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Welches ist der Deutschen liebster Wald? So lautete im Jahr 2010 die Frage auf der Suche nach dem schönsten Naturwunder Deutschlands.
Das war bereits die zweite Runde: Im Jahr 2009 standen 42 bekannte und eher unbekannte Naturwunder zur Wahl. Sieger wurde das Wattenmeer an der Nordseeküste, vor der Bastei in der Sächsischen Schweiz ...
... und den Kreidefelsen auf Rügen. Die Suche nach dem schönsten Naturwunder Deutschlands, initiiert von der Heinz Sielmann Stiftung, ging nun weiter.
Mit Blick auf 2011, das "Internationale Jahr des Waldes", suchten die Heinz Sielmann Stiftung und Europarc Deutschland (Dachverband der Nationalparks, UNESCO-Biosphärenreservate und Naturparks) diesmal nach dem attraktivsten Wald unter Deutschlands Naturschönheiten.
Die Abstimmung endete am 13. September 2010, das Ergebnis wurde am 14. September bekanntgegeben. Hier die Gewinner: ...
Bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Lerautal ging die Mittelgebirgslandschaft Harz am Ende mit etwa 21 Prozent aller Stimmen als Sieger hervor. Wälder, Moore und Fließgewässer bilden die einzigartige und artenreiche Landschaft im Nationalpark Harz, einem der größten Waldnationalparke Deutschlands. (im Bild: Hirtenstieg)
Knapper Zweiter: das Leuratal mit 19 Prozent. Das Herzstück des Lerautals, die malerische Wolfslohklamm, liegt im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald.
"Bronze" geht an einen Urwald mitten in Deutschland: Der Nationalpark Hainich im Nordwesten Thüringens ist Deutschlands größtes zusammenhängendes Laubwaldgebiet. In einem der ursprünglichsten Buchenmischwälder Deutschlands leben viele seltene Tierarten, unter anderem auch die Wildkatze. Der Nationalpark Hainich erhielt neun Prozent der Stimmen.
Auf Platz vier mit sechs Prozent: der Rachelsee im Nationalpark Bayerischer Wald. Der erste Nationalpark Deutschlands bietet mehr als 300 Kilometer Wanderwege und einen Baumwipfelpfad. Hier dürfen sich die Wälder mit ihren Mooren, Bergbächen und Seen auf großer Fläche zu einer "Waldwildnis" entwickeln.
Auch das "Reich der urigen Buchen" kam unter die ersten fünf Wälder: der einzige hessische Nationalpark Kellerwald-Edersee. Er schützt einen der letzten großen und naturnahen Rotbuchenwälder Mitteleuropas. Der Nationalpark Kellerwald Edersee landete mit fünf Prozent der Stimmen auf Platz fünf.
Hier die restlichen 14 der diesjährigen "Kandidaten": Das Biosphärenreservat Mittelelbe ist der größte zusammenhängende Auenwald-Komplex Mitteleuropas. Die frei stehenden, weit ausladenden Eichen der Wiesen sind nicht nur schön, sondern auch aus Naturschutzsicht wertvoll. (Solitäreichenwiese im Morgennebel)
Die wildromantischen Auenwälder an der Blies im Biosphärenreservat Bliesgau: Die noch intakte Auenlandschaften dieser weltweit einmaligen Modellregion bietet unter anderem Bibern Lebensraum.
Im Nationalpark Eifel leben über 50 Eifeltiger. Seit 2004 schützt der Nationalpark die Wälder der Nordeifel und die Lebensräume der Wildkatze. (Wildkatze in der Fotofalle).
Im Frühjahr und Herbst besonders farbenprächtig: die sich selbst überlassenen Buchenwälder im Müritz-Nationalpark. (Serrahner Buchenurwald im Frühling)
Farbenprächtige Herbststimmung hoch über dem Königssee: Der Nationalpark Berchtesgaden ist der einzige Alpen-Nationalpark Deutschlands.
Mehr als nur Kreidefelsen: Dieser herbstliche Hangbuchenwald an der Viktoria-Sicht gehört zum Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen. Auch für die Buchenwälder dieses Nationalparks wurde die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes beantragt.
"Waldkampfzone" am Darßer Weststrand in Mecklenburg-Vorpommern: An der Waldgrenze im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft berühren sich Wasser, Wind und Wald und bewirken ein ständiges Werden und Vergehen.
Wacholderhänge um Blankenheim-Alendorf: Eindrucksvoll heben sich Kalvarien- und Eierberg mit ihren Wacholderbeständen von der Umgebung ab. Die Magerrasen prägen seit Jahrhunderten das Landschaftsbild der nördlichen Kalkeifel und gehören zu den schönsten und überregional bedeutendsten Kulturbiotopen der Eifel. Der Naturpark Hohes Venn - Eifel E.V. ist ein deutsch-belgischer Naturpark (Kalk-, Hoch- und Vulkaneifel).
Naturpark Münden: Dieses lichte Waldstück mit bis zu 260 Jahre alten Eichen wurde bis etwa 1870 als Hutewald genutzt. Unter den alten Eichen werden die Pflanzen von Hochlandrindern jetzt so abgeweidet, dass der Wald wieder den Charakter dieses lichten Eichenwaldes bekommt.
Naturpark Südschwarzwald - Bachlauf am Belchen: Am Belchen gibt es noch naturnahe Wälder, wo Bäume einfach so verrotten dürfen.
Im Naturschutzgebiet und Naturwaldreservat Riesloch, einem der letzten Urwaltrelikte des Bayerischen Waldes, konnte sich eine hohe Tier- und Pflanzenvielfalt erhalten. Die Einzigartigkeit des Gebietes wurde bewahrt, da die steilen Schluchtwände eine forstwirtschaftliche Nutzung unmöglich machten.
Der 68.000 Hektar große Naturpark Stechlin-Ruppiner Land kann mit einem Viertel Altbuchenbeständen punkten. Der Kalksee - ein Quellsee ohne oberirdische Zuflüsse - bildet den Anfang einer Seenkette, die bis nach Neuruppin reicht. Der naturnahe Buchenwald gehört zum Naturschutzgebiet Ruppiner Schweiz mit seiner vielfältigen Fauna und Flora.
Erlenbruch am Küstriner Bach: Ein Anliegen im Naturpark Uckermärkische Seen ist die Sanierung von Flüssen und das Wiedervernässen von Mooren und Erlenbruchwäldern. Der naturverträgliche Tourismus wird dabei nicht ausgeschlossen und findet viel Anklang bei Wasserwanderern zwischen Feldberg und Lychen. Im Naturpark brüten mehr als 30 Fischadlerpaare.
Buchenwälder im Biosphärengebiet Schwäbische Alb an der Burg Teck: Sie sind Heimat vieler Tiere und Pflanzen und sorgen im Herbst für ein beeindruckendes Farbspektakel.
Einzusehen sind die Ergebnisse auch im Internet unter www.sielmann-stiftung.de. (abe/sielmann-stiftung)
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