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Reise

Ganz aus Gras gemacht: Letzte Hängebrücke der Inkas

 
Ganz aus Gras gemacht: Letzte Hängebrücke der Inkas

In den peruanischen Anden, über dem reißenden Fluss Apurimac, in einer Höhe von etwa 4000 Metern über dem Meeresspiegel, gibt es etwas ganz Erstaunliches, Spektakuläres: Eine Brücke ganz aus Gras.

Die Hängebrücke Qu’eswachaka in der Provinz Canas gilt als die letzte funktionierende Hängebrücke der Inkas.

Die Brücke wird regelmäßig, alle ein bis zwei Jahre, erneuert.

Dabei wird eine jahrhundertealte Technik angewendet.

Das ist nicht nur eine große handwerkliche Leistung, sondern hat auch eine kultische Bedeutung.

Die Brücke wird von den Bewohnern der Andendörfer, die durch die Schlucht und den Fluss getrennt …

… und durch die Brücke verbunden werden, gebaut und erneuert. Das geschieht immer im Juni.

Etwa eintausend Bauern aus den Anden-Ortschaften Huinchiri, Quehue, Choccayhua, Ccolana und Chaupibanda nehmen an dieser Gemeinschaftsarbeit teil.

Dabei wird das lange, harte Andengras Ichu zuerst geschmeidig geklopft, ...

... dann gedreht und zu meterlangen Seilen geflochten.

Die Seile sind so schwer, ..

... dass sie von mehreren Männern getragen werden müssen.

Diese Seile werden dann über den Fluss gespannt und mit dünneren Seilen und Riemen aus Lama-Leder mit dem Geländer verbunden.

Schließlich werden noch Matten aus Zweigen auf den Brückenboden gelegt, damit man besser darauf gehen kann.

Eine nicht ganz ungefährliche Arbeit auf schwankendem Boden, viele Meter über dem Fluss Apurimac.

Die Brücke ist etwa 30 Meter lang und 1,20 Meter breit.

Nach drei Tagen, wenn das Bauwerk beendet ist, wird die Brücke mit einer schamanischen Zeremonie eingeweiht.

Danach darf man sie gegen Zahlung eines kleinen, symbolischen Wegzolls überqueren. Anschließend wird ein großes Fest gefeiert.

Im Jahr 2009 ernannte das Nationale Kulturinstitut Perus die Hängebrücke Qu’eswachaka zum Nationalen Kulturerbe. Schon jetzt gilt sie als einmalige Sehenswürdigkeit - durch den Titel rechnet man aber mit noch mehr Besuchern.

Zudem arbeiten peruanische Behörden derzeit (Stand: Juni 2010) an einem Antrag auf die Aufnahme der Brücke in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO. (Andrea Beu)

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