Wladimir Wladimirowitsch Putin bleibt wohl auch als Premierminister der starke Mann Russlands.Bild 1 von 86 Schließlich war er "Mann des Jahres" 2007.Bild 2 von 86 Für Russland hat er in seiner zehnjährigen Amtszeit als Präsident so manchen dicken Fisch an Land gezogen ...Bild 3 von 86 ... und es an den Tisch der Weltmächte zurückgebracht.Bild 4 von 86 Wie einst die alten Zaren erstrahlte er zum Ende seiner Amtszeit.Bild 5 von 86 Dabei war Putin lange Zeit als blasser Tschekist verspottet worden.Bild 6 von 86 Als ihn der russische Präsident Boris Jelzin 1999 zum Ministerpräsidenten ernannte, fragte noch alle Welt: "Wer ist Putin?"Bild 7 von 86 Obwohl sich diese Frage auch heute kaum erschöpfend beantworten lässt, kennen wir doch inzwischen immerhin einige Fakten:Bild 8 von 86 1952 in Leningrad geboren, bewirbt er sich angeblich schon als Schüler beim KGB. (Im Bild: Briefmarken zum 80-jährigen Bestehen der Tscheka)Bild 9 von 86 Auf den Rat der Geheimdienstler hin absolviert er zunächst ein Jura-Studium, um dann von 1975 bis 1992 als KGB-Offizier in der Auslandsspionage zu arbeiten.Bild 10 von 86 In Leningrad verfolgt er Dissidenten, 1985 geht er in die DDR, wo er laut Wikipedia "in nachgeordneter Funktion" tätig ist und "seine Deutschkenntnisse vertieft".Bild 11 von 86 Putin soll versucht haben, nach der Wende einen Spionagering aus ehemaligen Stasimitarbeitern aufzubauen.Bild 12 von 86 Dieser fliegt offenbar auf, Putin kehrt in die Sowjetunion zurück.Bild 13 von 86 In seiner Heimatstadt arbeitet er sich bis zum Ersten Vize-Bürgermeister hoch. (Im Bild mit dem damaligen Bürgermeister Anatoli Sobtschak).Bild 14 von 86 Später wird er Direktor des Inlandsgeheimdienstes, bis ihn der gesundheitlich stark angeschlagene Boris Jelzin am 9. August 1999 zum Ministerpräsidenten ernennt.Bild 15 von 86 Bei seiner Ernennung erscheint Putin noch als willfähriges Instrument Jelzins: "Ich bin Militär und führe Befehle aus."Bild 16 von 86 Doch schnell wird klar, für welche Politik er steht.Bild 17 von 86 Nach einer Serie von Bombenanschlägen auf Moskauer Wohnhäuser, deren Ursache nie geklärt wurde, gibt er Tschetschenen die Schuld ...Bild 18 von 86 ... und beginnt den zweiten Tschetschenienkrieg.Bild 19 von 86 Als ihn Jelzin am 31. Dezember desselben Jahres zum Nachfolger im Präsidentenamt erklärt, ...Bild 20 von 86 ? fliegt er noch in der Silvesternacht mit seiner Ehefrau Ludmilla nach Tschetschenien, um den russischen Truppen moralischen Beistand zu leisten.Bild 21 von 86 Der Krieg kostet Zehntausende das Leben, ...Bild 22 von 86 ... Vergewaltigungen, Folter und Willkür durch die russische Soldateska sind an der Tagesordnung. (Inschrift an der Wand: "Willkommen in der Hölle, Teil II)Bild 23 von 86 Dies ficht Putin allerdings nicht an, ...Bild 24 von 86 ... ebensowenig wie Kritik an seiner Tschetschenienpolitik.Bild 25 von 86 Als ihn ein französischer Journalist in Brüssel im November 2002 nach den Menschenrechtsverletzungen in der Kaukasusrepublik befragt, ist seine Antwort von entwaffnender Offenheit und bringt seinen Übersetzer ins Straucheln:Bild 26 von 86 "Wenn Sie ein radikaler Islamist werden wollen und bereit sind, sich beschneiden zu lassen, dann kommen Sie nach Moskau ...Bild 27 von 86 Wir sind ein multikonfessionelles Land ...Bild 28 von 86 Wir haben Spezialisten auch für solche Angelegenheiten ...Bild 29 von 86 Und ich werde denen empfehlen, die Operation bei Ihnen so durchzuführen, dass da bei Ihnen nichts mehr nachwächst."Bild 30 von 86 Diese Antwort ist bezeichnend für Putins speziellen Umgang mit Kritik und Presse.Bild 31 von 86 Seit 2000 sind in Russland mehr