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Stilbruch? Skandal? Mutige Öffnung Richtung moderner Kunst? Eine Schau ...
... moderner japanischer Kunst in und vor dem Schloss Versailles erregt die Gemüter konservativer Kunstliebhaber in Frankreich.
Der japanische Künstler Takashi Murakami (im Bild) und andere Gegenwartskünstler hätten in dem berühmten Schloss nahe Paris "nichts zu suchen", heißt es auf der Website versailles-mon-amour.fr.
Tausende haben eine Petition gegen Murakamis Ausstellung unterzeichnet, ...
... die am 14. September begann und bis zum 12. Dezember 2010 dauert.
Murakami hat in der Vergangenheit durch freizügige Kunstwerke im Stil japanischer Manga-Comics von sich reden gemacht, unter anderem mit der Figur einer nackten vollbusigen Frau, die über ein Band aus Muttermilch springt, oder einem lachenden unbekleideten Jüngling, der seinen Samen verspritzt.
Diese Werke sind zwar nicht Teil der aktuellen Schau, ...
... aber das, was ausgestellt wird, ist für die Gegner Grund genug: "Sie haben keinen Platz in den königlichen Gemächern", so Anne Brassie, eine der Petitions-Organisatorinnen.
"Wir sind hier an einem historischen Ort, wir wollen sehen, wie hier Geschichte geschrieben wurde. Aber jedes Mal, ...
... wenn man eine Puppe oder ein verrücktes Monster sieht, reißt einen das aus dem Höhenflug, ...
... in den einen der Ort versetzt", schimpfte ein brasilianischer Tourist.
Der japanische Künstler sieht den Wirbel, den er verursacht, eher sportlich.
Es sei wie beim Fußball: "Schießt jemand ein Tor, ist ein anderer unglücklich".
Murakami kann sich auch ganz entspannt zurücklehnen und muss keine negativen Schlagzeilen fürchten: ...
Seine Werke erzielen international Spitzenpreise. Die Modemarke Louis Vuitton etwa gab eine Handtaschen-Serie bei ihm in Auftrag und der Rapper Kanye West ließ ihn ein Album-Cover entwerfen.
Seine Gegner hatten zusätzlich zur Petition zur Ausstellungseröffnung zu Protesten vor dem Schlosszaun aufgerufen.
Der Museumsleiter und frühere Kulturminister Jean-Jacques Aillagon (links) sagte, die Proteste kämen von "rechtsgerichteten fundamentalistischen Kreisen und von sehr konservativen Zirkeln".
Er verteidigt die Ausstellung: "Wir haben die Pflicht, das Kulturerbe des Schlosses ...
... für das zeitgenössische Schaffen zu öffnen".
Murakami sieht es aus einem anderen Blickwinkel: Er will "den Effekt erzeugen, dass die Bewohner der westlichen Welt sich fremd fühlen", wo sonst Japaner die andersartige europäische Kultur bestaunen.
Die Ausstellung ist Teil einer Reihe mit Werken moderner Kunst im Schloss Versailles.
Die erste Schau im Jahr 2008 zeigte Werke des US-Künstlers Jeff Koons (im Bild: "Michael Jackson and Bubbles") und sorgte ebenfalls für Kritik in konservativen Kreisen. (abe/AFP)
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