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Geschichte Israels: Von Adam und Eva bis Hadrian

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Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 gegründet.

Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 gegründet.

Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 gegründet.

Am Nachmittag dieses Tages verliest David Ben Gurion im Stadtmuseum von Tel Aviv unter einem Bild von Theodor Herzl die Unabhängigkeitserklärung.

Darin verkünden die Mitglieder des Jüdischen Nationalrates "kraft unseres natürlichen und historischen Rechtes und aufgrund des Beschlusses der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Errichtung eines jüdischen Staates im Lande Israel - ...

... des Staates Israel." Bereits die ersten Sätze der Unabhängigkeitserklärung zeigen, dass die Geschichte des neuen Staates keineswegs 1948 beginnt. "Im Lande Israel entstand das jüdische Volk", liest Ben Gurion vor. ...

... "Hier prägte sich sein geistiges, religiöses und politisches Wesen. Hier lebte es frei und unabhängig, hier schuf es eine nationale und universelle Kultur und schenkte der Welt das ewige Buch der Bücher."

Beginnen wir also am Anfang - bei Adam und Eva. Die Tora - in der christlichen Bibel die fünf Bücher Mose - erzählt die Geschichte der Welt bis zur Ansiedlung des Volkes Israel in Kanaan, dem "gelobten Land".

Als göttliche Offenbarung erzählt die Bibel natürlich nicht Geschichte, sondern Heilsgeschichte. Ein Glaubensbekenntnis aus dem fünften Buch Mose fasst diese kurz zusammen:

"Mein Vater war ein heimatloser Aramäer. Er zog nach Ägypten, lebte dort als Fremder mit wenigen Leuten und wurde dort zu einem großen, mächtigen und zahlreichen Volk. ...

... Die Ägypter behandelten uns schlecht, machten uns rechtlos und legten uns harte Fronarbeit auf. Wir schrien zum Herrn, dem Gott unserer Väter, und der Herr hörte unser Schreien und sah unsere Rechtlosigkeit, unsere Arbeitslast und unsere Bedrängnis. ...

... Der Herr führte uns mit starker Hand und hoch erhobenem Arm, unter großem Schrecken, unter Zeichen und Wundern aus Ägypten, er brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land, ein Land, in dem Milch und Honig fließen."

Abraham ist der Stammvater. Er kam laut Bibel aus der Stadt Ur im heutigen Irak (Bild). Auf Gottes Geheiß zog er nach Kanaan. Sein Enkel Jakob hatte zwölf Söhne, von denen Joseph sein Lieblingssohn war.

Aus Eifersucht wurde Joseph von seinen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauft, ...

... wo er Karriere machte. Auch seine Familie ließ er nach Ägypten kommen, da in Kanaan gerade eine Hungersnot herrschte.

Nach biblischer Darstellung bildete sich erst in Ägypten das Volk Israel. Die historische Wahrheit hinter dieser Darstellung ist unklar. Klar ist, dass der Name "Israel" außerhalb der Bibel zum ersten Mal auf einer ägyptischen Stele auftaucht, ...

... auf der Pharao Merenptah sich ca. 1220 v. Chr. rühmte, die Israeliten besiegt zu haben (das Bild zeigt einen Ausschnitt; der Begriff "Israel" ist rot hervorgehoben).

Zurück in die Bibel. Moses führt die Israeliten aus Ägypten heraus. Auf dem Weg ins "gelobte Land" erhält er von Gott auf dem Berg Sinai die zehn Gebote.

Unter Moses' Nachfolger Josua erobern die Israeliten die kanaanitischen Stadtstaaten. Nachweisbar ist, dass sich israelitische Volksstämme ab ca. 1250 v. Chr. im heiligen Land ansiedeln (im Bild der Fall von Jericho).

Ein gemeinsames Reich bilden die zwölf Stämme laut Bibel erst in Abwehr der Philister. Die Philister - ein griechisches Seevolk - kontrollierten fünf Städte in der Region.

Auf ihren Namen geht die Bezeichnung "Palästina" für das alte Königreich Judäa zurück (dazu später mehr). Die heutigen Palästinenser sind mit den Philistern übrigens nicht verwandt, sondern beziehen ihren Namen von der geographischen Bezeichnung.

Nach dem Tod des Königs Salomon (Bild) spaltet sich das Reich in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Das Nordreich Israel wird 721 v. Chr. von Assyrien erobert, das Südreich Juda rund 140 Jahre später vom neubabylonischen Reich unter Nebukadnezar II.

Jerusalem wird 586 v. Chr. von den Babyloniern erobert, der salomonische Tempel, das zentrale Heiligtum der Israeliten - wird zerstört. Die Oberschicht der Israeliten wird nach Babylon verschleppt.