als ein Dutzend Journalisten ermordet worden, etliche mussten ins Ausland fliehen.Bild 32 von 86 Auf der Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" rangiert Putins Russland inzwischen auf Rang 147.Bild 33 von 86 "Die Meinungsfreiheit in Russland ist die Freiheit, Putin zu lieben - die meisten Russen machen davon Gebrauch", sagt der deutsche Journalist Heribert Prantl.Bild 34 von 86 Und die Pressefreiheit dort sei die Freiheit, "so zu schreiben, wie Putin es mag - die meisten Medien machen davon Gebrauch".Bild 35 von 86 "Der Radius der Einschüchterung erweitert sich nicht täglich, sondern stündlich", beklagt die nach London geflohene Journalistin Elena Tregubova in einem offenen Brief an die G8-Staatschefs.Bild 36 von 86 "Als Begleitmusik" zum Schweigen des Westens "hat Putin alle unabhängigen Fernsehsender geschlossen, eine rigide Zensur eingeführt, ...Bild 37 von 86 ... hat der demokratischen Opposition den Zugang zu den Medien abgeschnitten, Menschenrechtler der Spionage für den Westen beschuldigt ...Bild 38 von 86 .... und er hat - mit Hilfe einer folgsamen Staatsanwaltschaft und Marionetten-Gerichten - die gewaltsame Neuverteilung des Eigentums auf den Weg gebracht wie im Falle des Yukos-Konzerns." (Im Bild: Die Versteigerung von Yukos-Vermögenswerten)Bild 39 von 86 Der spektakulärste Mord fand just an Putins 54. Geburtstag statt.Bild 40 von 86 Damals wurde die Journalistin Anna Politikowskaja, eine beharrliche Kritikerin der Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien und der Machtpolitik Putins, in ihrem Hausflur erschossen.Bild 41 von 86 Putins Beileid hielt sich in Grenzen.Bild 42 von 86 Politkowskajas politischer Einfluss im Lande sei nicht sehr groß gewesen, sagte er später der "Süddeutschen Zeitung", beteuerte aber:Bild 43 von 86 "Die Ermordung eines Menschen ist ein sehr schweres Verbrechen - sowohl vor der Gesellschaft als auch vor Gott. Die Verbrecher müssen gefasst und verurteilt werden."Bild 44 von 86 Bis heute sind sie nicht gefasst, ebensowenig wie zahlreiche andere Morde an Regimegegnern aufgeklärt sind. (Im Bild: Der mit Polonium-210 vergiftete Ex-Spion und Putin-Kriker Alexander Litwinenko)Bild 45 von 86 | Foto: dpaWer nicht unter mysteriösen Umständen stirbt, kann bei politischer Missliebigkeit auch mit anderen Methoden zum Schweigen gebracht werden.Bild 46 von 86 Dies erfährt der einstige Oligarch Michail Chodorkowski. Kaum wird er politisch unbequem, wird ihm der Prozess gemacht und er ins Gefängnis geschickt.Bild 47 von 86 Überhaupt scheint Putin eine recht eigentümliche Auffassung von Recht und Ordnung zu besitzen.Bild 48 von 86 So soll er 2006 einmal über Israels damaligen Präsidenten Mosche Katzav gesagt haben: "Was für ein starker Kerl. Zehn Frauen hat er vergewaltigt...Bild 49 von 86 ... Das hätte ich ihm nicht zugetraut. Er hat uns alle überrascht. Wir beneiden ihn alle."Bild 50 von 86 Nicht nur in seinen Personalentscheidungen, wenn er Schlüsselpositionen mit alten KGB-Freunden besetzt, schimmert Putins Geheimdienst-Vergangenheit durch.Bild 51 von 86 Auch in seiner Politik hat er die Methoden des KGB verinnerlicht.Bild 52 von 86 Bei einem westlichen Journalisten soll er sich einmal vor einem Interview nach dem Gesundheitszustand von dessen Schwiegermutter erkundigt haben.Bild 53 von 86 Nicht einmal enge Kollegen des Journalisten hatten gewusst, dass diese schwer erkrankt war.Bild 54 von 86 Für eine Analyse der Putin-Politik empfiehlt der ehemalige Schachweltmeister und Putin-Herausforderer, Garri Kasparow, die Lektüre des "Paten", um die Putin-Regierung besser zu verstehen:Bild 55 von 86 "Die strenge