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Athen im Belagerungszustand: Merkel in Griechenland nicht willkommen

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Das Regierungszentrum in Athen ist hermetisch abgeriegelt. (Foto: dpa)

Das Regierungszentrum in Athen ist hermetisch abgeriegelt.

Das Regierungszentrum in Athen ist hermetisch abgeriegelt.

Ein meterhoher Zaun versperrt den Zugang zu Parlament, Präsidentenpalast und dem Sitz des Ministerpräsidenten, als die Bundeskanzlerin eintrifft.

Mehr als 30.000 Menschen haben sich auf dem Syntagma-Platz versammelt.

Die Situation ist aufgeheizt.

Einzelne Vermummte werfen Steine, …

… die Polizei feuert Tränengasbomben ab.

Andere Demonstranten versuchen, die Situation nicht eskalieren zu lassen.

Über Megaphone mahnen sie zur Ruhe.

Plakate mit der Aufschrift "Frau Merkel raus hier" werden hochgehalten.

Sie zitieren Bertolt Brecht: "Angela, weine nicht. Da ist nichts im Schrank, was zu holen wäre."

Ein freundlicher Empfang für die deutsche Bundeskanzlerin ist das nicht, obwohl die "Respekt und Unterstützung für die Reformanstrengungen" ausdrücken wollte.

Egal, wie die Beteuerungen aus Berlin sind: Griechenland erwartet neue Hilfszusagen für das von der Zahlungsunfähigkeit bedrohte Land.

Alles andere würde in Athen als neuerlicher Affront gewertet.

Tatsächlich bringt die Kanzlerin ein kleines Geldgeschenk mit: 30 Millionen Euro.

Das Geld ist bereits für zwei unter deutscher Betreuung stehende EU-Projekte verplant.

Dabei geht es um den Aufbau der regionalen Verwaltung und Verbesserungen im Gesundheitswesen.

Griechenland wird fast erdrückt von der Zinslast und braucht dringend Geld, um dem Teufelskreis der Rezession zu entrinnen.

Merkel äußerte großes Verständnis für die Nöte der Griechen, denen viel abverlangt werde.

Inzwischen sei jedoch "ein großes Stück des Weges zurückgelegt".

Samaras sagte zu, dass sein Land die Reformzusagen erfüllen werde.

"Alle, die gewettet haben, dass Griechenland untergeht, werden diese Wette verlieren."

Auf die Frage, ob er eine Garantie für den Verbleib seines Landes in der Eurozone erhalten habe, antwortete er jedoch ausweichend.

Am Rande des Kurzbesuchs gab es massive Proteste gegen das vermeintliche Spardiktat aus Europa.

In Athen waren mehrere zehntausend Menschen auf den Straßen.

Zugleich waren 7000 Polizisten im Einsatz.

Merkel wurde auch persönlich für die Krise verantwortlich gemacht.

Erneut gab es Plakate, ...

... auf denen Vergleiche zur deutschen Nazi-Vergangenheit gezogen wurden.

Dutzende teils vermummte Demonstranten warfen Steine auf Polizisten.

Die setzten Schlagstöcke und Blendgranaten gegen die Angreifer ein.

Die Situation beruhigte sich zunächst wieder.

Dennoch wurden Dutzende Demonstranten festgenommen.

Merkel war am Morgen von Ministerpräsident Samaras auf dem Athener Flughafen ...

... mit militärischen Ehren begrüßt worden.

Derweil wurde das Regierungsviertel großräumig abgesperrt.

Es glich einer Festung.

Die mehr als 30 Kilometer lange Schnellstraße vom Flughafen zum Amtssitz von Samaras wurde für die Kolonne der Kanzlerin gesperrt.

Metrostationen blieben geschlossen.

Auf den Dächern rund um die Regierungsgebäude waren Scharfschützen postiert.

Vor allem die Athener litten unter den Einschränkungen.

"Wir können nicht arbeiten. Ein ganzer Tag Verdienstausfall", schimpfte ein Taxifahrer.

Auch viele Geschäfte waren geschlossen. Lediglich ein paar Souvenirläden warben um Touristen.

"Hauptsache, die Akropolis ist offen", sagte eine Ladenbesitzerin. "Ansonsten hätten wir gar nichts mehr."

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