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Krisenregion gestern und heute: So schön war Syrien

Von Saskia Nothofer

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Baschar al-Assad: ein Name, der um die Welt geht. Dem syrischen Staatspräsidenten wird vorgeworfen, einen Giftgasanschlag auf die Bevölkerung ausgeübt zu haben. (Foto: Jakob Schniewind)

Baschar al-Assad: ein Name, der um die Welt geht. Dem syrischen Staatspräsidenten wird vorgeworfen, einen Giftgasanschlag auf die Bevölkerung ausgeübt zu haben.

Baschar al-Assad: ein Name, der um die Welt geht. Dem syrischen Staatspräsidenten wird vorgeworfen, einen Giftgasanschlag auf die Bevölkerung ausgeübt zu haben.

Im Land des seit 2000 regierenden Machthabers herrscht seit rund zwei Jahren Bürgerkrieg. Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Truppen des Präsidenten und verschiedenen Oppositionsgruppen sind blutiger Alltag geworden.

Aber Syrien kennt auch andere Zeiten. Die Menschen lebten friedlich miteinander; die Städte, die teilweise bereits seit Jahrtausenden bestehen, hatten Einmaliges zu bieten.

Aleppo, die meistumkämpfte Stadt, ist über 3800 Jahre alt und seit 1986 Teil des Unesco-Weltkulturerbes.

Die einst laute, von viel Verkehr beherrschte, ...

... aktive und von Ladenzeilen geprägte Metropole ...

... wirkt nach den heftigen Kämpfen wie eine Geisterstadt. Die Straßen sind leergefegt, die Häuser zerstört.

Zwar versucht die Bevölkerung, dem Chaos Herr zu werden, doch die Masse an Trümmern ist gigantisch.

Viele historische Gebäude prägten mal ein einmaliges Stadtbild,...

... doch auch vor deren Zerstörung wird nicht haltgemacht - Ruinen in der Altstadt Aleppos, so weit das Auge blickt.

Durch die Dominanz des Islam in Syrien wird das Stadtbild von vielen Moscheen beherrscht.

Doch auch diese fielen dem Konflikt zum Opfer. Das Minarett der bekannten Umayyaden-Moschee wurde zerstört und der heilige Platz ist nun Austragungsort von Kämpfen.

Die gleichnamige Moschee in der Hauptstadt Damaskus dagegen ist bisher verschont geblieben. Sie ist eine der ältesten Moscheen der Welt.

Vor allem der Innenraum der Umayyaden-Moschee fasziniert: Kronleuchter und goldene Verzierungen schmücken den Gebetsraum.

Viele Gläubige treffen sich hier mehrmals täglich zum Gebet.

Direkt gegenüber dem Haupteingang der Umayyaden-Moschee in Damaskus liegt der Souk al-Hamediya. Die für die syrische Kultur bedeutsamen überdachten Märkte ...

... ziehen Massen von Händlern an, die Lebensmittel, Schmuck, Kleider und Souvenirs verkaufen.

Auch die Souks von Aleppo lockten Käufer, ...

... sich durch die engen Gänge zu schieben und nach den besten Angeboten Ausschau zu halten.

Der Al-Madina Souk in der Altstadt Aleppos galt mit einer Länge von 13 Kilometern als größter historischer überdachter Markt der Welt. Große Teile des Souks sollen noch aus dem 14. Jahrhundert stammen.

Doch Al-Madina ist Vergangenheit. Der Großteil des historischen Marktes fiel im September 2012 einem Brand zum Opfer. Ein Teil des Weltkulturerbes ist damit für immer zerstört.

Eine weitere bedeutende Sehenswürdigkeit Aleppos ist die Zitadelle. Sie gilt als eine der ältesten und größten Festungen ...

... und thront über der Altstadt. Sie zog Touristen aus aller Welt an und war Ausgrabungsort für Archäologen.

Die Altstadt rund um die Zitadelle ist dicht bebaut. Doch seit dem Konflikt hat sich das Gebiet gewandelt.

Ruinen dominieren, ...

... viele Häuser sind zerstört, die Anwohner aus ihren Vierteln verjagt.

Der Verkauf von Lebensmitteln auf offener Straße war bisher keine Seltenheit. Syrien hat einige kulinarische Spezialitäten zu bieten.

Süßes Gebäck - wie Baklawa oder Namura - sind genauso beliebt ...

... wie frisch zubereitete, herzhafte Speisen. Fladenbrot wird in sämtlichen Variationen und Kombinationen serviert. Sei es mit Hackfleisch, ...

... oder in der vegetarischen Version mit Tomaten, Auberginen, Paprika und Zwiebeln.

Vor der Verwüstung Aleppos machten Schuster am Straßenrand ein gutes Geschäft, ...

... auch wenn ihre Gerätschaften für unsere Verhältnisse einfach und veraltet wirken.

Das gepflegte Straßenbild existiert nicht mehr, Händler müssen ihre Waren zwischen Trümmern und Schrott verkaufen. Die ausgebrannten Autos lassen nicht erahnen, ...

... was für prächtige Fahrzeuge Syrien zu bieten hatte. Bunt bemalte und geschmückte Busse verbanden die Städte miteinander.

Dieser Transporter wirkt zwar verrostet und zum Fahren ungeeignet, ...

... doch es gab auch Gegenbeispiele.

Seit dem Bürgerkrieg sind vor allem ausgebrannte Fahrzeuge über die Stadt verteilt ...

... und dienen den Scharfschützen häufig als Deckung und Schutz.

Bekannt sind auch die vielen Statuen der Diktatoren - hier eine von Hafiz al-Assad, dem Vater Baschars - welche die Landschaft prägten.

Auch viele dieser Statuen sind zerstört worden, Kinder nutzen sie als Klettergerüst.

Vom Bürgerkrieg verschont sind bislang die Orte fernab der Städte, das Kloster Dair Mar Musa etwa.

Das christliche Kloster erhebt sich auf einem Felsvorsprung in einem ausgetrockneten Flusslauf im Gebirge Anti-Libanon.

Umgeben sind die noch von den Römern gebauten Grundmauern von nichts als Geröll, ...

... monumentalen Felsen und Sand. Extrem viel Sand.

Zwar ging das Kloster im 17. Jahrhundert aufgrund der muslimischen Herrschaft unter, seit 1982 dient es jedoch nach einigen Aufbauarbeiten wieder seiner ursprünglichen Funktion.

Geht in der Region von Dair Mar Musa die Sonne unter, herrschen absolute Ruhe und Frieden. Das Wüstenkloster ist 30 Autominuten von der nächsten Stadt entfernt.

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