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Stealth-Flugzeuge aus China: Kampfjets mit Tarnkappe

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In Fachkreisen sorgen diese Aufnahmen für erhebliches Aufsehen: Anfang 2012 November erscheinen in chinesischen Medien Bilder einer bislang unbekannten Maschine. An der Seite einer Shenyang J-11BS (links), so heißt es, absolviere ein "Guying" genannter Stealth-Jet seinen Jungfernflug. (Foto: REUTERS)

In Fachkreisen sorgen diese Aufnahmen für erhebliches Aufsehen: Anfang 2012 November erscheinen in chinesischen Medien Bilder einer bislang unbekannten Maschine. An der Seite einer Shenyang J-11BS (links), so heißt es, absolviere ein "Guying" genannter Stealth-Jet seinen Jungfernflug.

In Fachkreisen sorgen diese Aufnahmen für erhebliches Aufsehen: Anfang 2012 November erscheinen in chinesischen Medien Bilder einer bislang unbekannten Maschine. An der Seite einer Shenyang J-11BS (links), so heißt es, absolviere ein "Guying" genannter Stealth-Jet seinen Jungfernflug.

Die neue Offenheit im Umgang mit bislang hochgeheimen Rüstungsprogrammen weckt nicht nur den Argwohn westlicher Beobachter. Chinas Nachbarstaaten sehen darin ein klares Signal: China strebt die absolute Lufthoheit über Asien und dem Pazifik an. Ein neuer Rüstungswettlauf droht.

Eine Reihe gut erkennbarer Details des neuen Jets stechen Luftfahrtexperten sofort ins Auge: der kantige Rumpf, die vorgezogenen Triebwerkseinlässe, die Form des Cockpits, die gewinkelten Seitenruder - ...

... das alles deutet auf Tarnkappeneigenschaften hin, mit denen es dem Jet gelingen könnte, auf den Radarschirmen seiner künftigen Gegner so gut wie unsichtbar zu bleiben.

Und da ist noch etwas: Chinas neuer Tarnkappen-Jet sieht einem Konkurrenzmodell aus den USA verblüffend ähnlich.

Handelt es sich bei der J-31 wirklich um eine reine Eigenentwicklung der jungen chinesischen Luftfahrtindustrie?

Oder zeigt Peking hier eine mehr oder weniger maßstabsgetreue Kopie des derzeit modernsten Kampfjets der US-Streitkräfte?

Westliche Experten sehen jedenfalls große Übereinstimmungen mit dem neuesten Mehrzweckkampflugzeug der US-Rüstungsschmiede Lockheed Martin, dem "Joint Strike Fighter".

Die F-35 ist ein Kampfflugzeug der sogenannten fünften Fighter-Generation.

Ein Hightech-Kampfjet, der auch unter voller Bewaffnung noch mehr oder weniger unerkannt vom Gegnern tief in feindliche Lufträume eindringen kann.

Schwenkbare Düsen verleihen dem US-Jet faszinierende Fähigkeiten: Die F-35 kann dank Extrantrieb auf der Stelle schweben sowie senkrecht starten und landen.

Im Rumpf verborgene Waffenschächte können bis zu 1,3 Tonnen neuester Bomben und Raketen aufnehmen.

Zusammen mit den externen Aufhängepunkten unter den Flügeln kann die F-35 bis zu acht Tonnen Zuladung ins Zielgebiet tragen.

Größer und schneller als die F-35 ist die F-22 "Raptor", ein zweistrahliger Luftüberlegenheitsjäger, der ebenfalls über einige Stealth-Eigenschaften verfügt.

Die beiden US-Jets Raptor und Lightning sollen sich bei Verteidigung und Angriff ergänzen: Bis vor wenigen Jahren waren die USA noch die einzige militärische Supermacht, die Flugzeuge für Stealth-Angriffe in den Einsatz werfen konnte.

Vorreiter im Einsatz über dem Kosovo und im Irak war die F-117 "Nighthawk", der erste serienreife Bomber, bei dem die Tarnkappen-Technologie konsequent umgesetzt wurden.

Der dringende Wunsch, möglichst lange unsichtbar zu bleiben, führt auch bei dem deutlich größeren Stealth-Bomber Northrop B-2 "Spirit" zu flugtechnisch schwer beherrschbaren Formen.

Dank ausgefeilter Avionik bleibt dieser Nurflügler trotz allem sicher in der Luft: Per Luftbetankung lässt sich auch die Reichweite extrem ausdehnen - wenn es sein muss auch rund um die Erde.

Die Tarnkappentechnik sicherte den USA einen für die Militärstrategen ungemein wertvollen Vorsprung - und den beteiligten Unternehmen sichere Exporterfolge im Verkauf an ausgesuchte US-Verbündete. Doch diese Vormachtsstellung ist dahin ...

Im Sommer 2011 führt Russland auf der Rüstungsmesse MAKS in Moskau erstmals eine Suchoi T-50 (links) im Vorbeiflug vor. Die russische Neuentwicklung soll ebenfalls eine niedrige Radarsignatur aufweisen.

Und wenige Monate zuvor erregte dieses Foto aus China Aufsehen: Es zeigt - zur Überraschung westlicher Geheimdienste - offenbar den Prototypen eines J-20- Stealth-Fighters aus chinesischer Produktion bei den Vorbereitungen zum Testflug.

Diese Maschine erinnerte nicht nur US-Beobachter stark an die Konstruktionsprinzipien der F-22.

Und auch hier vermuteten Analysten eine gezielte Veröffentlichung: Die Fotos tauchten just während eines Peking-Besuchs des damaligen US-Verteidigungsministers Robert Gates auf.

Die Ähnlichkeiten sind frappierend. Offenbar sieht Peking mittlerweile den Zeitpunkt gekommen, der Welt die Fortschritte bei der Aufrüstung der Volksbefreiungsarmee nicht länger zu verbergen.

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