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Politik

"Sie fasst sich ins Haar": Was macht Stephanie zu Guttenberg am Hindukusch?

 
"Sie fasst sich ins Haar": Was macht Stephanie zu Guttenberg am Hindukusch?

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist wieder in Afghanistan - auf Truppenbesuch. Die Soldaten wissen zu schätzen, dass ihr Chef regelmäßig vorbeikommt.

Der Mann, der an der größten Bundeswehrreform ihrer Geschichte arbeitet, ist zum siebten Mal seit seinem Amtsantritt im Herbst 2009 am Hindukusch.

Er hat sich vorgenommen, die deutschen Soldaten im Einsatz alle zwei Monate zu besuchen. Doch diesmal gibt es noch eine Besonderheit.

Guttenberg hat seine Frau Stephanie im Gepäck.

Auftritt des Ehepaars im Feldlager Kundus: Stahlhelm und Schutzweste inklusive.

Stephanie zu Guttenberg wolle in erster Linie mit den Soldatinnen reden, die in Afghanistan stationiert sind.

Der vorweihnachtliche Besuch sei eine "Frage des Herzens", lässt das Ehepaar wissen.

Es gebe eine lange Tradition, dass sich die Frauen der Verteidigungsminister für die Truppe engagieren, erklärt Karl-Theodor zu Guttenberg, der sich ungebremster Beliebtheit im Volk erfreut. Doch das klingt ein wenig konstruiert.

Und wer sich unter politischen Beobachtern umhört, der merkt schnell: An eine solche Tradition kann man sich nicht erinnern.

Ganz im Gegenteil sogar. (Im Bild: Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping mit Kristina Gräfin Pilati-Borggreve. Die beiden gerieten in Bedrängnis, als sie Bilder veröffentlichen ließen, die sie beim Pool-Planschen zeigten, während die Lage seiner Soldaten prekärer wurde.)

Auffällig ist: Stephanie zu Guttenberg drängt mit aller Macht in die Öffentlichkeit. In Deutschland geriet sie mit einer umstrittenen Sendung über Gefahren für Kinder im Internet ins Schlingern.

Auch, weil ihrem hinter der Sendung stehenden Verein Intransparenz hinsichtlich der Spenden-Verwendung vorgeworfen wird.

Die Bilder mit ihrem Mann in Afghanistan: eine Gratwanderung.

Ein bisschen wirkt das alles wie eine provozierende Mode-Werbung.

Und so schreibt der Agentur-Fotograf in seine Bildbeschreibung den lapidaren Satz: "Stephanie zu Guttenberg fasst sich im Feldlager Kundus nach einem Gespräch mit Soldaten in das Haar."

Welchen Sinn hat die gemeinsame Reise abgesehen davon, dass ...

... ein Moderator mit Quotenproblemen in Kundus eine Talk-Show aufzeichnet?

Der gemeinsame Besuch solle zeigen, "dass der Einsatz der Soldaten nicht nur politisch getragen wird, sondern darüber hinaus", sagt Karl-Theodor zu Guttenberg. Auch das wirkt etwas bemüht angesichts der Skepsis, die es in Deutschland über den Einsatz gibt.

Sie sei als Staatsbürgerin vor Ort, sagt Stephanie zu Guttenberg.

Und: "Das ist kein spaßiger Ausflug, das ist bitterer Ernst."

Manche Bilder wirken da jedoch ganz anders.

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