Hierarchie, die Erpressungen und Einschüchterungen, die Codes der Geheimhaltung - ...Bild 56 von 86 ... und vor allem das Mandat, Erträge fließen zu lassen. In anderen Worten: ...Bild 57 von 86 Wir haben es mit einer Mafia zu tun.Bild 58 von 86 Wenn ein Mitglied des inneren Zirkels gegen den Paten rebelliert, ist sein Leben verwirkt."Bild 59 von 86 Den Großteil der Russen scheint dies nicht zu stören.Bild 60 von 86 Würden sie in einem Referendum über Putins Verbleib an der Macht entscheiden können, müssten die Ergebnisse nicht einmal gefälscht werden.Bild 61 von 86 "Putin ist ungeheuer populär", sagt Russlandexpertin Iris Kempe gegenüber n-tv.de.Bild 62 von 86 "Sie sind froh, dass das Chaos der Jelzin-Jahre vorbei ist und der Alltag wieder besser funktioniert."Bild 63 von 86 Nicht zuletzt unterstützen die meisten Russen das Wiedererstarken ihres Landes, das sich unter Putin gerne auf die alte Größe besinnt.Bild 64 von 86 "Die überwältigende Mehrheit der russischen Bevölkerung ist nationalpatriotisch gesinnt - vergleichbar mit dem Wilhelminischen Deutschland vor 1918", sagt der Ost-Experte Wolfgang Leonhard der "Süddeutschen Zeitung".Bild 65 von 86 Und da kommt ihnen Putins Politik gerade recht, der einmal explizit vor der Presse gesagt hatte: "Der Zusammenbruch der Sowjetunion war die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts."Bild 66 von 86 Inzwischen ist das Land zu den Noten der sowjetischen Hymne zurückgekehrt, ...Bild 67 von 86 ... die Feiern zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland werden im Stil der Breschnew-Ära abgehalten, ...Bild 68 von 86 ... die rote Militärflagge mit dem Sowjetstern wird wieder gehisst.Bild 69 von 86 Auch in der Außenpolitik lautet die Devise "Back in the U.S.S.R.".Bild 70 von 86 Die Ukraine wird zum "nahen Ausland" erklärt, "die Politik im postsowjetischen Raum wird nach Parametern der Innenpolitik betrieben", so Kempe zu n-tv.de.Bild 71 von 86 Klar zeigt sich dies bei den Wahlen in der Ukraine Ende 2004.Bild 72 von 86 Als alle Welt noch gegen Wahlfälschungen demonstriert, ...Bild 73 von 86 ... gratuliert Putin schon einem seinem treuen Vasallen Viktor Janukowitsch.Bild 74 von 86 Vorbei die Zeiten der "Christbaumdiplomatie", als Putin die Nähe zum Westen suchte ...Bild 75 von 86 ... und sogar als "lupenreiner Demokrat" umgarnt wurde.Bild 76 von 86 "Die Situation ist heute unberechenbarer als zu Zeiten des Kalten Krieges", so Kempe.Bild 77 von 86 Ob im Streit um Gas, ...Bild 78 von 86 .... um die Besitzansprüche der Arktis ...Bild 79 von 86 ... oder im Zünden von Superbomben - Putin steht für ein starkes Russland.Bild 80 von 86 Auch wenn der 55-Jährige nun nicht mehr als russischer Präsident agiert, wird er doch weiter als Premier fest im Sattel sitzen.Bild 81 von 86 Dazu hat der einst so blasse und stets nüchtern wirkende Ex-Geheimdienstler wohl auch zu viel Freude an den Attributen der Macht.Bild 82 von 86 Inzwischen trägt er mit Vorliebe Brioni-Anzüge und Krawatten von Moschino oder Valentino. Auch soll er Medienberichten zufolge eine mehr als 40.000 Euro teure Patek-Philippe-Armbanduhr besitzen.Bild 83 von 86 "Putin ist ein eiskalter Stratege - es ist eine Leichtigkeit für ihn, die höchste Macht anzustreben, ohne den Posten des Präsidenten einzunehmen", sagt Ost-Experte Leonhard.Bild 84 von 86 "Er hat eine solche Macht, dass er ohne Probleme Verfassungsänderungen in wenigen Minuten verkünden und innerhalb weniger Stunden legitimieren könnte."Bild 85 von 86 Auch mit dem Amt als Premier ist sicher: Putins Muskelspiele werden der Welt noch eine Weile erhalten bleiben. (Text: Gudula Hörr)Bild 86 von 86