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Donnerstag, 07. Mai 2015

Seemanöver vor Norwegen: Nato-Flotte probt die U-Boot-Jagd

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Es ist eine Jagdveranstaltung mit millionenteurer Hightech-Ausstattung: In den unwirtlichen Gewässern vor der norwegischen Küste lädt der Nordatlantikpakt einmal im Jahr zu einer groß angelegten Militärübung auf hoher See. (Foto: REUTERS)

Es ist eine Jagdveranstaltung mit millionenteurer Hightech-Ausstattung: In den unwirtlichen Gewässern vor der norwegischen Küste lädt der Nordatlantikpakt einmal im Jahr zu einer groß angelegten Militärübung auf hoher See.

Es ist eine Jagdveranstaltung mit millionenteurer Hightech-Ausstattung: In den unwirtlichen Gewässern vor der norwegischen Küste lädt der Nordatlantikpakt einmal im Jahr zu einer groß angelegten Militärübung auf hoher See.

Diesmal ist alles anders: Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen verwandeln die trockenen Planspiele der Militärs in ein durchaus realistisches Szenario. Nicht nur in Skandinavien und dem Baltikum schauen Militärs und Politiker diesmal genauer hin.

Rund 5000 Nato-Soldaten aus elf Nationen nehmen an dem mehrtägigen Militärmanöver teil. Bei der Übung in der Nordsee sollen sie vom 4. bis 13. Mai 2015 das internationale Zusammenwirken auf hoher See trainieren.

Deutschland ist unter anderem mit "U33" beteiligt: Das U-Boot vom Typ 212 zählt zu den modernsten und leistungsstärksten Unterwasserkampfschiffen der Welt.

Das Manöver trägt einen typischen Nato-Namen: "Dynamic Mongoose" (deutsch etwa: "Dynamisches Erdmännchen") soll schnelle Reaktionen und entschlossenes Handeln demonstrieren.

Auf dem Übungsprogramm stehe der Kampf gegen U-Boote, heißt es bei den norwegischen Streitkräften, die quasi als Gastgeber fungieren.

Mehr als ein Dutzend Kriegsschiffe schwärmen aus, um den simulierten Feind unter Wasser ausfindig zu machen. Es ist die bislang größte und umfangreichste U-Boot-Jagd in der Geschichte der Nato.

Mittendrin kreuzen Seeleute aus Deutschland: Die deutschen Boote vom Typ 212 gelten als besonders leise - und übernehmen daher bei solchen Gelegenheiten oft die Rolle des Übungsgegners.

Das Manöver sei schon lange geplant gewesen und stehe nicht in Verbindung mit den jüngsten Zwischenfällen mit U-Booten in Finnland und Schweden, betont ein Sprecher der norwegischen Streitkräfte.

"Aber die Vorkommnisse in diesen Ländern verdeutlichen die Notwendigkeit einer solchen Übung."

Das Seegebiet vor Norwegen gilt für U-Bootjäger als besonders anspruchsvoll: Untiefen wechseln hier mit steil abfallenden Unterwassercanyons ab.

Starke Strömungen, unterschiedliche Wassertemperaturen und viele Nebengeräusche erschweren die Ortung zusätzlich. Inseln und Fjorde bieten ideale Gelegenheiten für versteckte Angriffe aus dem Hinterhalt.

Für die US Navy hält Konteradmiral Brad Williamson (r.) das Manöver im Blick. Hier beobachtet er von der Brücke des Lenkwaffenkreuzers "USS Vicksburg" die Ankunft der Manöverteilnehmer.

In mehreren Anläufen stellen die Seeleute ihre Fähigkeiten beim Erkennen und Verfolgen von Unterwassersignalen unter Beweis.

Die teilnehmenden U-Boote (hier der Turm einer schwedischen Unterwassereinheit) bekommen reichlich Gelegenheit, sich in überlebenswichtigen Disziplinen wie Ausweichen, Verstecken und Schleichen zu üben.

Die Nato wirft brandneue Ausstattung in die simulierte Jagd. Die Königliche Marine der Niederlande zum Beispiel schickt einen speziellen Jagdhubschrauber - einen nagelneuen NH90 in der Marineversion NFH.

Unter dem Rumpf des neuen Nato-Mehrzweckmodells hängen Spezialkameras und Hightech-Sensor zum Aufspüren von Schiffbrüchigen und verdächtigen Bewegungen. Die Bundeswehr hat die seetaugliche NH90-Variante bereits vor Jahren bestellt.

An Bord der Kriegsschiffe halten die Besatzungen unterdessen mit altbewährten Instrumenten nach Gegnern, Verbündeten und maritimen Gefahren Ausschau.

Die Schiffsbewegungen im multinationalen Flottenverband erfordern vollste Konzentration.

Nur zu leicht kann eine Übung in dieser Größenordnung aus dem Ruder laufen.

Jede Schiffsbewegung erfolgt unter kritischen Blicken. Kein Land will sich unter den Augen der Nato-Partner die Blöße geben und aus der Reihe fallen.

Die politische Dimension der Großveranstaltung ist allen Beteiligten bewusst: Erst vor wenigen Tagen sah sich die finnischen Marine veranlasst, ein verdächtiges "Unterwasserobjekt" mit Wasserbomben aus den eigenen Hoheitsgewässern zu vertreiben. "Dynamic Mongoose" bewegt sich gefährlich nah an der Realität.

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