gespannt die Nachrichten verfolgen, werden die Eindringlinge eingekesselt. Kubanische Flugzeuge versenken zwei Schiffe, die übrigen ziehen sich zurück.

Castro selbst befehligt die Kämpfe.

Das Bild zeigt den "Máximo Líder", wie er nach seiner Ankunft in der Nähe der Schweinebucht von einem Panzer springt.

Am 19. April nehmen die kubanischen Truppen (Bild) die letzten Söldner gefangen.

Weit davon entfernt, das Ziel der USA zu erreichen, zerstören die Kämpfe den Mythos der Unbesiegbarkeit Washingtons, ...

... stärken die revolutionäre Regierung in Havanna und führen sie noch stärker an die Sowjetunion heran.

Castro, der sich ursprünglich auf einem "dritten Weg" zwischen den USA und der Sowjetunion gesehen hatte, erklärt Kuba noch im selben Jahr zu einem sozialistischen Land. (Hier neben Juri Gagarin bei einem Empfang in der russischen Botschaft in Havanna am 26. Juli 1961.)

Die blutige Bilanz: Nach aktuellen kubanischen Angaben gibt es unter den Invasoren 108 Gefallene, auf kubanischer Seite 156. Mehr als 1100 Exilkubaner werden gefangen genommen ...

... und erst Ende 1962 m Tausch gegen Arzneimittel und Babynahrung im Wert von 53 Millionen US-Dollar in die USA entlassen.

Dort werden sie als Helden gefeiert.

1961 liegt der Triumph der Revolutionäre um Fidel Castro gerade erst zwei Jahre zurück. Diktator Fulgencio Batista war am 1. Januar 1959 geflohen.

Castro ist nicht von Anfang an der Todfeind der USA. Mit dem US-amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway geht er angeln, ...

... er liebt Baseball, ...

... trifft den US-amerikanischen Vizepräsidenten Richard Nixon, ...

... und bei einem Besuch in New York im April 1954 isst er Hotdogs.

Die Beziehungen zwischen Washington und Havanna verschlechtern sich jedoch, als die Kubaner damit beginnen, US-amerikanische Ländereien und Unternehmen zu enteignen.

Die USA reagieren mit Boykottmaßnahmen, Kuba findet mit der Sowjetunion einen neuen Käufer für kubanischen Zucker und einen neuen Lieferanten von Erdöl.

Da politischer und wirtschaftlicher Druck nicht fruchten, lässt US-Präsident Dwight D. Eisenhower Strategien erarbeiten, die Regierung in Havanna zu stürzen - eine Strategie, die bereits 1953 im Iran und 1954 in Guatemala erfolgreich ausprobiert worden war.

Schließlich gibt er grünes Licht für die Invasion in der Schweinebucht. Als es so weit ist, amtiert bereits John F. Kennedy im Weißen Haus.

Nach dem Scheitern der Invasion behauptet Kennedy zunächst, von den Plänen nichts gewusst zu haben.

Später sagt er, er habe erst nach Amtsantritt Ende Januar 1961 die Planung von Eisenhower übernommen. Doch das stimmt offenbar nicht (das Bild zeigt Kennedy und Eisenhower am 22. April 1961 beim gemeinsamen Spaziergang nahe Camp David).

Er habe Kennedy noch als Präsidentschaftskandidat über die Pläne informiert - Monate bevor er Präsident wurde, sagt der damalige Gouverneur von Alabama, John Patterson, kurz vor dem 50. Jahrestag der Invasion.

Wie auch immer - die Feindschaft zwischen Kuba und den USA gehört seit 1961 zu den Konstanten der US-amerikanischen Politik.

Im Oktober 1962 führt die Krise um die Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba die Welt an den Rand eines Dritten Weltkriegs.

Nach Recherchen des Journalisten Wilfried Huismann von 2005 steckt Kuba sogar hinter der Ermordung von John F. Kennedy im Jahr 1963. Der Grund: Kennedy seinerseits habe Castro umbringen lassen wollen.

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