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Landschaft als Kunstwerk zu begreifen, sie wie ein Gemälde zu gestalten und zu formen …
… war das Ziel von Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871).
Am eindrücklichsten setzte er diese Vision im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau um, dem mit 750 Hektar größten kontinentaleuropäischen Landschaftspark im englischen Stil.
Der Park, in Ostsachsen und zu zwei Dritteln in Polen gelegen, wird durch das Neue Schloss dominiert, …
… dessen innere und äußere Sanierung in den letzten Jahren …
… zwar weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen ist.
So ist der Schlossturm wieder begehbar und bietet einen weiten Blick über einen Großteil des Parks.
Da auch etliche Räume bereits rekonstruiert sind, wie hier die Bibliothek, …
… wurde zudem im Südflügel eine Pückler gewidmete Dauerausstellung eröffnet, die den Fürsten in allen Facetten vorstellt.
Dazu gehört eben nicht nur der geniale Gartengestalter und fortschrittliche Fürst, … (Blick in sein Arbeitszimmer)
… sondern auch der Weltenbummler und leidenschaftliche Dandy, …
… der Abenteurer, um den sich etliche Anekdoten ranken.
Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehört eine "Kutschfahrt" durch eine symbolische Parkanlage.
Zudem erhält man immer wieder einen Blick auf den Park.
Wem dies nicht ausreicht, der kann den Park natürlich auch selbst erkunden, ob zu Fuß, mit Fahrrad oder Kutsche.
Geprägt wird die Anlage durch weitläufige Wiesen, … (hier die Tränenwiese)
… geschwungene Wege wie den Promenadenweg ...
… und künstliche Seen, hier der Eichseewasserfall.
Über die Wasserläufe führen zahlreiche Brücken.
Höhepunkte sind jedoch immer wieder die überraschenden Sichtachsen, die es zu entdecken gilt und die auf die Planungen Pücklers zurückgehen.
So versucht die Neugestaltung des Parks, Pücklers Visionen gerecht zu werden, die dieser, nach einer intensiven Beschäftigung mit Landschaftsgestaltung, in Bad Muskau umzusetzen versuchte.
Der Fürst legte ab 1815 Seen an (z.B. den Eichsee), veränderte den Fluss der Neiße und schuf einen Seitenarm (die Hermannsneiße) und versetzte sogar Berge.
Gebäude wie die Orangerie ...
... und Brücken wie der Viadukt über "Sarah's Walk" wurden gebaut, Wege angelegt, Baumschulen gegründet und Jahrzehnte alte Bäume umgepflanzt – er scheute keine Kosten, um seine Idee eines idealen Parks umzusetzen.
Doch dabei verschuldete er sich derart, dass er 1845 den Park veräußern musste. Er zog von Bad Muskau, dem Stammsitz der mütterlichen Familie nach Branitz bei Cottbus, dem Sitz der Familie des Vaters – und baute dort im kleineren Maßstab einen neuen Park. (Hier das Schloss im Branitzer Park)
Pücklers Nachbesitzer führten sein Werk fort. Immer wieder kam es zu Umgestaltungen und Umbauten, der Park wuchs auf mehr als 500 Hektar an. Doch durch das Potsdamer Abkommen 1945 wurde der Park geteilt: Die Neiße wurde zum Grenzfluss, ein Großteil der Anlage gehörte nun zu Polen.
Kurz nach Kriegsende wurde zudem das Neue Schloss geplündert und angezündet - es brannte bis auf die Grundmauern ab. (Das Schloss im Jahr 1990)
Während der polnische Parkteil als Naturschutzgebiet in den folgenden Jahrzehnten zuwuchs, bemühte sich die deutsche Seite trotz aller Schwierigkeiten, dem nun unter Denkmalschutz stehenden Park seinen Charakter zu erhalten.
1965 begann der Wiederaufbau des Neuen Schlosses, geriet jedoch oft ins Stocken. Erst in den 80er Jahren wurden die Bemühungen verstärkt, Brücken und andere Bauten zu rekonstruieren.
Die eigentliche Wiederherstellung des Parks auf beiden Seiten der Neiße begann erst nach 1990. Eine Stiftung sollte fortan den Wiederaufbau planen und begleiten.
Als äußeres Zeichen des Zusammenwachsens des geteilten Parks wurde eine Fußgängerbrücke wiedererrichtet, die seit Polens Beitritt zum Schengener Abkommen ohne Kontrollen passiert werden kann.
2004 wurden die vielfältigen Bemühungen der Parkneugestaltung auf besondere Weise geehrt: Der Park erhielt von der UNESCO den Titel eines Weltkulturerbes. (Bank auf der Liebeshöhe)
Damit gibt es einen weiteren Grund, dem Neuen Schloss mit der Ausstellung …
… und dem Park einen Besuch abzustatten. (Text: Markus Lippold)
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