Die babylonische Gefangenschaft wird in der Bibel als Zeit der Finsternis dargestellt. Für das Judentum ist sie jedoch fast eine Blütezeit. Den Schriftgelehrten fällt die Aufgabe zu, die biblischen Traditionen zu bewahren.

Nachdem die Perser das neubabylonische Reich erobert haben, dürfen die Israeliten in ihre Heimat zurückkehren. Zwischen 520 und 515 v. Chr. wird der Tempel wieder aufgebaut.

Auf dem Weg nach Ägypten erobert Alexander der Große 333/332 v. Chr. auch den Landstrich zwischen Sinai und Libanon. Die Israeliten sind nun Teil der griechischen Welt.

Später fällt das Gebiet an den ägyptischen König Ptolemaios I. (hier bei seinem Einzug nach Jerusalem), einen der alexandrinischen Diadochen. Die religiöse Autonomie der Juden bleibt vorläufig jedoch erhalten.

Der Nachfolger eines anderen Diadochen, der Seleukidenkönig Antiochos III., erobert Palästina 198 v. Chr. Als Antiochos' Nachfolger den Jerusalemer Tempel dem Zeus weiht, kommt es zum Aufstand gegen die seleukidische Herrschaft.

An der Spitze der Freiheitsbewegung steht Judas Makkabäus. Ihm gelingt es im Jahr 164 v. Chr., die seleukidische Armee aus Judäa zu vertreiben. Die Makkabäer beseitigen den Zeus-Altar im Tempel und stellen den Tempeldienst wieder her.

Noch heute feiern die Juden alljährlich zu Chanukka die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem. Die acht Arme des Chanukka-Leuchters, die ab Chanukka Tag für Tag entzündet werden, erinnern an das Chanukka-Wunder: ...

Der Überlieferung zufolge fand sich bei der Weihe des Tempels nur Öl für einen Tag. Durch ein Wunder brannte das Öl jedoch acht Tage - genug Zeit, um neues Öl herzustellen.

Judas Makkabäus begründet das Herrschaftsgeschlecht der Hasmonäer, das fast 100 Jahre über einen selbstständigen jüdischen Staat herrscht, ...

... der erst durch die Eroberung durch den römischen Feldherrn Pompeius seine Unabhängigkeit verliert (das Bild zeigt Pompeius im Tempel von Jerusalem).

Die Römer teilen das Land in zwei Provinzen auf: Syria im Norden, Judäa im Süden. Nach der Niederschlagung eines jüdischen Aufstands im Jahr 70 n. Chr. werden Jerusalem und der Tempel zum zweiten Mal zerstört.

Ein dritter Tempel wird nicht gebaut. Juden beten heute an der Klagemauer (der früheren Westmauer des Plateaus, auf dem der zweite Tempel stand), weil sie dem Allerheiligsten im zerstörten Tempel am nächsten ist.

Zur Feier seines Sieges über die Juden lässt Kaiser Titus in Rom einen Triumphbogen errichten. Der bis heute erhaltene Titusbogen zeigt, wie die Römer Beutestücke aus dem Tempel tragen - darunter auch den siebenarmigen Leuchter, die Menora.

Die Menora ist verschollen, um ihr Schicksal ranken sich Spekulationen, die der Legende um den Heiligen Gral in nichts nachstehen. Heute ist die Menora Teil des israelischen Staatswappens.

Der Jüdische Krieg zwischen 65 und 70 n. Chr. ist der erste von drei großen jüdischen Aufständen gegen die Römer (ihren Sieg feierten die Römer auf Münzen: "Iudea Capta"). 135 scheitert der letzte Aufstand.

Im Bar-Kochba-Aufstand (benannt nach dem Anführer Simon bar Kochba) sterben nach Angaben des römischen Historikers Cassius Dio insgesamt 580.000 Juden. 50 Städte und 985 Dörfer werden zerstört.

Der Aufstand beginnt im Jahr 132 n. Chr. Drei Jahre später wird Bar Kochba getötet, die Rebellion ist niedergeschlagen, Jerusalem wieder einmal zerstört.

Auf den Ruinen errichten die Römer eine neue Stadt: "Aelia Capitolina". Die Stadt wird Jupiter geweiht, auf dem Tempelberg steht nun ein Jupiter-Tempel. Den Juden wird der Aufenthalt in Jerusalem verboten.

Die römische Provinz Judäa erhält einen neuen Namen: Palaestina (Griechisch: Philistäa). Mit dem Bezug auf die Philister will Kaiser Hadrian die Juden demütigen und zugleich die Erinnerung an die aufständischen Bewohner der Provinz auslöschen.

Schon seit dem babylonischen Exil gibt es jüdische Gemeinden außerhalb Palästinas. Jetzt wird die Diaspora zum Regelfall. Dennoch bleibt Jerusalem für die verstreuten Juden das Ziel ihrer religiösen Sehnsüchte. (Text: Hubertus Volmer)

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