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Die meistverkaufte Waffe der Welt: Kalaschnikow mit Ladehemmung

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Praktisch, handlich und effektiv: Die AK-47 ist das meistgebaute Sturmgewehr der Welt. (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Praktisch, handlich und effektiv: Die AK-47 ist das meistgebaute Sturmgewehr der Welt.

Praktisch, handlich und effektiv: Die AK-47 ist das meistgebaute Sturmgewehr der Welt.

Rund 100 Millionen Stück sollen seit der Entwicklung des Prototyps ...

... durch Namensgeber Michail Kalaschnikow (im Bild) im Jahr 1947 produziert worden sein.

Seitdem schwören Dutzende Armeen auf die für ihre tödliche Zuverlässigkeit berüchtigte Standardwaffe.

Die Kalaschnikow gilt auch als Lieblingsschießgerät von Rebellenbewegungen und ...

... Terrortrupps: Sie ist vergleichsweise leicht, ungemein robust, einfach zu bedienen und verfügt über eine enorme Durchschlagskraft.

Ihr Ruf ist legendär: Das russische Sturmgewehr wird auch von privaten Waffennarren geschätzt.

Als Symbol der Revolution hat es das russische Sturmgewehr gar schon auf die Flagge des südostafrikanischen Landes Mosambik geschafft.

Mittlerweile sind die zahlreichen Modellvarianten und Weiterentwicklungen der Kalaschnikow in 106 Ländern rund um den Globus verbreitet.

Überall wo Krieg herrscht, sind Kalaschnikows im Einsatz: Schon aus der Ferne verbreitet ihr trockenes Bellen Angst und Schrecken. Jeder Schuss kündet von brutaler Gewalt.

Auch wenn detaillierte Zahlen zu Anzahl und Verwendung der vergleichsweise billigen Waffe bei Freischärlern, Piraten, Großkriminellen oder zwielichtige Untergrundgruppen ...

... kaum aufzutreiben sind: Das Gewehr mit dem bananenförmig gebogenen Magazin ist unverkennbar. In nahezu allen Konflikten der Welt taucht das Sturmgewehr auf - als Symbol, als Drohung und als todbringendes Kriegsgerät.

In Uganda, heißt es, kostet eine Kalaschnikow zuweilen nicht mehr als ein Huhn.

Man könnte also meinen, dem Hersteller der Awtomat Kalaschnikowa obrasza 47 (kurz AK-47) müsste es blendend gehen.

Doch weit gefehlt: Die beiden russischen Waffenwerke Ischmech und Ischmasch stecken tief in der Krise - denn selbst das russische Verteidigungsministerium hat kein Interesse mehr an den Waffen aus heimischer Produktion.

Das mag auch daran liegen, dass die russische Armee mehr Sturmgewehre aus dem Hause Kalaschnikow besitzt, als sie je brauchen wird.

Nach Angaben des Generalstabs befinden sich 17 Millionen AK-47 auf Lager. Dabei hat das Land nur eine Million Soldaten.

Zudem passen die antiquierten Gewehre nur noch bedingt ins Arsenal der Atommacht.

Bereits vor seiner Rückkehr in den Kreml hatte Wladimir Putin angekündigt, künftig auf modernere Waffen, vor allem auf Kampfjets und Hubschrauber, zu setzen.

Die aktuellen Absatzprobleme haben sich die Russen selbst eingebrockt: Zu Sowjetzeiten hatte man großzügig Genehmigungen zur Herstellung des Sturmgewehrs ins Ausland vergeben.

Bei einem Großteil der Millionen Kalaschnikows, die in Afrika und Lateinamerika im Einsatz sind, handelt es sich um Nachbauten, für die Russland keinen einzigen Rubel bekam.

So gibt es etwa eigene AK-47-Versionen aus China, Bulgarien oder dem Irak.

Nach dem Ende des Warschauer Pakts liefen zwar alle Lizenzen zur Herstellung aus, doch frühere Partner bastelten munter weiter an ihren eigenen Knarren und jagten den Russen Marktanteile ab.

Besonders die billigen Kopien aus Asien, heißt es, setzen dem Hersteller des Originals zu.

Der greise Staatsheld Kalaschnikow kämpft um sein Lebenswerk. Lange war ihm die ernste Lage "seiner" Firma mit Rücksicht auf seine angeschlagene Gesundheit verschwiegen worden.

Nun hat er sich mit einem Brandbrief an Kreml-Chef Wladimir Putin gewandt. Dieser solle doch bitte zusehen, dass das marode Geschäft wieder ein wenig in die Gänge kommt.

Doch beim Präsidenten dürfte Kalaschnikow damit auf taube Ohren stoßen.

Zwar soll die Armee auf Geheiß Putins bis 2020 für Abermilliarden generalüberholt werden.

Doch das Geld werde kaum reichen, um auch die maroden und überdimensionierten Rüstungsbetriebe auf Vordermann zu bringen, meinen Experten.

Eine kleine Hoffnung gibt es dennoch: Die beiden Waffenschmieden Ischmech und Ischmasch sollen am Standort Ischewsk unter der neuen Dachmarke "Kalaschnikow" zusammengelegt werden und sich gemeinsam auf die Entwicklung und Produktion der neuen Maschinenpistole AK-12 konzentrieren.

Doch bereits jetzt zeichnet sich ab, dass das russische Verteidigungsministerium auch an der neuen Kalaschnikow nicht sonderlich interessiert ist.

Die neuen Kalaschnikows böten keine bedeutenden Vorteile im Vergleich zu den alten, kritisiert der Generalstab.

Auch die medienwirksame Ankündigung einer "Kalaschnikow für eine Hand" erwies sich unternehmerisch als Flop.

Gleichwohl kann man sich in Ischewsk sicher sein, dass die im Jahr 1807 von Alexander I. geschaffene Waffenschmiede im mittleren Ural, schon alleine durch den Export in andere Länder, nicht verschwinden wird.

Denn solange bewaffnete Kräfte auf dieser Welt ihr Unwesen treiben, ...

... wird der Name Kalaschnikows wohl so schnell nicht in Vergessenheit geraten.

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